Schiffbautechnische Gesellschaft e.V.

Die Jahre 1991-2008

1991

Die Sommertagung findet in Rostock statt. Bei diesem Treffen sprach Dr.-Ing. Klaus Meyne einige zu Herzen gehende Worte:

,,Herr Vorsitzender! Meine Damen! Meine Herren! Die Tagung der Schiffbautechnischen Gesellschaft in der Hansestadt Rostock in einem vereinigten Deutschland. Ein unvorstellbarer Traum? Ein unvorstellbarer Traum! Im Vorstandsrat unserer Gesellschaft, so habe ich festgestellt, bin ich der einzige, der sein Studium und damit seinen Berufsweg hier in Rostock begonnen hat. Deshalb habe ich Herrn Professor Keil gebeten, vor Ihnen sprechen zu dürfen. Es waren neben mir viele, sehr viele, zu viele Unruhige und Unbequeme, die in jenen Jahren weggegangen sind. Und dieses Weggehen war nicht leicht. Doch nun? Heute? Manch einer von uns wird gekommen sein, um Fragen zu stellen. Manch anderem wird man nur stumm gegenüber stehen können. Antworten werden oft nicht erforderlich sein. Die Zeit muss Irrtümer heilen. Wird sie es können? Etwas kaum Vorstellbares ist eingetreten! Hat das alles ein Mensch allein bewirkt oder war die Zeit dafür herangereift? Diejenigen von uns, die diese, unsere Einheit begrüßen, sollten vielleicht einen Michaelstag fordern, einen Tag des Michael G.

Michael ist ein hebräisches Wort und bedeutet: Wer ist Gott gleich?'. Und es steht geschrieben seit alter Zeit: Als Engel des Volkes wird er besonders in Deutschland verehrt, als Anführer im Kampf gegen die Finsternis, als Ritter im siegreichen Kampf mit dem Drachen. Wir suchen hier nun unsere ehemaligen Freunde und unsere Erinnerungen. Hier haben wir unseren Berufsweg begonnen. Hier in dieser Stadt ist ein Teil unserer Jugend, unseres studentischen Übermutes verblieben. Begegnen wir ihm wieder? Von hier aus haben wir einen Namen mit in die Welt genommen: Schiesewitz! (Das war die Kneipe der Schiffbaustudenten) Was ist dagegen Auerbachs Keller?

Wir erinnern uns an unsere Dekane: an Professor Macklin, den Listigen, an Professor Krause, den Liebenswürdigen, und an Professor Geertz, den Unbeugsamen. Über die Jahre nach 1957 mögen andere berichten! Wir ließen zurück als wir gingen: Freunde, Freundschaften, Erinnerungen. Erinnerungen auch an die jungen Frauen Rostocks, an Anka, Edda, Uta und an jenen begehrenswerten Traum: Tatjana! Denk ich an Deutschland in der Nacht, selbst Heinrich Heine hätte es den Atem verschlagen. In gewissen Zeiten schlägt eben Geschichte Kapriolen. Und: Wir sind Zeugen einer solchen Zeit! Es wird viel Weisheit, Geduld und Mut erforderlich sein. Wir wünschen dieser Stadt, diesem Land und seinen Menschen eine gute Zukunft! Und, dass sie weiter leben möge: Unsere Architectura Navalis!''. Reinhard Mau, langjähriger Vorsitzender der Gesellschaft, wird Ehrenmitglied der Gesellschaft. Die Diplomingenieure Christof Rehling und Frank- Peter Schindler werden mit der neu gestifteten Bronzenen Denkmünze der Gesellschaft ausgezeichnet.

Den Festvortrag hält Prof. Dr. Hartmut Graßl, vom Meteorologischen Institut der Universität Hamburg und der Max- Planck- Institut für Meteorologie Hamburg über die „Globale Wirkung menschlicher Aktivität- Ozonabbau, Erderwärmung, Meeresspiegelanstieg“.

Prof. Graßl macht deutlich, dass die menschlichen Einflüsse auf das Klima, wenn diese nicht nachhaltig gebremst werden, zu enormen Klimazonenverschiebungen führen werden, die vielen Millionen von Menschen die Existenzgrundlage entziehen werden.
Prof. Dr. Dr. h. c. Hartmut Graßl
Prof. Dr. Dr. h. c. Hartmut Graßl

1992

Der Geschäftsführer, Herr Feilcke, übergibt sein Amt an Professor Dr.-Ing. Dreyer. Die Geschäftsräume der Gesellschaft befinden sich nunmehr im Haus des Instituts für Schiffbau. Es wird beschlossen, die Dokumentationsstelle der Gesellschaft aus Kostengründen zu schließen, zumal sich die Kosten/Einnahmesituation drastisch verschlechtert hat. Die WEMT (West European Cooperation in Marine Technology) veranstaltet unter Beteiligung der STG in Madrid einen Kongress unter dem Motto ,,Ship Procurement and Ship Production''. .

Den Festvortrag „Seefahrt und Kunst“ auf der Hauptversammlung in Berlin hält der Medizinhistoriker Prof. Dr. med. Dr. h. c. Hans Schadewaldt Er zeigt das berühmte Bild der Überlebenden des Seglers Medusa, die sich auf ein Floß gerettet haben, aber dennoch sich im Kampf um das Trinwasser gegenseitig töten.

