Benjamin Weisse, Gerold Vetter, GenSys; Prof. Dr. Leander Marquardt, Dr. Heiner Katke, Hochschule Stralsund; Prof. Dr. Hinrich Mohr, GasKraft Engineering; Peter Seedorf, Sascha Spörl, Carl Baguhn Hamburg;
Der internationale Schiffsverkehr verursachte im Jahr 2020 etwa 2–3 % der weltweiten CO₂- Emissionen, was mehr als den jährlichen Emissionen Deutschlands entspricht. Da CO₂ das Hauptverbrennungsprodukt aller kohlenstoffbasierten fossilen Brennstoffe ist und wesentlich zur globalen Erwärmung beiträgt, ist eine drastische Reduktion erforderlich. Neben der Minimierung anderer Schadstoffe und Lärmemissionen liegt der Fokus verstärkt auf der CO₂-Reduktion, insbesondere angesichts zunehmender Extremwetterereignisse. Alle Industrien und auch Einzelpersonen sind gefordert, schnellstmöglich ihren Beitrag zur Emissionssenkung zu leisten. Im BoosterMeth-Projekt wird die Nutzung von MDO-Methanol-Emulsionen als emissionsreduzierenden Treibstoff für die Schifffahrt untersucht. Ziel ist es, ein skalierbares und nachrüstbares Kraftstoffmodul zu entwickeln, das in bestehende Schiffsinfrastrukturen ohne größere Modifikationen integriert werden kann. Damit sollen insbesondere kleine und mittelgroße Reedereien in die Lage versetzt werden, ihre CO₂-Emissionen kurzfristig zu senken und einen Einstieg in die Nutzung von Methanol an Bord umzusetzen. Die Entwicklung des Emulsionsmoduls erfordert Lösungen für eine stabile Vermischung der beiden Kraftstoffe zur Erzielung einer möglichst langanhaltenden Emulsionsstabilität sowie eine zuverlässige Messung des Methanol-Anteils in der Emulsion. Zudem müssen Auswirkungen auf den Motorbetrieb, Emissionen und die sichere Umschaltung zwischen Diesel- und Emulsionsbetrieb untersucht werden. Ein besonderer Fokus liegt auf der Sicherheit bei der Handhabung von Methanol, da es eine niedrige Zündtemperatur, hohe Toxizität und geringe Viskosität aufweist. An der Hochschule Stralsund wurden erfolgreiche Grundlagenuntersuchungen mit 15 % und 30 % Methanol-Anteilen an einem kleinen, schnelllaufenden Einzylinder-Dieselmotor durchgeführt. Aktuell erfolgen Versuche an einem mittelschnelllaufenden Einzylinder-Versuchsmotor FM16/24 an der Hochschule Stralsund, um die Funktionsweise des entwickelten und am Prüfstand installierten Mischmoduls zu prüfen und weiter zu optimieren. Auf Basis der gewonnenen Ergebnisse erfolgt eine Systemoptimierung als Basis für die geplante Pilotinstallation für einen Hilfsdiesel an Bord eines Bulkcarriers. Im Vortrag werden die Entwicklungsarbeiten zum Emulsionsmodul, die Ergebnisse der Moto- renversuche sowie die technische und regulatorische Integration des Emulsionsmoduls an Bord des Bulkcarriers vorgestellt. Das BoosterMeth-Projekt wird durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.