Das zwanzigste Jahrhundert |
1900Die Gesellschaft hat bereits 680 Mitglieder, damit sind die meisten in Betracht kommenden Schiffbauinteressen in der Gesellschaft vereint. Die Vortragsgestaltung liegt in der Hand des Vorstandes und seiner Beisitzer. Als Vortragende wählt man Persönlichkeiten in gehobenen Stellungen aus, deren Vorträge außerordentlich umfangreiche Übersichten in ansprechender und allgemein verständlicher Weise sind. 1901Erste Sommertagung auf Einladung der ,,Institution of
Naval Architects'' und der ,,Institution of Engineers and Shipbuilders
in Scotland''. Für den Transport der deutschen Teilnehmer stellt
die Hamburg-Amerika Linie ihren Dampfer ,,Deutschland'' und für
die Rückfahrt der Norddeutsche Lloyd seinen Dampfer ,,Lahn'' kostenlos
zur Verfügung. Auf Antrag des Schiffbauingenieurs und Konstruktionsingenieurs
an der Königlichen Technischen Hochschule zu Charlottenburg, M.H. Bauer,
wird ein Ausschuß zur Festlegung einheitlicher schiffbautechnischer
Bezeichnungen eingerichtet. |
|
|
1902Die Sommertagung findet in Düsseldorf statt. Sie wird vom deutschen Kronprinzen Friedrich Wilhelm eröffnet. Es wird gemeinsam mit dem Verband der Eisenhüttenleute (VDEh) und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) eine Schiffbau-Material-Kommission gebildet, welche auf die Beseitigung der herrschenden Meinungsverschiedenheiten über die Verwendbarkeit des harten und des weichen Schiffbaumaterials hinarbeiten soll. 1903Die Sommertagung findet in Stockholm statt. Die Deutsche Afrika Linie stellt ihren Dampfer ,,Feldmarschall'' und der Norddeutsche Lloyd den Dampfer ,,Seydlitz'' den Teilnehmern kostenlos zur Verfügung. Zusammen mit anderen Vereinigungen wird eine Eingabe an das Kgl. Preußische Ministerium für Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten gerichtet, eine allgemeine öffentliche Technische Bibliothek zu schaffen, die geeignet ist, den allg. Gewerbefleiß zu fördern. Zusammen mit dem Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) wird ein Ausschuß zur Aufstellung von ,,Normalien zur Verwendung von Elektrizität auf Schiffen'' eingerichtet. 1904Gründung eines Ausschusses zur ,,Überwachung elektrischer
Anlagen auf Schiffen'', zusammen mit dem VDI und VDE. Beratungen mit
dem VDI über polizeiliche Vorschriften für Dampfkesselanlagen,
da es wiederholt zu schweren Kesselexplosionen gekommen ist. Es wird
ein ,,Schiffskesselausschuß'' zusammen mit dem Germanischen Lloyd,
Werften und Reedereien eingesetzt. |
||
1905Die Sommertagung findet aus Anlaß der 1904 erfolgten Gründung der Königliche Technischen Hochschule in Danzig statt. Im Rahmen der Tagung findet eine Besichtigung der Schichau Werke in
Elbing mit einem ausführlichen Vortrag über ihre Entwicklung
statt. Im Rahmen der Facharbeit findet eine ausführliche Diskussion
über die Entwicklung der Bauvorschriften des Germanischen Lloyds
statt, die auf Anregung des Nautischen Vereins an die Gesellschaft herangetragen
wurde. Die Gesellschaft beschließt, eine silberne und eine goldene
Medaille zu stiften. Die silberne kann nur Personen zuerkannt werden,
die sich durch wichtige Forschungsaufgaben auf dem Gebiet des Schiffbaues
oder des Schiffmaschinenbaues verdient gemacht und die Ergebnisse dieser
Arbeiten in der Hauptversammlung der Schiffbautechnischen Gesellschaft
durch hervorragende Vorträge zur allgemeinen Kenntnis gebracht
haben. Die goldene Medaille können nur solche Mitglieder der Schiffbautechnischen
Gesellschaft erhalten, welche sich entweder durch eingehende und selbstlose
Arbeit um die Schiffbautechnische Gesellschaft besonders verdient gemacht
haben oder sich durch wissenschaftliche bzw. praktische Leistungen
auf dem Gebiet des Schiffbaues oder Schiffmaschinenbaues ausgezeichnet
haben. Diese Satzung ist bis heute im Wesentlichen unverändert
gültig. Nur die Genehmigung einer Verleihung durch den Kaiser ist
natürlich entfallen. Ab 1916 nannte man die Medaille ,,Denkmünze''.