Prof. Dr. med. Dr. h. c. Hans Schadewaldt
Prof. Dr. med. Dr. h. c. Hans Schadewaldt

Das Floß der MEDUSA, Gemälde von Theodore Gericauld
Das Floß der Medusa, Gemälde von Theodore Gericauld

Die Gesellschaft beschließt erhebliche Satzungsänderungen, die besonders die Beteiligung von jüngeren Mitgliedern am Leben der Gesellschaft ermöglichen soll. Weiter wird die Bestimmung aufgenommen, dass die Verleihung von Denkmünzen an Vorstandsratsmitglieder durch die Hauptversammlung erfolgen muss. Die Mitgliedschaft im Vorstandsrat wird auf maximal drei Perioden in Folge, entsprechend 12 Jahren, begrenzt. Der Vorstand wird aus der Mitte der Vorstandsratsmitglieder berufen und scheidet anschließend aus dem Vorstandsrat als Mitglied aus. Es wird eine Wahlordnung beschlossen, die zwei Kandidatenlisten vorsieht und zwar für Mitglieder bis 35 Jahre und über 35 Jahre. Dr.-Ing. Wolfgang Planitz wird mit der Bronzenen Denkmünze der Gesellschaft ausgezeichnet.

1993

Prof. Dr.-Ing. Kurt Wendel erhält die goldene Denkmünze der Gesellschaft. Die Silberne Denkmünze erhält Dr.- Ing. Carsten Östergaard für seine bedeutenden Beiträge zu den verschiedensten praktischen Probleme der Schiffstheorie. Die Gesellschaft erklärt ihren Austritt aus der WEMT (West European Cooperation on Marine Technology), will sich dennoch im Rahmen ihrer Sommertagung 1994 an der ,,5th International Marine Design Conference'' in Delft, Holland, beteiligen. Die Sommertagung findet in Augsburg statt und wird durch einen umfangreichen Vortrag ,,Die großen Augsburger Kaufmannsfamilien und ihre Aktivitäten in der Schifffahrt'' durch Dr.- Ing. Adolf Schiff eingeleitet. Besonderer Höhepunkt ist der Festvortrag anlässlich der Hauptversammlung durch Prof. Dr.-Ing. Knizia ,,Der Ingenieur im Spannungsfeld von Natur- und Geisteswissenschaften''. Er beschreibt in seinem Vortrag die Notwendigkeit, dass jegliche Energiediskussion nur unter Erfüllung des ersten und zweiten Hauptsatzes der Thermodynamik erfolgen kann, denn die Physik lässt sich nicht durch politische Wunschvorstellungen beeinflussen. Dipl.-Ing. Joachim Zöllner wird mit der Bronzenen Denkmünze der Gesellschaft ausgezeichnet.

Dr.-Ing. C. Östergaard
Dr.-Ing. C. Östergaard


Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Klaus Knizia

1994

Prof. Dr.-Ing. Werner Droste und Dr.-Ing. Burghard Müller-Graf erhalten die silberne Denkmünze der Gesellschaft. Die bisher für Mitglieder aus den neuen Bundesländern gewährte Beitragsreduktion wird nunmehr nach vier Jahren aufgehoben. Für Mitglieder aus osteuropäischen Ländern werden sog. Beitragspatenschaften gesucht. Die Hauptversammlung in Berlin findet mit einer Beteiligung von nur 340 Mitgliedern statt. Da seit einigen Jahren das Ernst Reuter Haus der Technischen Universität Berlin nicht mehr zur Verfügung steht, muss in Berliner Hotels getagt werden. Der Präsident der Fraunhofer - Gesellschaft, Professor Warnecke, hält den Festvortrag. Der Präsident der Technischen Universität Berlin berichtet darüber, dass die Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau in die Universität eingegliedert werden soll und dass in Zukunft mit drei Professoren auch die Schiffstechnik und Meerestechnik in Forschung und Lehre in Berlin vertreten sein soll, und das vor dem Hintergrund einer sich dramatisch entwickelnden Kostensituation in Berlin. Insgesamt macht sich nunmehr auch die Situation des Schiffbaues in Deutschland in den Hochschulen bemerkbar. Einerseits werden die in den sechziger und siebziger Jahren drastisch erhöhten Professorenstellen reduziert, andererseits ist die Altersstruktur der Professoren derart, dass die Mehrzahl der Professoren bis zur Jahrtausendwende in den Ruhestand gehen wird. Hieraus ergeben sich jetzt schon Planungsüberlegungen sowohl in Berlin als auch in Hamburg.

Prof. Dr.-Ing. Werner Droste
Prof. Dr.-Ing. Werner Droste

Dr.-Ing. Burghard Müller-Graf
Dr.-Ing. Burghard Müller-Graf

1995

Die Sommertagung findet in Dresden statt. Dresden war einmal ein wichtiger Schiffbauort. So wirkte von Dresden der bedeutende Unternehmer Ewald Bellingrath, der Begründer der ,,Elbschiffahrtsgesellschaft Kette''. Die von ihm begründete erste deutsche Schiffbauversuchsanstalt in Dresden - Uebigau hat so bedeutende Leiter wie Professor Engels, Dr.-Ing. Gebers und Professor Kempf gehabt. Auch Dr.-Ing. Otto Schlick hat in Dresden eine Werft betrieben. Die Gesellschaft unterstützt den von Professor Kruppa veranstalteten unter der Schirmherrschaft der STG den Kongress FAST95 in Lübeck-Travemünde. Dipl.-Ing. Cai Boie erhält die silberne Denkmünze der Gesellschaft. Dr.-Ing. Karl-Heinz Hochhaus erhält die Bronzene Denkmünze. Die Zahl der Mitglieder hat sich bei 1700 eingependelt. Prof. Dr. Dr. h. c. Reimar Lüst, Direktor des Max- Planck- Instituts für Meteorologie, Hamburg hält den Festvortrag „Wissenschaftliche Aktivitäten im Weltraum“

