1981
Auf der Hauptversammlung in Hamburg wird vom Staatsrat Dr. Schulz
festgestellt:
,,In der Bundesrepublik erleben wir zum ersten Male, daß alle
gesamtwirtschaftlichen Ziele, nämlich
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Stabilität des Preisniveaus
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hoher Beschäftigungsstand
-
stetiges und angemessenes Wachstum der Wirtschaft
gleichzeitig mehr oder weniger verfehlt sind. Große, durch den
Staat erheblich unterstützte Umstrukturierungsmaßnahmen zur
Sicherung eines Schiffbaues, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau,
werden eingeleitet. Man glaubt, durch verstärkte Bemühungen
in Forschung und Entwicklung, besonders auch neuer Produkte wie Offshorebauwerke
und Spezialschiffe, sich Marktnischen erhalten zu können. Auch
glaubt man, daß nach einer Erhöhung der Weltschiffahrt ein
erneuter Neubauboom auf die deutschen Werften zukommen wird.''
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1983
Der langjährige Geschäftsführer der Gesellschaft, H.-J. von
Seebach, setzt sich zur Ruhe. Dipl.-Ing. H. Feilcke wird sein
Nachfolger.
Von Seebach wird Ehrenmitglied. Dr.-Ing. E.h. Heinrich Waas
erhält die goldene Denkmünze der Gesellschaft für seine
verschiedenen Beiträge zur Eistechnik, Schwingungsmeßtechnik
und der Erprobung verschiedener hydrodynamischer Einrichtungen an Bord
von Schiffen der öffentlichen Verwaltungen.
Professor Keil erhält die silberne Denkmünze für seine
Bemühungen um das Kontaktstudium. Die Dokumentationsstelle kann
ihre Kosten nur zu 78% decken. Das Defizit muß die Gesellschaft
tragen. Dieser Tatbestand wird von verschiedenen Mitgliedern kritisch
angemerkt. Der neue Vorsitzende, R. Mau, stellt sich mit einem
Festvortrag über den Menschen und seine technische Umwelt einer
breiten Mitgliedschaft vor.
1984
Professor Harald Keil löst Professor Schuster als Vorsitzenden
des ,,Technisch-Wissenschaftlichen Beirats'' ab. Statt der üblichen
Sommertagung findet in Paris die ,,West European Conference on Marine
Technology ''mit vier deutschen Beiträgen von Weitendorf, Rupp
und Lee, Brix sowie Linde statt. Der Regierende Bürgermeister von
Berlin, Eberhard Diepgen, begrüßt die Mitglieder zur Hauptversammlung
in Berlin. Die Gesellschaft wird Mitglied des International Council
of Maritime Learned Societies (ICMLS), in der 13 Gesellschaften aus
der ganzen Welt zusammengefaßt tätig sein wollen. Die Kostendeckung
der Dokumentationsstelle sinkt weiter auf 65%. Professor Schuster wird
Ehrenmitglied. Professor Gabler erhält die goldene Denkmünze
der Gesellschaft.
1985
Der Vorsitzende, R. Mau, weist in seiner Begrüßungsansprache
auf der Hauptversammlung in Hamburg darauf hin, daß die derzeitigen
Probleme des Schiffbaus in Deutschland auf die Arbeitskosten zurückzuführen
seien. Er äußert hierzu: Disziplin in der Arbeit ist ein
weiterer Faktor, der sehr in die Kostenrechnung eingeht. Auch hier sollten
wir wohl etwas aus dem Vergleich mit unseren Konkurrenten lernen, denn
im allgemeinen wird nicht die Arbeit, sondern die Leistung -- gleich
Arbeit pro Zeit -- bezahlt. Professor Treusch hält den Festvortrag
und stellt folgende Thesen auf:
,,Das Innovationspotential der Physik hat keine absehbaren Grenzen.
Wir wissen noch fast nichts über z.B. Katalyse, Korrosion,
Nichtlineare Dynamik, Polymere, Schmelzen etc. und in den nächsten
10 -- 20 Jahren wird voraussichtlich mehr physikalische Forschung
betrieben als insgesamt bisher.
Beim Übergang von der Wachstumsgesellschaft zur stationären
Informationsgesellschaft muß das quantitative Wachstum durch
qualitatives Wachstum ersetzt werden. Dazu bedarf es bewußter
Wertsetzungen -- auch in der Forschung.
Zur Verwirklichung der These 2 bedarf es des Gesprächs zwischen
Naturwissenschaftler und Politiker, Universität und Industrie;
Grundlagenforscher und Ingenieur; Physik, Medizin und Soziologie;
Wissenschaft und Öffentlichkeit. ''
Der Leiter der Abteilung Seeverkehr im Bundesministerium für Verkehr,
Dr. Hoffmann, erläutert auf der Hauptversammlung die verschiedenen
Maßnahmen der Politik zur Stützung des Schiffbaues und der
Schiffahrt in Deutschland. Dieses sind neben erheblichen finanziellen
Hilfen an die Werften und Reedereien auch steuerliche Entlastungen und
erhebliche Erleichterungen, z.B. in der Schiffsbesetzungsordnung.
Aus dem Nachlaß von Professor Weinblum, der keine Nachkommen hat,
ist eine rechtsfähige Stiftung gegründet worden. Diese Georg
Weinblum-Stiftung fördert neben der jährlichen Weinblum-Gedächtnis-Vorlesung
jährlich einen mit DM 5.000,-- dotierten Preis für die beste
wissenschaftliche Arbeit eines Nachwuchswissenschaftlers auf dem Gebiet
der Schiffstechnik.
