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1791
Erster Versuch der Gründung einer technisch-wis­sen­schaft­li­chen Ge­sell­schaft in England. Der Buchhändler Sewell gründet ,,The Society for the Improvement of Naval Architecture'', die sich allerdings trotz allgemein anerkannter Erfolge 1799 wieder auflöst.
1857
Auf Anregung von William John Macquorn Rankine erfolgt die Gründung der ,,Institution of Engineers and Shipbuilders in Scotland'' zur Förderung des Fortschritts der Maschinenbauwissenschaft des Clyde-Bezirks.
1860
Gründung der ,,Institution of Naval Architects'' am 16. Januar durch namhafte Vertreter der Royal Navy, der Werften und Einzelpersonen. Erster Sekretär wurde der Chefkonstrukteur der Royal Navy, der spätere Sir E.J. Reed. Anlässlich der Hundertjahrfeier der Institution wurde diese dann 1960 in ,,Royal Institution of Naval Architects'' umbenannt.
1884
Gründung der ,,North-East Coast Institution of Engineers and Shipbuilders'' in Newcastle upon Tyne.
1889
Gründung des ,,Institute of Marine Engineers'' am 12. Oktober in London. Gründung der ,,Association Technique Maritime'' in Paris.
1893

Gründung der ,,Society of Naval Architects and Marine Engineers'' in New York am 28. April. Erste Vollversammlung am 16. November.

1896
Kaiser Wilhelm II., Initiator der STG

Kaiser Wilhelm II., Initiator der STG

Auf Einladung der Handelskammer Ham­burg hält die ,,Institution of Naval Architects'' (INA) in Ham­burg ihre Som­mer­ta­gung ab und besucht auf Einladung des deutschen Kaisers Wilhelm II. Berlin. In Berlin wurde die britische Delegation durch den Rektor der Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin-Char­lot­ten­burg, dem bekannten Baustatiker Prof. Müller-Breslau sowie dem Staatsekretär des Reichsmarineamts Admiral Hollmann, in der Tech­ni­schen Hoch­schule in Gegenwart Kaiser Wilhelms begrüßt. Der Besuch hinterlässt in deutschen Fachkreisen einen derart tiefgreifenden Eindruck, dass im Winter 1896/97 eine Gruppe deutscher Ingenieure des Schiff- und Schiff­ma­schi­nen­baues in Ham­burg zusammen kommt, um die Möglichkeiten, eine ähnliche Ge­sell­schaft zu gründen, zu diskutieren.

1897
Wirklicher Geheimer Ad­mi­ra­li­täts­rat A. Dietrich

Wirklicher Geheimer Ad­mi­ra­li­täts­rat A. Dietrich

Am 31. März erfolgt die Aufforderung zur Gründung eines ,,Verbandes Deutscher Schiff­bau- und Schiff­ma­schi­nen­bau-Ingenieure''. Der dominierenden Interesse der Kaiserlichen Marine folgend und somit auch den Wunsch Kaiser Wilhelms II. erfüllend, bat man den einflussreichen Chefkonstrukteur der Kaiserlichen Marine, den Wirklichen Ge­hei­men Ad­mi­ra­li­täts­rat Alfred Dietrich zu bitten, die aus­schlag­ge­ben­den Kreise Deutschlands für die Idee zu gewinnen und die Einleitung der Gründung zu betreiben, wie es damals hieß.

Gründung der Society of Naval Architects of Japan'' in Tokio.

1899
Geheimer Regierungsrat Prof. Dr.-Ing. E.h.C. Busley

Geheimer Regierungsrat Prof. Dr.-Ing. E.h. C. Busley

Am 23. Mai 1899 erfolgt die Gründung der „Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft'' im Hotel ,,Kaiserhof'' in Berlin. Gründungsvorsitzender wird der Geheime Regierungsrat und Professor Carl Busley.