Die Gesellschaft beschließt einen eigenen ,,Stipendienfond'' einzurichten
sowie eine gesellschaftseigene Fachbibliothek zu eröffnen. |
|
|
1906Hermann Föttinger erhält aus der Hand des Deutschen Kaisers die erste silberne Medaille der Gesellschaft. Anläßlich der silbernen Hochzeit Kaiser Wilhelms II. läßt die Gesellschaft ein silbernes Modell von 26 kg der Kurbrandenburgischen Fregatte ,,Friedrich Wilhelm zu Pferde'' nach Plänen von Professor Busley anfertigen. |
|
|
1907Ein Antrag aus der Mitgliedschaft auf eine Begrenzung der Sprechzeiten wird abgelehnt, weil man eine Qualitätsminderung befürchtet. In der ,,Institution of Naval Architects'' galt schon seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zwanzig Minuten Sprechzeit und zehn Minuten Diskussion als goldene Regel. Die Sommertagung findet in Mannheim statt, wobei die Gesellschaft ihre Gastgeber der Sommertagung 1903 aus Stockholm eingeladen hat. Die Tagung wird von Prinz Max von Baden eröffnet. Der Nautische Verein fordert die Gesellschaft auf, sich an den Beratungen der Kommission zur ,,Hebung der Lage der Segelschiffahrt'' zu beteiligen. Der Kommission gehören an: Professor Walter Laas von der Technischen Hochschule zu Charlottenburg, Obering. von Bülow, Prokurist des Germanischen Lloyds sowie der Marinemaler Lüder Arenholt aus Kiel. Der Vorstandsrat des Deutschen Museums beschließt ein Vorstandsmitglied der Gesellschaft in den Vorstand des Museums aufzunehmen. Kaiser Wilhelm II. erhält die goldene Medaille der Gesellschaft.
|
||
1908Die Gesellschaft wird Mitglied des ,,Deutschen Schulschiffvereins''. Die Sommertagung findet in Berlin anläßlich der von dem Verein der deutschen Schiffswerften initiierten ,,Deutschen Schiffbau-Ausstellung'' statt. Die Tagung findet unter Anwesenheit des deutschen Kaisers Wilhelm II. und der Kaiserin, des Königs von Schweden Gustav V und des Großherzogs Max von Baden statt. Dr. phil Franz Hochstetter wird Geschäftsführer der Gesellschaft. Die Kommission zur ,,Hebung der Lage der Segelschiffahrt'' berät verschiedene Fragen zur Verbesserung, Typisierung, Takelung und Motorisierung.
|
|
|
1909Die Gesellschaft stiftet dem Deutschen Museum ein Modell der englischen Fregatte ,,Great Harry'' aus dem Jahr 1550. Das Jahrbuch umfast fast 900 Seiten heraus, es enthalt außerordentlich umfangreiche Beiträge der Professoren Stumpf, Föttinger, Gümbel sowie Geheimrat Schwarz und Dr. Gebers. |
|
|
1910Die Fünfzigjahrfeier der ,,Institution of Naval Architects'' muß kurzfristig wegen des Todes von König Edward VII. ausfallen. Die ,,Deutsche Dampfkessel-Normenkommission'' faßt weitgehende Beschlüsse, nicht zuletzt wegen einer Kesselexplosion auf dem Rheindampfer ,,Gutenberg'', bei dem fünf Personen tödlich verletzt werden. Am 14. und 15. März tagen der ,,Deutsche Nautische Verein'' und der ,,Verband Deutscher Seeschiffervereine'', an dem auch die Gesellschaft offiziell teilnimmt. Diese Veranstaltung wird fortan ,,Deutscher Seeschiffahrtstag'' genannt. In Vertretung des Kaisers überreicht der Geheime Oberbaurat P. Hossfeld ein Modell des Linienschiffes ,,Rheinland'', welches als drittes Schiff der ,,Nassau-Klasse'' beim Stettiner Vulcan gebaut worden ist. |
|
|
Home
Über die STG
Geschichte Organisation
-1899 -1910 -1920
-1930 -1940
-1950 -1960
-1970 -1980
-1990 -1999
© STG