Dipl.-Ing. Cai Boie
Dipl.-Ing. Cai Boie

Prof. Dr. Dr. h. c. Reimar Lüst
Prof. Dr. Dr. h. c. Reimar Lüst

1996

Abweichend von den üblichen Gepflogenheiten wird die Hauptversammlung in Bremen abgehalten. Die Gesellschaft will u. a. damit die Verbundenheit zu den Mitgliedern der STG im Weserraum demonstrieren. Die düsteren Schatten des drohenden Zusammenbruchs der Bremer Vulkan Werft belasten auch die Veranstaltung. Der Vorsitzende des Verbandes Schiff und Meerestechnik spricht sogar von Bremen als dem Waterloo des deutschen Schiffbaues. Allgemein wird die Wiedergewinnung der Wettbewerbsfähigkeit des Deutschen Schiffbaues auf den Weltmärkten in der Steigerung der Produktivität und Herabsetzung der Lohnkosten gesehen. Es wird dabei die Notwendigkeit von Forschung und Entwicklung betont sowie die qualifizierte Fortbildung der Beschäftigten und somit auch die Schlüsselrolle der STG als Bindeglied und Plattform aller Schiffstechniker. Da die Hauptversammlung in Bremen stattfindet, wird die Sommertagung in Berlin abgehalten. Dipl.-Ing. Karl-Heinz Paetow erhält die Silberne und Dr.-Ing. Dimitris Sideris die Bronzene Denkmünze.

Die Vorbereitungen zu den 100 Jahrfeiern der STG laufen an. Um besonders weite Kreise der Mitglieder an der Arbeit der STG teilnehmen zu lassen, wird auf Vorschlag des Vorsitzenden des Technisch-wissenschaftlichen Beirats Prof. Lehmann beschlossen, dass jeder Fachausschuss sein von ihm betreutes Fachgebiet, anlässlich des bevorstehenden Jubiläums, übergreifend darstellen soll.

Der Historiker Prof. Dr. Michael Salewski aus Kiel hält den Festvortrag über die „Zukunftsflotten- Visionen deutscher Seemacht im 19. und 29. Jahrhunderts“. Er beschreibt eindrucksvoll die Hintergründe der Flottenpläne seit der Ersten Deutschen Flotte und wie stark tradiertes Denken letztlich die Planungen beeinflusst hat.
Dipl.-Ing. Karl-Heinz Paetow
Dipl.-Ing. Karl-Heinz Paetow

Prof. Dr. Michael Salewski
Prof. Dr. Michael Salewski

1997

Die Hauptversammlung findet wieder in Hamburg statt, allerdings wegen des Fortfalles des freien Buß- und Bettages im Oktober. Da mit Ablauf des Jahres 1997 das Mandat für den Vorstandsrat und den Vorstand ausläuft, erfolgt eine Neuwahl. Nachdem Prof. Keil nicht mehr für den Vorstandsrat kandidiert, wird Prof. Lehmann zum Vorsitzenden gewählt. Neuer Vorsitzender des Technisch-Wissenschaftlichen Beirats wird Prof. Dr.-Ing. Hansheinrich Meier-Peter. Als Stellvertreter stellen sich Dipl.-Ing. Herrmann Schaedla und Dr.-Ing. Gerd Jensen zur Verfügung.

Die Sommertagung findet in Schrunz, Österreich, statt. Dieser ungewöhnliche Tagungsort ergibt sich aus der Nähe zu den Firmen Liebherr und MTU in Friedrichshafen, deren Gastfreundschaft die STG gerne wahrnimmt. Die Bronzene Denkmünze der STG wird an Dr.-Ing. Pierre Sames und Dr.-Ing. Andrés Cura Hochbaum verliehen.

Den Festvortrag hält Dr. Martin Bohle-Carbonell über „Das fünfte Rahmenprogramm der europäischen Union- Neue Zugänge zur Forschungslandschaft“.
Prof. Eike Lehmann
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. h.c. Eike Lehmann

1998

Die Hauptversammlung findet in Lübeck statt.
Prof. Keil wird in Würdigung seiner erfolgreichen Tätigkeit als Vorsitzender der Gesellschaft und seiner außerordentlichen Verdienste um die STG zum Ehrenmitglied der Gesellschaft ernannt. In Anerkennung der herausragenden und zukunftsweisenden Arbeiten auf dem Gebiet des Seeverhaltens von Schiffen und der numerischen Schiffshydrodynamik sowie der darüber gehaltenen Vorträge wird Prof. Dr.- Ing. Heinrich Söding mit der Silbernen Denkmünze ausgezeichnet.
Prof. Lehmann weist in seinem Bericht des Vorstandes auf die Veränderungen hin, die sich durch die heute vorhandenen und genutzten Kommunikationsmöglichkeiten ergeben. Dadurch ist es möglich geworden weltweit in wissenschaftlichem Kontakt zukommen. Man braucht gar nicht mehr physikalisch zusammen zu kommen. Virtuelle Versammlungen ermöglichen den vollen Austausch von Gedanken und Meinungen. Selbst das geschriebene Wort wird durch visuelle oder akustische Darstellung verdrängt. Der Publizist und Unternehmensberater Dr. eoc. Manfred Sliwka hält einen viel beachteten Vortrag über Werte in unserer Gesellschaft - Was ist das?

Prof. Dr.-Ing. Heinrich Söding
Prof. Dr.-Ing. Heinrich Söding

Dr. eoc. Manfred Sliwka
Dr. eoc. Manfred Sliwka

Hieraus ergeben sich auch für die STG neue Aspekte, denen diese sich stellen muss. Prof. Lehmann berichtet mit Stolz, dass es gelungen ist schon jetzt zur Finanzierung des bevorstehenden Jubiläums 120 000 DM an Spendengeldern von Mitgliedsfirmen der STG ein zu werben. Das ist umso wichtiger als dass auch in diesem Jahr mit einem Defizit von 60 000 DM das Jahr 1997 abgeschlossen wurde. Ursache sind die erhöhten Kosten für die Jahrbücher, sowie Steuernachzahlungen der FAST Veranstaltung. Die Sommertagung findet in Stralsund. In Erinnerung daran, dass die Preußische Marine ihren Anfang in Stralsund genommen hat, wird der Gründung, sowie durch weitere Vorträge aus dem Bereich der Marinetechnik, gedacht. Die Vorträge auf den verschiedenen Sprechtagen erreichen in vielen Fällen das Niveau der Vorträge auf der Hauptversammlung und werden nicht zuletzt durch ihre rege Beteiligung immer bedeutender.