Die erste Haupt­ver­samm­lung findet in Gegenwart des deutschen Kaisers, der auch die Schirmherrschaft übernimmt, sowie des Erbgroßherzogs Friedrich August von Oldenburg als Ehrenvorsitzenden statt. Es wird beschlossen, in Anlehnung an die Gepflogenheiten der ,,Institution of Naval Architects'' Fachmitglieder, Mitglieder und Eh­ren­mit­glie­der aufzunehmen. Fachmitglieder sollen mindestens 28 Jahre alt und wenigstens 8 Jahre im Schiff- oder Schiff­ma­schi­nen­bau tätig gewesen sein. Mitglied können solche Nichtfachleute werden, die imstande sind, sich mit Fachleuten an Erörterungen zu beteiligen. Eh­ren­mit­glie­der müssen sich um die Ge­sell­schaft hervorragend verdient gemacht haben.

Der wichtigste Satz aus der Satzung legt den Zweck der Ge­sell­schaft fest. Zweck der Ge­sell­schaft ist der Zu­sam­men­schluss von Schiffbauern, Schiffsmaschinenbauern, Reedern, Offizieren der Kriegs- und Handelsmarine und anderen, mit dem Seewesen in Verbindung stehenden Kreisen, um wis­sen­schaft­li­che und praktische Fragen der Schifftechnik zu erörtern.

Hauptgebäude der Kgl. Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin-Char­lot­ten­burg

Hauptgebäude der Kgl. Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin-Char­lot­ten­burg

Friedrich Achelis

Friedrich Achelis

Georg Langer

Georg Langer

Friedrich Middendorf

Friedrich Middendorf

Friedrich August Großherzog von Oldenburg

Friedrich August Großherzog von Oldenburg

Johannes Rudloff

Johannes Rudloff

Gotthard Sachsenberg

Gotthard Sachsenberg

Eduard Woermann

Eduard Woermann

Robert Zimmermann

Robert Zimmermann


Außer Professor Busley werden als stell­ver­tre­ten­der Vor­sit­zen­der der Geheime Ad­mi­ra­li­täts­rat Georg Langer; als Fachbeisitzer der Direktor des Ger­ma­ni­schen Lloyds, Friedrich Middendorf, der Geheime Marinebaurat Johannes Rudloff, der Werft­be­sitz­er Kom­mer­zien­rat Gotthard Sachsenberg, der Werft­di­rek­tor Robert Zimmermann und als Beisitzer der Präsident des Norddeutschen Lloyds Friedrich Achelis und der Reeder Konsul Eduard Woermann er­nannt.

Mit dieser Be­set­zung erreicht man die Berücksichtigung aller maßgeblichen Kreise. Zum ersten Ge­schäfts­füh­rer wird Hugo Seidler, weiland Schiff­bau­in­ge­ni­eur und Lehrer an der staatlichen Schiffbauschule in Ham­burg, berufen. Er blieb in diesem Amt bis 1907. Die erste Haupt­ver­samm­lung findet am 5./6. Dezember 1899 in der Aula der Kgl. Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin-Char­lot­ten­burg statt.

Dankbarkeitsadresse der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft

Dankbarkeitsadresse der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft an seine Majestät den deutschen Kaiser und König von Preußen Wilhelm II durch den Ehrenvorsitzenden Friedrich August Großherzog von Oldenburg Dezember 1899 und dem Geschäftsführenden Vorstand, dem Ge­hei­men Regierungsrat Carl Busley.

1900

Die Ge­sell­schaft hat bereits 680 Mitglieder, damit sind die meisten in Betracht kommenden Personen mit Schiff­bau­in­ter­essen in der Ge­sell­schaft vereint. Die Vor­trags­ge­stal­tung liegt in der Hand des Vorstandes und seiner Beisitzer. Als Vortragende wählt man Persönlichkeiten in gehobenen Stellungen aus, deren Vorträge außerordentlich umfangreiche Übersichten in ansprechender und allgemein verständlicher Weise sind.

