Dr. Svenja Schubert, Dr. Malte Riesner, TKMS GmbH, Kiel
Die globale Sicherheitslage hat sich in den letzten Jahren erheblich verschärft. Zusätzlich zu bisherigen Gefahrenszenarien bilden auch unbemannte Über- und vor allem Unterwasserfahrzeuge (Unterwasserdrohnen) eine neue Bedrohungslage. Kleine und leise Unterwasserdrohnen sind nur schwer zu detektieren. Verdeckt durch die Umgebungsgeräusche der Berufsschifffahrt könnten sie unbemerkt Ziele in der Nord- und Ostsee angreifen. Eine erhöhte Präsenz und gut vernetzte Einheiten können diese Bedrohungslage vermindern. Neben vielen weiteren NATO Staaten wird auch Deutschland seine Marinestreitkräfte in den nächsten Jahren erheblich verstärken und als Grundpfeiler der konservativen Verteidigung Europas zum Frieden beitragen. Wesentliche Operationsräume sind der Nordatlantik sowie die Nord- und Ostsee. Eine umfangreiche Krisenprävention erfordert eine erhöhte Präsenz in den Operationsräumen sowie eine umfassende und vor allem kontinuierliche Lagebilderfassung. Das frühzeitige Erkennen von Gefahrensituationen verbessert maßgeblich die Reaktionsgeschwindigkeit und beschleunigt das Einleiten von deeskalierenden Maßnahmen. Für eine gute Seeraumabdeckung sind im Kurs der Marine 2035+ auch unbemannte Unterwasserfahrzeuge vorgesehen. Der Einsatz unbemannter Systeme erweitert das Operationsspektrum und reduziert die Gefährdung von Personal. Unbemannte Fahrzeuge sind zudem in der Regel erheblich Kostengünstiger, sowohl in der Anschaffung als auch im Betrieb. So kann eine hohe Präsenz und eine umfangreiche und kontinuierliche Lagebilderfassung sichergestellt werden. thyssenkrupp Marine Systems hat seine Produktpalette mit intelligenten sowie autonomen Wasserfahrzeugen erweitert und bietet ein vielseitiges Portfolio aus bemannten und unbemannten Wasserfahrzeugen an, deren charakteristischen Eigenschaften sich hervorragend ergänzen. Unbemannte Unterwasserfahrzeuge wurden sowohl für eine selbstständige Sicherung von Seegebieten als auch für kooperative Aufklärungsmissionen in einem Operationsverbund entwickelt. Im Vortrag werden die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des unbemannten und vollständig autonomen Unterwasserfahrzeugs „stargazer“ erörtert und die technischen Features vorstellt. Sowohl die selbstständige Aufklärungsarbeit als auch die kooperierende Operation im Verbund mit weiteren U-Booten und Überwassereinheiten erfordert herausragende Sonar- und Aufklärungssysteme (mit U-Boot-ähnlichen Leistungsmerkmalen). Neben Sensorik, Auswerte- und Steuerungselektronik ist auch eine ausreichende Energieversorgung des unbemannten Unterwasserfahrzeugs relevant. Diese soll einen eigenständigen Transit und einen mehrwöchigen Einsatz innerhalb der Operationsgebietes ermöglichen. Das Unterwasserfahrzeug muss entsprechend ausreichend Bauraum zur Integration der Systeme bereitstellen. Neben dieser systemischen Fahrzeugausstattung sind auch die fahrzeugeigenen Signatureigenschaften für einen verdeckten Betrieb wichtig. Insbesondere ein geringer Eigenschall ist entscheidend, um die Beeinflussung der Sonare zu minimieren und die eigene Position nicht zu verraten. Entsprechend ausgestattete ermöglicht „stargazer“ weitreichende Operationserweiterungen zur Sicherung des Seeraumes und der Küste. In Zusammenarbeit mit Überwasserfahrzeugen können beispielsweise durch bi-statische Sonarverbünde große Bereiche mit weniger Personal- und Mitteleinsatz abgesichert werden. Neben der Überwachung und dem Schutz von Seegebieten können auch Missionen zur verdeckten Aufklärung im Fokus stehen. Ausgestattet mit umfangreicher Kommunikationstechnik, kann „stargazer“ eigenständig Kontakt mit einer Einsatzzentrale an Land oder auf See aufnehmen, sobald wichtige Informationen gemeldet werden müssen.