1999

Die Gesellschaft feiert ihr 100 jähriges Bestehen.

Prof. Dr.-Ing. Fritz Abels, Dipl.-Ing. Martin Böckenhauer und Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Horst Nowacki werden mit der Silbernen Denkmünze ausgezeichnet. Aus dem Fundus des langjährigen Mitglieds der Gesellschaft des Marinemaler Dipl.-Ing. Jochen Sachse wird ein Plakat zusammengestellt, welches die verschiedenen Schiffe zeigt, die in den 100 Jahren des Bestehens der Gesellschaft auf den deutschen Werften gebaut worden sind. Es wird anlässlich des Jubiläums ein dreibändiges Werk veröffentlicht, welches neben den Biografien von bedeutenden Schiffstechnikern eine Chronologie und Register sowie eine Auswahl der technik-historisch wichtigsten Vorträge einschließlich kurzer Biografien der Autoren veröffentlicht. Die große Jubiläumsveranstaltung findet im Konzersaal der Hochschule der Künste in Berlin statt. Der Vorsitzende Prof. Lehmann begrüßt die zahlreich erschienenen Ehrengäste. Die Gesellschaft verdankt ihr Entstehen dem letzten deutschen Kaiser Wilhelm II. Daher wird sein Urenkel, seine königliche Hoheit Wilhelm Karl Prinz von Preußen, als Vertreter des Hauses Hohenzollern, sowie den Urenkel seiner königlichen Hoheit Friedrich August Großherzog von Oldenburg, Ehrenvorsitzender der Gesellschaft Friedrich August Herzog von Oldenburg, ganz herzlich begrüßt. Das Grußwort spricht der Regierende Bürgermeister Eberhard Diepgen. Diepgen weist auf eine alte Schiffbautradition in Berlin hin, denn schließlich ist die Prinzessin Charlotte das erste Dampfschiff in Preußen 1816 in Berlin Pichelsdorf gebaut worden. Weiterhin werden Grußworte des Präsidenten der Technischen Universität, Prof. Dr. Hans-Jürgen Ewers, des Staatssekretärs im Bundesministeriums für Bildung und

Forschung, Dr.-Ing. E. h. Uwe Thomas, des Ministerialdirigenten im Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Wohnungswesen, Dipl.-Ing. Rolf Stamm, der selbst Mitglied der STG ist, dem Chief Executive der Royal Institution of Naval Architects, Trevor Blakeley, des Executive Director der Society of Naval Architects and Marine Engineers, Philip B. Kimball, des stellvertretenden Inspekteurs der Deutschen Marine, Konteradmiral Bernd Heise, des Vorsitzenden des Verbandes der deutschen Reeder Frank Leonhard, und des Vorsitzende des Verbandes für Schiff- und Meerestechnik, Dr.-Ing. Werner Schöttelndreyer, überbracht.

Den Festvortrag hält Prof. Dr.-Ing. Eckard Rohkamp Vorsitzender des Vorstandes der Thyssen Industrie A. G., der selbst ein langjähriges Mitglied der STG ist. Neben der treffenden Schilderung der Entwicklung des Schiffbaus spricht Rohkamp die Wahrheit aus, die mit einigen liebgewordenen Begriffen wie Nischenpolitik und Spezialschiffbau aufräumt. Kontinuierliche Forschung Entwicklung und die schnelle Umsetzung in marktfähige Produkte mit permanenter Verbesserung der Produktivität können der Zukunft des Schiffbaus in Deutschland eine zwar bescheidene, aber immerhin eine echte Chance der Existenz, geben.

Um dem Jubiläum einen besonderen festlichen Rahmen zu geben wird in der Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau eine eindrucksvolle Ausstellung 100 Jahre Schiffbau einschließlich eines sehr lesenswerten Kataloges organisiert. Der Besuch der Festveranstaltung und der Ausstellung durch mehr als 1000 Mitglieder und Gäste ist ein überzeugendes Bekenntnis zum deutschen Schiffbau und der STG.

Die Beiträge der einzelnen Fachausschüsse zur Entwicklung ihrer Fachgebiete werden in einem gesonderten Band Festveranstaltung 100 Jahre Schiffbautechnische Gesellschaft zusammengestellt.
Prof. Dr.-Ing. Fritz Abels
Prof. Dr.-Ing. Fritz Abels

Dipl.-Ing. Martin Böckenhauer
Dipl.-Ing. Martin Böckenhauer

Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Horst Nowacki
Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Horst Nowacki

PRINZESSIN CHARLOTTE an seinem Liegeplatz im Tiergarten
Prinzessin Charlotte an seinem Liegeplatz im Tiergarten

Prof. Dr.-Ing. Eckard Rohkamp
Prof. Dr.-Ing. Eckard Rohkamp

Plakat der Schiffbautechnischen Gesellschaft zusammengestellt aus Bildern des Marinemalers und langjährigen Mitgliedes Dipl.-Ing. Jochen Sachse
Plakat der Schiffbautechnischen Gesellschaft zusammengestellt aus Bildern des Marinemalers und langjährigen Mitgliedes Dipl.-Ing. Jochen Sachse