1986
Die schwierige Lage des deutschen Schiffbaues spiegelt sich darin wieder,
daß sich zur Hauptversammlung in Berlin nur 450 Teilnehmer melden.
Es wird jährlich ein spezieller ,,Studentensprechtag'' veranstaltet,
der den jungen Schiffstechnikern die Gelegenheit geben soll, über
ihre Arbeiten zu berichten. Es wird die Arbeitsgruppe ,,Lüftung,
Klimatisierung und Kühlung'' des FA Schiffsentwurf und Schiffssicherheit
in einen eigenständigen FA umgewandelt. Damit existieren 15 Fachausschüsse.
Die Sommertagung der Gesellschaft findet zusammen mit der ,,West European
Conference on Marine Technology'' in Lübeck-Travemünde statt.
Professor Grim, der die Ehrendoktorwürde der Rheinisch Westfälischen
Technischen Hochschule Aachen erhalten hat, erhält die goldene
Denkmünze. Den ersten Georg Weinblum Preis erhält Dr.-Ing. Wolfgang
Fricke. Die Interessen der Mitglieder verlagern sich zunehmend zu den
Sprechtagen, deren Besucherzahlen insgesamt an die Zahl der Teilnehmer
der Hauptversammlung heranreichen. Vorteil der Sprechtage ist einerseits,
daß der Aufwand für die Besucher gering ist und andererseits
die Vortragenden aus den Problemen ihrer täglichen Arbeit berichten
können. Auch ist der Besuch von Nichtmitgliedern bei den Sprechtagen
hinsichtlich der Kosten unproblematischer.
1987
Das Jahrbuch erscheint unter Verwendung der modernen Textverarbeitung.
Die Texte werden zweispaltig abgedruckt. Durch die Verwendung unterschiedlicher
Textverarbeitungsprogramme, die z.T. nicht kompatibel sind, entstehen
uneinheitliche Textdarstellungen und erhebliche Umstellungsprobleme.
Die beiden Ehrenmitglieder, Professor llies und Dr. Kulenkampff
versterben. Die Mitgliedschaft nimmt auf 1580 persönliche und 193
kooperative Mitglieder ab. Die Dokumentationsstelle kann nach wie vor
nur 67 % ihrer Kosten durch Einnahmen decken.
1988
Der Vorsitzende der Gesellschaft R. Mau berichtet, daß sich
nunmehr die Verhältnisse im deutschen Schiffbau nicht mehr verschlechtert
haben und Zeichen einer Erholung zu erkennen sind. Die Bemühungen
zu einer engeren Zusammenarbeit der Westeuropäischen Gesellschaften
für Schiffstechnik scheinen wenig erfolgreich zu sein. Der Berliner
Wissenschaftssenator Professor Beitz erinnert auf der Hauptversammlung
daran, daß in Berlin wissenschaftliche Einrichtungen wie das Produktionstechnische
Zentrum von Professor Spur oder die Bundesanstalt für Materialprüfung
wichtige Partner auch für Schiffstechniker sein können. Er
erinnert auch daran, daß Berlin Mitglied der Konferenzen der Norddeutschen
Küstenländer ist und erhebliche maritime Interessen bsitzt.
Die Gesellschaft beschließt, Professor Wendel zum Ehrenmitglied
zu ernennen. Professor Krappinger erhält die silberne Denkmünze.
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1990
Durch die Öffnung und schließlich Beseitigung der Grenze
zur ehemaligen DDR ist nunmehr ein lebhafter Austausch zwischen den
Fachleuten möglich. Im April stellte sich die Gesellschaft mit
ihren Fachausschüssen in der Aula der Sektion Schiffstechnik der
Universität Rostock vor. Die Gesellschaft beschließt nunmehr
verstärkt Sprechtage und sonstige Veranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern
abzuhalten.
Der Gesellschaft treten über 100 neue Mitglieder aus den neuen
Bundesländern bei. Die Neuordnung des alten Kombinats Schiffbau
ist mit dem Abbau von vielen tausend Arbeitsplätzen verbunden,
so daß der Zulauf neuer Mitglieder nicht anhält, sondern
sogar zum Wiederaustritt einzelner führt. Die finanzielle Situation
der Dokumentationsstelle der STG wird zunehmend schlechter. Auf Anregung
des Technisch-Wissenschaftlichen Beirats wird eine bronzene Denkmünze
geschaffen, die ,,... Mitgliedern der Gesellschaft zuerkannt wird, die
durch ausgezeichnete Vorträge zum Tagungsprogramm der Gesellschaft
in besonderer Weise beigetragen haben''. Damit soll besonders jüngeren
Mitgliedern Anerkennung durch die Gesellschaft ermöglicht werden.
Professor Großmann erhält die silberne Denkmünze. Die
Bemühungen, besonders von holländischer Seite, die Gesellschaften
innerhalb der West European Conference on Marine Technology enger zusammenzuführen,
finden von englischer und deutscher Seite wenig Unterstützung.
Deutschland wird am 3. Oktober wiedervereinigt.
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Am 9. November 1989 öffnen sich die Grenzen in Berlin, der
Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands ist vorgezeigt. Am Brandenburger
Tor kommt es zu unvorstellbaren Szenen

Großer Hörsaal der Sektion Schiffstechnik der Universität
Rostock
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