Dr.-Ing Björn Weidemann, Michael Rudius, MTG-Marinetechnik, Hamburg
Der „Kurs Marine 2035+“ ist ein Plan, um neue Technologien und Innovationen in der Marine einzuführen. Dieser Plan stellt hohe Anforderungen an den öffentlichen Auftraggeber und die Marineschiffbau- und -zulieferindustrie.
Der Beitrag beschreibt ein Vorgehensansatz, bestehend aus sieben Kernprozessen und deren Anwendung in der frühen Phase des Beschaffungsprozess von Marineschiffen, und beleuchtet deren fachlich-technischen Randbedingung, Interaktionen und Herausforderungen.
1. Einsatzszenarien und Anwendungsfälle: Diese beschreiben, wie die Marineschiffe sich in verschiedenen Situationen verhalten werden und wie der Nutzer mit ihnen interagieren kann.
2. Operationelle Architekturen und Systemarchitekturen: Architekturen unterstützen die Planung und Umsetzung der Fähigkeiten und deren Überführung in technische Systeme der Marineschiffe.
3. Anforderungsmanagement und -controlling: Dieser Prozess leitet die Anforderungen der Nutzer ab, bewertet und überwacht sie kontinuierlich während des gesamten Projekts auf Realisierbarkeit und veränderte Rahmenbedingungen.
4. Marktrecherche und Technologiebewertung: Es wird untersucht, welche verfügbaren Systeme und Technologien für die Marine anhand der Erfüllung der Anforderungen geeignet sind und welche langfristig entwickelt werden können.
5. Technische Referenzlösungen: Diese Lösungen bewerten die Leistungsfähigkeit, den Nutzen, die Kosten, die Risiken und die Umsetzbarkeit von bestehenden und neuen Technologien.
6. Finanzbedarfsplanung: Die Lebenszykluskosten der Systeme werden geschätzt und kontinuierlich angepasst, um eine transparente und nachvollziehbare Finanzplanung zu gewährleisten.
7. Anforderungsbeschreibung: Hier werden detaillierte Anforderungen mit technischen Lösungsvorschlägen verknüpft, die Grundlage für die Ausschreibung und Projektplanung sind.