2000

Die Sommertagung findet in Wilhelmshaven im Marinearsenal statt. Der Ltd. Baudirektor Dipl.-Ing. Theodor Eppelmann begrüßt die Teilnehmer. Er weist auf die lange Schiffbautechnische Tradition des Arsenals von der Königlich-Preußischen Werft über Kaiserliche Werft, der Reichsmarine Werft und der Kriegsmarine Werft und den vielen technischen Innovationen und Neubauten hin, denen sich man in Wilhelmshaven rühmen kann. Besonders der Stapellauf des Schlachtschiffes Tirpitz bringt Eppelmann in Erinnerung. Der Stapellauf 1939 war wegen der beengten Verhältnisse in der Kriegsmarinewerft ein besonders, technische herausragendes Ereignis. Beim Stapellauf stand nur etwa das Eineinhalbfache der Schiffslänge als Auslaufstrecke zur Verfügung, weshalb man ausgedehnte Modellversuche durchgeführt hat, über die im Jahrbuch von 1941 ausführlich berichtet worden ist.

Frank Leonhardt, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Reeder berichtet, dass es nunmehr wieder Schiffe in größerem Umfang bestellt werden und dass nunmehr Deutschland die größte Containerschiffsflotte der Welt betreibt. Leonhardt betont die Bedeutung der technisch-wissenschaftlichen Kompetenz in Deutschland, auch wenn die Mehrzahl der Schiffe im Ausland gebaut werden, denn viele Ingenieurleistungen und Zulieferung kämen nach wie vor aus Deutschland. Der bekannte Paläontologe Dr. Wolfgang Weitschat hält einen nachdenklich machenden Festvortrag „Wie verändert die Zeit das Leben- Gedanken zur Evolution“
Frank Leonhardt, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Reeder
Frank Leonhardt, Vorsitzender des Verbandes Deutscher Reeder

Dr. Wolfgang Weitschat
Dr. Wolfgang Weitschat

2001

Der Vorsitzende Prof. Lehmann hält auf der Hauptversammlung in Berlin den Festvortrag „Schiffbauliche Ausbildung in Deutschland Gestern Heute und Morgen“. Es ist ein Aufruf die Lehrinhalte im Hinblick auf die neuen Kommunikationsmittel neu zu überdenken. Ein virtuelles Netz der in Deutschland vorhandenen Ausbildungseinrichtungen in Hamburg, Kiel, Bremen, Berlin, Rostock und Duisburg wird vorgeschlagen um größere Lehrkapazität für Forschungsaufgaben an den einzelnen Standorten zu generieren. Prof. Dr.-Ing. Wilfried Hensel erhält in Anerkennung seiner engagierten Arbeiten im Fachausschuss Schiffselektrotechnik und seiner wiederholt vor der Gesellschaft gehaltenen Vorträge über neue Konzepte und technische Entwicklungen sowie deren industriellen Anwendung die Silbern Denkmünze. Prof. Dr.-Ing. habil. Udo Röhr wird in Würdigung seiner hervorragenden Beiträge zum technisch-wissenschaftlichen Programm der Gesellschaft durch wegweisende Vorträge zur Anwendung wissenschaftlicher Methoden in der schiffbaulichen Praxis ebenfalls durch die Silberne Denkmünze geehrt. Damit wird ein Mitglied ausgezeichnet, welches in Rostock sich vor der Wende durch politisch unbeugsames Verhalten ausgezeichnet hat. Die Bronzene Denkmünze erhalten die Dipl.-Ing. Hartmut Dobinski, Wolf-Rüdiger Kannowski und Peter Securius.

Die Sommertagung findet unter reger Beteiligung in Danzig statt. Deutsche als auch polnische Schiffstechniker tragen über hydrodynamische, strukturelle Probleme sowie über neue Erkenntnisse der Schiffspropulsion vor. Der Vorsitzende drückt seine Hoffnung aus, dass solche Treffen sich bald wiederholen. Erstmalig wird, gemäß des Kooperationsvertrages mit der Royal Institution of Naval Architects, ein Beitrag von Prof. Donald Faulkner, Glasgow „The M.V. Derbyshire Saga- A Fornsic Investigation from Cradle to Grave“. Es wird der durch Ermüdungsrisse verursachte Untergang eines Bulkcarriers, der weltweite Beachtung gefunden hat, untersucht. Prof. Lehmann wird für eine weitere Periode von vier Jahren gewählt. Die Herren Dipl.-Ing. Herbert von Nitzsch und Dr.-Ing. Gerd Jensen stellen sich als stellvertretende Vorsitzende zur Verfügung.
Prof. Dr.-Ing. Wilfried Hensel
Prof. Dr.-Ing. Wilfried Hensel

Prof. Dr.-Ing. habil. Udo Röhr
Prof. Dr.-Ing. habil. Udo Röhr

2002

Die Hauptversammlung findet in Hamburg im Hotel Hafen Hamburg statt. Von der Elbkupplung hat man einen fantastischen Blick auf die Elbe und die Werft von Blohm+ Voss. Die Themen aus den Bereichen Meerestechnik/Tiefwassertechnik, Binnenschiffbau und Hydrodynamik sowie Schiffselektrotechnik ergeben ein reichhaltiges technisch-wissenschaftliches Programm. Dipl.-Ing. Günter Henschel und Prof. Dr.-Ing. Hansjörg Petershagen werden mit der Silbernen Denkmünze ausgezeichnet. Herr Henschel wegen der erfolgreichen Anwendung der Elektrotechnik an Bord von Schiffen und der darüber gehaltenen Vorträgen, sowie der langjährigen Leitung des Fachausschusses Schiffselektrotechnik und Prof. Petershagen für hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Schiffsfestigkeit und Konstruktion. Erinnert sei daran, dass Prof. Petershagen in dem von ihm geleiteten Fachausschuss Ausbildung und Fortbildung das sog. Kontaktstudium initiiert hat, welches später dann Prof. Keil sehr erfolgreich viele Jahre betreut hat.