Geheimrat Busley referiert als erster vor der Ge­sell­schaft über moderne Unterseeboote.

Prof. Slaby, technischer Berater des Kaisers, spricht über die Anwendung der Funkentelegraphie in der Marine. Der Direktor des Ger­ma­ni­schen Lloyd F. L. Middendorf berichtet über die Steu­er­vor­richtung­en von Seeschiffen und über den Widerstand der Schiffe sowie der Arbeitsleistung für Schiffsmaschinen.

1901
Schnelldampfer Lahn

Schnelldampfer Lahn war der letzte in Schottland gebaute Dampfer des Norddeutschen Lloyd.

Schnelldampfer Deutschland

Schnelldampfer Deutschland der HAPAG.

Erste Som­mer­ta­gung auf Einladung der ,,Institution of Naval Architects'' und der ,,Institution of Engineers and Shipbuilders in Scotland''. Für die Überfahrt der deutschen Teilnehmer stellt die Ham­burg-Amerika Linie ihren Dampfer Deutschland und für die Rückfahrt der Nord­deut­sche Lloyd seinen Dampfer Lahn kostenlos zur Verfügung. Auf Antrag des Schiff­bau­in­ge­ni­eurs und Kon­struk­tions­in­ge­ni­eurs an der Königlichen Tech­ni­schen Hoch­schule zu Char­lot­ten­burg, M.H. Bauer, wird ein Aus­schuss zur Festlegung einheitlicher schiff­bau­tech­ni­scher Bezeichnungen eingerichtet.

Kaiser Wilhelm spricht in der Aula der TH - Berlin-Char­lot­ten­burg

Kaiser Wilhelm spricht in der Aula der TH - Berlin-Char­lot­ten­burg zu den Mitgliedern der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft 1901. Gemälde von Franz Skarbina (Deutsches Museum München).

Der Kaiser besucht die Haupt­ver­samm­lung und beteiligt sich intensiv an der Diskussion des Vortages des Ge­hei­men Ma­ri­ne­bau­rats G. Brinkmann, der über die Entwicklung der Geschützaufstellung an Bord von Linienschiffen berichtet.
Auf dem Podium in hellblauer Uniform, der Großherzog von Oldenburg als Eh­ren­vor­sitz­en­der. Neben ihm links der Vorsitzende der Ge­sell­schaft, Geheimrat Prof. Carl Busley. Weiter links der Präsident des Norddeutschen Lloyd Friedrich Archelis, der technische Direktor des Ger­ma­ni­schen Lloyd Friedrich Middendorf, der Reeder Eduard Woermann sowie der Direktor des Stettiner Vulcans Robert Zimmermann. Auf der rechten Seite erkennt man neben dem Großherzog den stellvertretenden Vor­sit­zen­den der Ge­sell­schaft Geheimer Ad­mi­ra­li­täts­rat Georg Langer, den Chefkonstrukteur der Kaiserlichen Marine Johann Rudloff, sowie den Werft­be­sitz­er Gotthard Sachsenberg und den Ge­schäfts­füh­rer Hugo Seidler. Es wird berichtet, dass der Großherzog wegen einer Erkrankung gar nicht anwesend gewesen ist. Vermutlich hat der Maler das Bild aus Vorlagen angefertigt.

 Dr.-Ing. E. h. Max Oertz

Dr.-Ing. E. h. Max Oertz

Max Oertz trägt über Segelyachten und ihre moderne Ausführung der Ge­sell­schaft in einem umfangreichen Vortrag mit viel Bildmaterial vor. Der Beitrag zählt bis auf den heutigen Tag zu den Klassikern der Yachtliteratur.

Der Höhepunkt des Baues großer Yachten waren die Schoner Germania und Meteor IV und Meteor V, entworfen von Dr.-Ing. E. h. Max Oertz.

