-1999 -1980 -1970 -1960 -1950 -1940 -1930 -1920 -1910 -1899 up
Geschichte der STG
1971-1980

1981

Auf der Hauptversammlung in Hamburg wird vom Staatsrat Dr. Schulz festgestellt:

,,In der Bundesrepublik erleben wir zum ersten Male, daß alle gesamtwirtschaftlichen Ziele, nämlich

  • Stabilität des Preisniveaus

  • hoher Beschäftigungsstand

  • stetiges und angemessenes Wachstum der Wirtschaft

gleichzeitig mehr oder weniger verfehlt sind. Große, durch den Staat erheblich unterstützte Umstrukturierungsmaßnahmen zur Sicherung eines Schiffbaues, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau, werden eingeleitet. Man glaubt, durch verstärkte Bemühungen in Forschung und Entwicklung, besonders auch neuer Produkte wie Offshorebauwerke und Spezialschiffe, sich Marktnischen erhalten zu können. Auch glaubt man, daß nach einer Erhöhung der Weltschiffahrt ein erneuter Neubauboom auf die deutschen Werften zukommen wird.''

 

1982

Anläßlich der Hauptversammlung der Gesellschaft in Berlin begrüßt der Regierende Bürgermeister Dr. R. Freiherr von Weizsäcker die Mitglieder. Die Rezession der Weltschiffahrt macht sich sehr bei der Beschäftigung der Werften bemerkbar. Die Dokumentationsstelle der STG kann leider immer noch nicht kostendeckend arbeiten.



Der regierende Bürgermeister von Berlin, Freih.  von Weizsäcker spricht zur Eröffnung der Hauptversammlung

1983

Der langjährige Geschäftsführer der Gesellschaft, H.-J. von Seebach, setzt sich zur Ruhe. Dipl.-Ing. H. Feilcke wird sein Nachfolger.

Von Seebach wird Ehrenmitglied. Dr.-Ing. E.h.  Heinrich Waas erhält die goldene Denkmünze der Gesellschaft für seine verschiedenen Beiträge zur Eistechnik, Schwingungsmeßtechnik und der Erprobung verschiedener hydrodynamischer Einrichtungen an Bord von Schiffen der öffentlichen Verwaltungen.

Professor Keil erhält die silberne Denkmünze für seine Bemühungen um das Kontaktstudium. Die Dokumentationsstelle kann ihre Kosten nur zu 78% decken. Das Defizit muß die Gesellschaft tragen. Dieser Tatbestand wird von verschiedenen Mitgliedern kritisch angemerkt. Der neue Vorsitzende, R. Mau, stellt sich mit einem Festvortrag über den Menschen und seine technische Umwelt einer breiten Mitgliedschaft vor.

1984

Professor Harald Keil löst Professor Schuster als Vorsitzenden des ,,Technisch-Wissenschaftlichen Beirats'' ab. Statt der üblichen Sommertagung findet in Paris die ,,West European Conference on Marine Technology ''mit vier deutschen Beiträgen von Weitendorf, Rupp und Lee, Brix sowie Linde statt. Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen, begrüßt die Mitglieder zur Hauptversammlung in Berlin. Die Gesellschaft wird Mitglied des International Council of Maritime Learned Societies (ICMLS), in der 13 Gesellschaften aus der ganzen Welt zusammengefaßt tätig sein wollen. Die Kostendeckung der Dokumentationsstelle sinkt weiter auf 65%. Professor Schuster wird Ehrenmitglied. Professor Gabler erhält die goldene Denkmünze der Gesellschaft.

1985

Der Vorsitzende, R. Mau, weist in seiner Begrüßungsansprache auf der Hauptversammlung in Hamburg darauf hin, daß die derzeitigen Probleme des Schiffbaus in Deutschland auf die Arbeitskosten zurückzuführen seien. Er äußert hierzu: Disziplin in der Arbeit ist ein weiterer Faktor, der sehr in die Kostenrechnung eingeht. Auch hier sollten wir wohl etwas aus dem Vergleich mit unseren Konkurrenten lernen, denn im allgemeinen wird nicht die Arbeit, sondern die Leistung -- gleich Arbeit pro Zeit -- bezahlt. Professor Treusch hält den Festvortrag und stellt folgende Thesen auf:

,,Das Innovationspotential der Physik hat keine absehbaren Grenzen. Wir wissen noch fast nichts über z.B. Katalyse, Korrosion, Nichtlineare Dynamik, Polymere, Schmelzen etc. und in den nächsten 10 -- 20 Jahren wird voraussichtlich mehr physikalische Forschung betrieben als insgesamt bisher.