Dr.-Ing. Hans Paetzold erhält die Bronzene Denkmünze. Durch die Insolvenzen in Lübeck und Bremerhaven ist die Stimmung gedrückt und der Vorsitzende äußert sich besorgt über die Situation. Er erklärt, dass dennoch oder gerade jetzt die Arbeit der STG von besonderer Bedeutung ist, denn in der Zukunft werden wissenschaftlich-technische Kompetenz der entscheidende Produktionsfaktor unserer Werften und Zulieferer sein. Hier kann die STG als neutrale Plattform zum Austausch von Ideen und Forschungsergebnissen aber auch praktischen Erfahrungen wertvolles leisten. Der Vorsitzende wendet sich vehement gegen den in der BMWi-Studie „Vernetzungspotenziale innerhalb der maritimen Wertschöpfungsketten am Standort Deutschland“ erhobenen Vorschlag der Konzentration der Forschung und Lehre auf einen Standort in Deutschland. Er schlägt dagegen vor, dass eine Vernetzung der Standorte viel besser geeignet ist die Substanz für Lehre, Forschung und Entwicklung für den Schiffbau zu erhalten.

In Anbetracht davon, das die Wertschöpfung eines Schiffes zu überwiegendem Teil nichtschiffbaulicher Natur ist, ist gerade die Einbettung der Schiffstechnik in große Technische Universitäten mit den unterschiedlichsten technischen Disziplinen die Voraussetzung um den Forschritt in der Schiffstechnik zu sichern. Mit Prof. Dr.-Ing. Herbert Schneekluth und Prof. Dr.-Ing. Kurt Wendel versterben zwei profilierte Professoren die sich besonders um den Schiffsentwurf und Schiffssicherheit besonders verdient gemacht haben.

Dipl.-Ing. Günter Henschel
Dipl.-Ing. Günter Henschel

Prof. Dr.-Ing. Hansjörg Petershagen
Prof. Dr.-Ing. Hansjörg Petershagen

Prof. Dr.-Ing. Herbert Schneekluth
Prof. Dr.-Ing. Herbert Schneekluth

2003

Im Rahmen der Hauptversammlung wird eine Feier aus Anlass der Gründung der Preußischen Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau vor hundert Jahren in Berlin gedacht. Ursprünglich in der Reitbahn im Tiergarten vorgesehen, was der Kaiser mit der Bemerkung auf der Entwurfszeichnung: „Nein, der Hippodrom bleibt unberührt“, verhindert hat. So blieb nur die Schleuseninsel als Bauplatz möglich. Bedauerlicher Weise musste diese Anstalt geschlossen werden, da durch die Übereignung an die Technische Universität Berlin, sowie nicht erfolgreicher strategischer Ausrichtung durch die Anstaltsleitung, die finanzielle Basis eine Weiterführung nicht mehr möglich war.

Der Bericht des Vorsitzenden über die Situation im Schiffbau in Deutschland ist verhalten positiv. Dennoch beklagt dieser, dass die sog. EU- CGT Begrenzung dazu führt, dass jede Produktionsverbesserung in den Werften in Mecklenburg- Vorpommern unweigerlich Entlassungen von Mitarbeitern nach sich zieht. Produktionsverbesserungen, die ausschließlich der internationale Wettbewerb erzwingt. Daher plädiert der Vorsitzende an die Politik, dass es jetzt besonders notwendig ist sich in Forschung und Entwicklung verstärkt zu engagieren. Prof. Lehmann teilt der Versammlung mit, dass die Vorstandsversammlung des VDI ihn am 11. Nov. Zu ihrem Präsidenten gewählt hat.

Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau mit dem großen Umlauftank im Hintergrund
Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiffbau mit dem großen Umlauftank im Hintergrund

Dipl.-Ing. Peter Schenzle
Dipl.-Ing. Peter Schenzle

Die STG beteiligt sich an der Ersten World Maritime Technology Conference in San Francisco (WMTC 2003) aktiv beteiligen, was im Hinblick auf die Internationale Verflechtung der Gesellschaft als ein wesentlicher Schritt anzusehen ist. Eine wichtige Weichenstellung für den Entwurf von Schiffen wird durch die IMO vollzogen. Auf der 77. Sitzung des Marine Safety Committee (MSC) wird die bisherige Abstinenz auf dem Gebiet der technischen Vorschriften für die Festigkeit und Konstruktion von Schiffen aufgegeben und angekündigt, dass nunmehr sog. „Goal based new ship construction standards“ eingeführt werden sollen. Damit wird eine Entwicklung angestoßen, die weit reichende Folgen für die Arbeit der Klassifikationsgesellschaften haben kann. Der direkte, auf physikalischen Regeln beruhende Entwurf der Schiffskonstruktion, vergleichbar mit dem Vorgehen bei Offshore- Konstruktionen, wird eine erweiterte technisch-wissenschaftliche Qualifikation der Ingenieure nach sich ziehen. Damit könnten erweiterte Aufgaben auch die STG zukommen.

Dipl.- Ing. Peter Schenzle, der sich sehr erfolgreich mit verschiedenen Problemen der Hydro- und Aerodynamik, sowie mit Fragen des Umweltschutzes beschäftigt hat, wird mit der Silbernen Denkmünze der Gesellschaft ausgezeichnet. Die Bronzene Denkmünze erhalten Dr.-Ing. Fritz Bartels für seine hydroakustischen Beiträge, Dr.-Ing. Walter L. Kühnlein für seine Beiträge aus der Meerestechnik und Dipl.-Ing. Wilfried Müller, der als Inspektor bei einer bedeutenden Reederei in Hamburg wichtige praktische Beiträge zu den Vortragsveranstaltungen der STG erbracht hat. Die Sommertagung findet in Wismar statt. Die Tagung konzentriert sich auf schiffshydrodynamische, konstruktive sowie Probleme des Schiffsentwurfes. Erfreulich ist, dass eine Größere Zahl von Beiträgen von Mitgliedern aus den neuen Bundesländern präsentiert wird.