1902
Die Som­mer­ta­gung findet in Düsseldorf statt. Sie wird vom deutschen Kronprinzen Friedrich Wilhelm eröffnet. Es wird gemeinsam mit dem Verband der Eisenhüttenleute (VDEh) und dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) eine Schiff­bau-Material-Kommission gebildet, welche auf die Beseitigung der herrschenden Meinungsverschiedenheiten über die Verwendbarkeit des harten und des weichen Schiffbaumaterials hinarbeiten soll. E. Schümann stellt in einem längeren Vortrag die neue Ver­suchs­an­stalt für Wasserbau und Schiff­bau auf der Schleuseninsel in Berlin vor. H. Föttinger berichtet über die Messung der effektiven Maschinenleistung und effektiv Drehmoment.
1903
Dampfer Feldmaschall der Deutschen -Ost- Afrika Linie

Dampfer Feldmaschall der Deutschen -Ost- Afrika Linie im L-Dock der Reiherstieg Werft in Ham­burg.

Die Som­mer­ta­gung findet in Stockholm statt. Die Deutsche Afrika Linie stellt ihren Dampfer Feldmarschall und der Nord­deut­sche Lloyd den Dampfer Seydlitz den Teilnehmern kostenlos zur Verfügung. Zusammen mit anderen Vereinigungen wird eine Eingabe an das Kgl. Preußische Ministerium für Un­ter­richts- und Medicinal-Angelegenheiten gerichtet, eine allgemeine öffentliche technische Bibliothek zu schaffen, die geeignet ist, den allg. Gewerbefleiß zu fördern. Zusammen mit dem Verband Deutscher Elektrotechniker (VDE) wird ein Aus­schuss zur Aufstellung von ,,Normalien zur Verwendung von Elektrizität auf Schiffen'' eingerichtet.

1904

Gründung eines Ausschusses zur ,,Überwachung elektrischer Anlagen auf Schiffen'', zusammen mit dem VDI und VDE. Beratungen mit dem VDI über polizeiliche Vor­schrif­ten für Dampfkesselanlagen, da es wiederholt zu schweren Kesselexplosionen gekommen ist. Es wird ein ,,Schiffs­kes­sel­aus­schuss'' zusammen mit dem Ger­ma­ni­schen Lloyd, Werften und Reedereien, sowie. eine Kommission zur Schaffung einheitlicher, schiff­bau­tech­ni­scher Bezeichnungen, eingesetzt. Als wesentliches Ergebnis der Schiff­bau­ma­te­ri­al­kom­mis­sion wird die Empfehlung ausgesprochen, dass die Vor­schrif­ten für die Abnahme des Materials zum Kriegsschiffbau der Kaiserlichen Marine und die Vor­schrif­ten des Ger­ma­ni­schen Lloyd getrennt voneinander bestehen bleiben sollen. Der Kaiser besucht die Haupt­ver­samm­lung der STG in der Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin Char­lot­ten­burg H. Föttinger stellt seine Erfindung eines Torsionsindikators der Ge­sell­schaft vor.

 Föttingers Torsionsindikator

Föttingers Torsionsindikator

Der Großherzog Friedrich Franz von Mecklenburg wird Eh­ren­mit­glied der Ge­sell­schaft. Die geplante Sommerreise zur Weltausstellung in St. Louis USA fällt wegen zu geringer Beteiligung aus.