Beim Übergang von der Wachstumsgesellschaft zur stationären Informationsgesellschaft muß das quantitative Wachstum durch qualitatives Wachstum ersetzt werden. Dazu bedarf es bewußter Wertsetzungen -- auch in der Forschung.

Zur Verwirklichung der These 2 bedarf es des Gesprächs zwischen Naturwissenschaftler und Politiker, Universität und Industrie; Grundlagenforscher und Ingenieur; Physik, Medizin und Soziologie; Wissenschaft und Öffentlichkeit. ''

Der Leiter der Abteilung Seeverkehr im Bundesministerium für Verkehr, Dr. Hoffmann, erläutert auf der Hauptversammlung die verschiedenen Maßnahmen der Politik zur Stützung des Schiffbaues und der Schiffahrt in Deutschland. Dieses sind neben erheblichen finanziellen Hilfen an die Werften und Reedereien auch steuerliche Entlastungen und erhebliche Erleichterungen, z.B. in der Schiffsbesetzungsordnung. Aus dem Nachlaß von Professor Weinblum, der keine Nachkommen hat, ist eine rechtsfähige Stiftung gegründet worden. Diese Georg Weinblum-Stiftung fördert neben der jährlichen Weinblum-Gedächtnis-Vorlesung jährlich einen mit DM 5.000,-- dotierten Preis für die beste wissenschaftliche Arbeit eines Nachwuchswissenschaftlers auf dem Gebiet der Schiffstechnik.

1986

Die schwierige Lage des deutschen Schiffbaues spiegelt sich darin wieder, daß sich zur Hauptversammlung in Berlin nur 450 Teilnehmer melden. Es wird jährlich ein spezieller ,,Studentensprechtag'' veranstaltet, der den jungen Schiffstechnikern die Gelegenheit geben soll, über ihre Arbeiten zu berichten. Es wird die Arbeitsgruppe ,,Lüftung, Klimatisierung und Kühlung''  des FA Schiffsentwurf und Schiffssicherheit in einen eigenständigen FA umgewandelt. Damit existieren 15 Fachausschüsse. Die Sommertagung der Gesellschaft findet zusammen mit der ,,West European Conference on Marine Technology'' in Lübeck-Travemünde statt. Professor Grim, der die Ehrendoktorwürde der Rheinisch Westfälischen Technischen Hochschule Aachen erhalten hat, erhält die goldene Denkmünze. Den ersten Georg Weinblum Preis erhält Dr.-Ing. Wolfgang Fricke. Die Interessen der Mitglieder verlagern sich zunehmend zu den Sprechtagen, deren Besucherzahlen insgesamt an die Zahl der Teilnehmer der Hauptversammlung heranreichen. Vorteil der Sprechtage ist einerseits, daß der Aufwand für die Besucher gering ist und andererseits die Vortragenden aus den Problemen ihrer täglichen Arbeit berichten können. Auch ist der Besuch von Nichtmitgliedern bei den Sprechtagen hinsichtlich der Kosten unproblematischer.

1987

Das Jahrbuch erscheint unter Verwendung der modernen Textverarbeitung. Die Texte werden zweispaltig abgedruckt. Durch die Verwendung unterschiedlicher Textverarbeitungsprogramme, die z.T.  nicht kompatibel sind, entstehen uneinheitliche Textdarstellungen und erhebliche Umstellungsprobleme. Die beiden Ehrenmitglieder, Professor llies und Dr. Kulenkampff versterben. Die Mitgliedschaft nimmt auf 1580 persönliche und 193 kooperative Mitglieder ab. Die Dokumentationsstelle kann nach wie vor nur 67 % ihrer Kosten durch Einnahmen decken.