2004

Die Sommertagung findet in Stettin in der dortigen Seefahrtsschule, die ein Teil des Gebäudeensembles der nach Hermann Haken, Bürgermeister der Stadt Stettin von 1878 bis 1907, benannten Hakenterasse.
Der Bericht des Vorsitzenden auf der Hauptversammlung in Hamburg zur Situation der Schifffahrt und des Schiffbaus in Deutschland ist wiederum positiv. Durch die Fusion der HDW, der Nordseewerke und Blohm + Voss entsteht eine Großwerft mit fast 10 000 Mitarbeitern mit einem weit gefächerten Produktionsprogramm. Besonderer Höhepunkt für die STG ist die PRADS 2004 (Symposium on Practikal Design of Ships and other Floating Structures 2009) in Travemünde. Diese bedeutende international sehr beachtete Veranstaltung mit außerordentlich interessanten Beiträgen ist in zwei Bänden im Format unserer Jahrbücher dokumentiert.

Bedauerlicher Weise wird das Angebot der STG, sich als Veranstalter des Statusseminars des BMBF zur Verfügung zu stellen, nicht angenommen. Das Statusseminar wird am Ort des neuen Projektträgers wiederholt in Warnemünde abgehalten. Bislang war diese Veranstaltung immer im Wechsel zwischen Hamburg und Rostock durchgeführt worden, umso einen Beitrag zum Zusammenwachsen unserer Branche zu leisten.

Dr.-Ing. Peter Oltmann
Dr.-Ing. Peter Oltmann

Joachim Kaiser
Joachim Kaiser, Stiftung Hamburg Maritim

Hakenterasse in Stettin
Hakenterasse in Stettin mit dem Seefahrtsmuseum. Im Hintergrund das ehemalige Regierungsgebäude der Provinz Pommern, heute der Woiwotschaft. Ganz links im Bild die Seefahrtsschule/Akademie (Wyzszsa Szkola Morska), Ort der Sommertagung der STG 2004.


Hamburger Peil- und Bereisungsdampfer Schaarhörn, restauriert von der Stiftung Hamburg Maritim. Das Schiff war ursprünglich mit einem Schlickschen Kreisel ausgerüstet.

Prof. Keil erhält, für seine unermüdliche Tätigkeit innerhalb der STG und bei den Vorarbeiten der Jubiläumsveranstaltung 1999 der STG, sowie der PRADS 2004 und in Würdigung seiner Verdienste als Vorsitzender der Gesellschaft, die Goldene Denkmünze.

Den Festvortrag” Historische Schiffe im 21. Jahrhundert Erhaltungskonzepte, Nutzungsvarianten und Organisationen” hält Joachim Kaiser von der Stiftung Hamburg Maritim.

Joachim Kaiser hat sich besondere Verdienste bei der Restaurierung und dem Betrieb von historischen Schiffen , so des hamburger Peil- und Bereisungsdampfers Schaarhörn, erworben.

2005

Die Gesellschaft zeichnet den Dieslmotorenkonstrukteur Finn Q. Jensen sowie Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ritterhoff mit der Silbernen Denkmünze aus. Finn Jensen hat beachtliche Anteile an der Weiterentwicklung der langsam laufenden Zweitaktdieselmotoren und darüber bei verschiedenen Veranstaltungen der Gesellschaft vorgetragen. Prof. Ritterhoff für seine Arbeiten und Vorträge auf dem Gebiet der U Boote. Die Bronzene Denkmünze erhält Dr. rer. nat. Hans-Joachim Dittmers. Nach einer 16 jährigen Vorstandstätigkeit und 13 jährigen Leitung eines Fachausschusses legt Prof. Lehmann zum Jahresende sein Amt nieder. Den Festvortrag „Tsunamis, Monsterwellen und andere Seeungeheuer“ hält der renommierte Meerestechniker Prof. Dr.-Ing. Günther Clauss. Seine Ausführungen, die in den Räumlichkeiten der Hamburgischen Schiffbauversuchsanstalt, eine außergewöhnlich große Zuhörerschaft hat, werden mit großem Applaus aufgenommen.

Wellentheorie

Mit der einfachen linearen Wellentheorie demonstriert Prof. Clauss eindrucksvoll den krassen Anstieg der Wellenhöhe und Geschwindigkeit einer an sich ungefährlichen Tiefseewelle, wenn diese in Küstennähe gelangt.

Finn Q. Jensen B. Sc.
Finn Q. Jensen B. Sc.

Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ritterhoff
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ritterhoff

Prof. Dr.-Ing. Günther Clauss
Prof. Dr.-Ing. Günther Clauss

2006

Den Vorsitz in der Gesellschaft übernimmt Dr.-Ing. Herrmann Klein, Vorstandsmitglied des Germanischen Lloyd. Als stellvertretende Vorsitzende Stellen sich Prof. Dr.-Ing. Robert Bronsart und Dipl.-Ing. Harald Jaekel zur Verfügung. Den Vorsitz des Technisch-Wissenschaftlichen Beirats übernimmt Prof. Dr.-Ing. Günter Ackermann.

Das Jahrbuch erscheint beim Schiffahrts- Verlag Hansa mit durchgehend farbigen Abbildungen. An statt eines Festvortrages hält Prof. Dr.-Ing. Robert Bronsart einen Übersichtsvortrag „Schiffstechnische Ausbildung in Deutschland“
Prof. Lehmann wird Ehrenmitglied. Prof. Dr.-Ing. Hansheinrich Meyer-Peter erhält für seine Verdienst und seine Beiträge auf den Gebieten der Schiffsbetriebstechnik die silberne Denkmünze.