1905
Hauptgebäude der Tech­ni­schen Hoch­schule Danzig, erbaut 1904 im Stil der Backstein-Renaissance

Hauptgebäude der Tech­ni­schen Hoch­schule Danzig, erbaut 1904 im Stil der Backstein-Renaissance

Ansteckplakette für Neumitglieder des Jahres 1905

Ansteckplakette für Neumitglieder des Jahres 1905

Die Som­mer­ta­gung findet 1905, aus Anlass der 1904 erfolgten Gründung der Königlichen Tech­ni­schen Hoch­schule Danzig, in Danzig statt. Im Rahmen der Tagung findet eine Besichtigung der Schichau-Werke in Elbing mit einem ausführlichen Vortrag über ihre Entwicklung statt. Im Rahmen der Facharbeit findet eine ausführliche Diskussion über die Entwicklung der Bauvorschriften des Ger­ma­ni­schen Lloyds statt, die auf Anregung des Nautischen Vereins an die Ge­sell­schaft herangetragen wurde. Die Ge­sell­schaft beschließt, eine silberne und eine goldene Medaille zu stiften. Die silberne kann nur Personen zuerkannt werden, die sich durch wichtige Forschungsaufgaben auf dem Gebiet des Schiffbaues oder des Schiff­ma­schi­nen­baues verdient gemacht und die Ergebnisse dieser Arbeiten in der Haupt­ver­samm­lung der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft durch hervorragende Vorträge zur allgemeinen Kenntnis gebracht haben. Die goldene Medaille können nur solche Mitglieder der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft er­hal­ten, welche sich entweder durch eingehende und selbstlose Arbeit um die Schiff­bau­tech­ni­sche Ge­sell­schaft be­son­ders verdient gemacht haben oder sich durch wis­sen­schaft­li­che bzw. praktische Leistungen auf dem Gebiet des Schiffbaues oder Schiff­ma­schi­nen­baues aus­ge­zeich­net haben. Diese Satzung ist bis heute im Wesentlichen unverändert gültig. Nur die Genehmigung einer Verleihung durch den Kaiser ist natürlich entfallen. Ab 1916 nannte man die Medaille ,,Denkmünze''. Die Ge­sell­schaft beschließt einen eigenen ,,Stipendienfond'' einzurichten sowie eine gesellschaftseigene Fachbibliothek zu eröffnen. Prof. Laas berichtet über eine Stereophotogrammetrischen Un­ter­su­chun­gen von Meereswellen an Bord des Fünf-Mast- Vollschiffes Preussen. Es handelt sich um den ersten Versuch die Unregelmäßigkeit der Meereswellen zu messen.

1906
Erste an H. Föttinger verliehene silberne Denkmünze

Erste an H. Föttinger verliehene Silberne Denkmünze

Urkunde der Verleihung der Silbernen Denkmünze der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft an Herrmann Föttinger

Urkunde der Verleihung der Silbernen Denkmünze der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft an Herrmann Föttinger

Hermann Föttinger erhält anlässlich der Haupt­ver­samm­lung in der Tech­ni­schen Hoch­schule Char­lot­ten­burg aus der Hand des Deutschen Kaisers die erste Silberne Medaille der Ge­sell­schaft.

Anlässlich der silbernen Hochzeit Kaiser Wilhelms II. lässt die Ge­sell­schaft ein silbernes Modell von 26 kg der Kur­bran­den­bur­gi­schen Fregatte Friedrich Wilhelm zu Pferde nach Plänen von Professor Busley anfertigen.

Prof. Walter Laas hält einen umfangreichen Vortrag zur Entwicklung und Zukunft der großen Segelschiffe.