1988

Der Vorsitzende der Gesellschaft R. Mau berichtet, daß sich nunmehr die Verhältnisse im deutschen Schiffbau nicht mehr verschlechtert haben und Zeichen einer Erholung zu erkennen sind. Die Bemühungen zu einer engeren Zusammenarbeit der Westeuropäischen Gesellschaften für Schiffstechnik scheinen wenig erfolgreich zu sein. Der Berliner Wissenschaftssenator Professor Beitz erinnert auf der Hauptversammlung daran, daß in Berlin wissenschaftliche Einrichtungen wie das Produktionstechnische Zentrum von Professor Spur oder die Bundesanstalt für Materialprüfung wichtige Partner auch für Schiffstechniker sein können. Er erinnert auch daran, daß Berlin Mitglied der Konferenzen der Norddeutschen Küstenländer ist und erhebliche maritime Interessen bsitzt. Die Gesellschaft beschließt, Professor Wendel zum Ehrenmitglied zu ernennen. Professor Krappinger erhält die silberne Denkmünze.

 

1989

Die Sommertagung findet in Berlin statt. Den Vorsitz der Gesellschaft übernimmt Professor Keil von R. Mau. Neuer Leiter des TWB wird Professor Lehmann. Es wird aus den Reihen der Mitglieder ein neues Wahlverfahren vorgeschlagen, welches auch die jüngere Generation besser in den Gremien berücksichtigt. Weiterhin wird von U. Ude vorgeschlagen zu prüfen, inwieweit Fachleute aus der DDR wieder in die Arbeit der STG mit einbezogen werden können.

Die nächste Hauptversammlung in Berlin würde wohl die Möglichkeit dazu geben. Die Zusammenarbeit mit den anderen europäischen Gesellschaften ähnlicher Aufgabenstellungen in der ,,West Europen Conference on Marine Technology'' (WEMT) befindet sich in einer kritischen Phase. Der Niedergang der Schiffbauindustrie in Europa sowie die zunehmende Konkurrenz von vielen Spezialkongressen und Symposien lassen die Attraktion der Gesellschaften schrumpfen und eigene Wege gehen.

Die Dokumentationsstelle der Gesellschaft steht wegen ihrer mangelnden Kostendeckung zur Diskussion. Am 9. November öffnet sich die Berliner Mauer. Die Gesellschaft begrüßt einhellig die Entwicklung mit der Hoffnung, daß nunmehr nach fast 45 Jahren die deutsche Wiedervereinigung ermöglicht wird.

 



Professor H. Keil

1990

Durch die Öffnung und schließlich Beseitigung der Grenze zur ehemaligen DDR ist nunmehr ein lebhafter Austausch zwischen den Fachleuten möglich. Im April stellte sich die Gesellschaft mit ihren Fachausschüssen in der Aula der Sektion Schiffstechnik der Universität Rostock vor. Die Gesellschaft beschließt nunmehr verstärkt Sprechtage und sonstige Veranstaltungen in Mecklenburg-Vorpommern abzuhalten.

Der Gesellschaft treten über 100 neue Mitglieder aus den neuen Bundesländern bei. Die Neuordnung des alten Kombinats Schiffbau ist mit dem Abbau von vielen tausend Arbeitsplätzen verbunden, so daß der Zulauf neuer Mitglieder nicht anhält, sondern sogar zum Wiederaustritt einzelner führt. Die finanzielle Situation der Dokumentationsstelle der STG wird zunehmend schlechter. Auf Anregung des Technisch-Wissenschaftlichen Beirats wird eine bronzene Denkmünze geschaffen, die ,,... Mitgliedern der Gesellschaft zuerkannt wird, die durch ausgezeichnete Vorträge zum Tagungsprogramm der Gesellschaft in besonderer Weise beigetragen haben''. Damit soll besonders jüngeren Mitgliedern Anerkennung durch die Gesellschaft ermöglicht werden. Professor Großmann erhält die silberne Denkmünze. Die Bemühungen, besonders von holländischer Seite, die Gesellschaften innerhalb der West European Conference on Marine Technology enger zusammenzuführen, finden von englischer und deutscher Seite wenig Unterstützung. Deutschland wird am 3. Oktober wiedervereinigt.



Am 9. November 1989 öffnen sich die Grenzen in Berlin, der Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands ist vorgezeigt. Am Brandenburger Tor kommt es zu unvorstellbaren Szenen

 

 

 

 


Großer Hörsaal der Sektion Schiffstechnik der Universität Rostock

1991-2000

Home
Über die STG
 Geschichte  Organisation
-1899  -1910  -1920  -1930  -1940  -1950  -1960 -1970  -1980  -1990  -1999

© STG