Der Vorsitzende skizziert in seinem Vorstandsbericht die künftigen Schwerpunkte der Vorstandsarbeit. Er möchte, dass neben dem Schwerpunkt Schiffbau auch der Schwerpunkt Schiffsbetrieb behandelt wird. Die Gesellschaft wird im Zweijahres Rhythmus eine internationale Großveranstaltung „Ship Efficiency“ veranstalten, um eine Plattform zu schaffen, auf der ganz allgemein die aktuellen Probleme zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Schiffe diskutiert werden kann. Die Tagung wendet sich insbesondere an die Akteure der Schifffahrt.

Dipl,-Ing. Bernard Meyer, Ehrenmitglied der Gesellschaft, hält auf dem Begrüßungsabend zur Hauptversammlung einen Abendvortrag über die Situation im deutschen Schiffbau. Meyer erkennt durchaus die Bemühungen der Hochschulen in Deutschland an, erinnert aber daran, dass der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), festgestellt hat, dass der Bedarf der Branche an Ingenieuren deutlich hoher ist, als die Zahl der Absolventen. Er mahnt daher an, die zur Zeit unbesetzten Professorenstellen zügig wieder zu besetzen.

Prof. Dr.-Ing. Robert Bronsart
Prof. Dr.-Ing. Robert Bronsart

Dr.-Ing. Herrmann Klein
Dr.-Ing. Herrmann Klein




Dipl.-Ing. Bernard Meyer
Dipl.-Ing. Bernard Meyer

Prof. Dr.-Ing. Hansheinrich
Prof. Dr.-Ing. Hansheinrich Meier-Peter

2007

Die Hauptversammlung findet turnusmäßig in Berlin statt. Den Vortrag am Begrüßungsabend hält Dr.-Ing. Klaas Spethmann „Wie wird eine Werft 100 Jahre alt?“ Am Beispiel der Werft Abeking & Rasmussen widerlegt Spethmann, dass Vorurteil, dass nur Großwerften technisch führend sein können.

Der Festvortrag „Politik der Bundesregierung für eine wettbewerbsfähige maritime Wirtschaft“ der Parlamentarischen Staatssekretärin Karin Roth MdB des Bundesministeriums für Verkehr und Stadtentwicklung findet ein breites Echo, zumal eine anschließende lebhafte Diskussion stattfand.

Die erste „Ship Efficiency Conference“ findet mit über 150 Teilnehmern ein lebhaftes Echo. Die 4th International Conference on Collision and Grounding of Ships findet unter Schirmherrschaft der STG in der Technischen Universität Hamburg-Harburg unter Leitung von Prof. Lehmann statt.

Die STG wird Mitglied der CEMT (Confederation of European Maritime Technology). Es handelt sich um den Zusammenschluss von 10 technischen Gesellschaften in Europa, die insgesamt etwa
30 000 Ingenieure vertreten.

Dipl.-Ing. Harald Lindenau verstirbt im 93. Lebensjahr. Er war seit 1933 Mitglied unserer Gesellschaft und hat viele Jahrzehnte regelmäßig an den Hauptversammlungen der STG teilgenommen.

Die Bronzene Denkmünze wird den Dipl.-Ing. Herrmann Knirsch und Dipl.-Ing. Dirk Petersjohann verliehen.
Dr.-Ing. Klaas Spethmann
Dr.-Ing. Klaas Spethmann

Parlamentarischen Staatssekretärin Karin Roth MdB
Parlamentarische Staatssekretärin Karin Roth MdB

2008

Die Hauptversammlung fand in Hamburg statt. Beim Begrüßungsabend gab Dr.-Ing. Alexander Nürnberg, Geschäftsführender Gesellschafter der HATLAPA Uetersener Maschinenfabrik, seine Einschätzung zur derzeitigen Situation der Zulieferindustrie. Durch die dramatische Situation in der Schifffahrt bricht die Nachfrage bei den Zulieferern nunmehr ebenfalls stark ein. Eine kleine Arbeitsgruppe hat sich Gedanken zur strategischen Ausrichtung der STG gemacht.
Der Vorschlag dieser Arbeitsgruppe die Gesellschaft in Schiffstechnische Gesellschaft umzubenennen führt zu erheblichen kontroversen Diskussionen. Dipl.-Ing. Reinhard Mau lässt der Veith- Berghoff- Stiftung erhebliche Beiträge zukommen, sodass die studentischen Mitglieder nunmehr für die Zeitschriften HANSA und Schiff + Hafen kostenfrei beziehen können.

Die STG schließt weitere Kooperationsvereinbarungen mit The Institute of Marine Engineering, Science and Technology, IMarEST-UK, The Shanghai Society of Naval Architects and Marine Engineers, SSAME-China und The Institute of Marine Engineers, IMARE- India, ab.

Ein neuer Fachausschuss Schiffskommunikation und IT wird ins Leben gerufen.

Die Silberne Denkmünze der Gesellschaft erhält Dr.-Ing. Ernst-August Weitendorf für seine hydrodynamischen Vorträge bei der STG.
Die Bronzene Denkmünze erhält in diesem Jahr Dipl.-Ing. Hansjörg Klante.
Dr.-Ing. Alexander Nürnberg
Dr.-Ing. Alexander Nürnberg

Dr.-Ing. Ernst-August Weitendorf
Dr.-Ing. Ernst-August Weitendorf
Login für STG-Mitglieder
Aktuelles
17.01.2012 Rundschreiben Januar 2012 mehr
2. Berliner Symposium mehr
"Exkursion nach Singapur" mehr
Näheres zum STG-Wiki mehr