 Modell der Fregatte Friedrich Wilhelm zu Pferde

Modell der Fregatte Friedrich Wilhelm zu Pferde, im Besitz des Deutschen Museums

1907

Ein Antrag aus der Mit­glied­schaft auf eine Begrenzung der Sprechzeiten wird abgelehnt, weil man eine Qualitätsminderung befürchtet. In der ,,Institution of Naval Architects'' galt schon seit den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts zwanzig Minuten Sprechzeit und zehn Minuten Diskussion als goldene Regel. Die Som­mer­ta­gung findet in Mannheim statt, wobei die Ge­sell­schaft ihre Gastgeber der Som­mer­ta­gung 1903 aus Stockholm eingeladen hat. Die Tagung wird von Prinz Max von Baden eröffnet. Der Nautische Verein fordert die Ge­sell­schaft auf, sich an den Beratungen der Kommission zur ,,Hebung der Lage der Segelschiffahrt'' zu beteiligen. Der Kommission gehören an: Professor Walter Laas von der Tech­ni­schen Hoch­schule zu Char­lot­ten­burg, Obering. von Bülow, Prokurist des Ger­ma­ni­schen Lloyds sowie der Marinemaler Lüder Arenholt aus Kiel. Der Vorstandsrat des Deutschen Museums beschließt ein Vorstandsmitglied der Ge­sell­schaft in den Vorstand des Museums aufzunehmen. Kaiser Wilhelm II. erhält die goldene Medaille der Ge­sell­schaft.

1908
Amtlicher Führer für die Deutschen Schiff­bau-Ausstellung 1908 in Berlin

Amtlicher Führer für die Deutschen Schiff­bau-Ausstellung 1908 in Berlin


Die Ge­sell­schaft wird Mitglied des ,,Deutschen Schulschiffvereins''. Die Som­mer­ta­gung findet in Berlin anlässlich der von dem Verein der deutschen Schiffswerften initiierten ,,Deutschen Schiff­bau-Ausstellung'' statt.

Die Tagung findet unter Anwesenheit des deutschen Kaisers Wilhelm II. und der Kaiserin, des Königs von Schweden Gustav V und des Großherzogs Max von Baden statt. Dr. phil. Franz Hochstetter wird Ge­schäfts­füh­rer der Ge­sell­schaft. Die Kommission zur ,,Hebung der Lage der Segelschiffahrt'' berät verschiedene Fragen zur Verbesserung, Typisierung, Takelung und Motorisierung.

1909
Modell der englischen Fregatte ,,Great Harry'' gestiftet dem Deutschen Museum

Modell der englischen Fregatte Great Harry gestiftet dem Deutschen Museum

Die Ge­sell­schaft stiftet dem Deutschen Museum ein Modell der englischen Fregatte Great Harry aus dem Jahr 1550. Das Jahrbuch umfasst fast 900 Seiten heraus, es enthalt außerordentlich umfangreiche Beiträge der Professoren Stumpf, Föttinger, Gümbel sowie Geheimrat Schwarz und Dr. Gebers.

1910
Modell des Linienschiffes Rheinland im Deutschen Museum

Modell des Linienschiffes Rheinland im Deutschen Museum

Die Fünfzigjahrfeier der ,,Institution of Naval Architects'' muss kurzfristig wegen des Todes von König Edward VII. ausfallen. Die ,,Deutsche Dampfkessel-Nor­men­kom­mis­sion'' fasst weitgehende Beschlüsse, nicht zuletzt wegen einer Kesselexplosion auf dem Rheindampfer Gutenberg, bei dem fünf Personen tödlich verletzt werden. Am 14. und 15. März tagen der ,,Deutsche Nautische Verein'' und der ,,Verband Deutscher Seeschiffervereine'', an dem auch die Ge­sell­schaft offiziell teilnimmt. Diese Veranstaltung wird fortan ,,Deutscher Seeschifffahrtstag'' genannt. In Vertretung des Kaisers überreicht der Geheime Oberbaurat P. Hossfeld ein Modell des Linienschiffes Rheinland, welches als drittes Schiff der Nassau-Klasse beim Stettiner Vulcan gebaut worden ist.

500 PS-Versuchstransformator I an Bord des Versuchsschiffes Föttinger-Transformator

500 PS-Versuchstransformator I an Bord des Versuchsschiffes Föttinger-Transformator

Föttinger stellt eine neue Lösung des Turbinenproblems durch den hydrodynamischen Transformator, der bis heute in unterschiedlichster Art in der Technik noch Verwendung findet, vor.

1911
Zur 50. Jahrfeier der Institution of Naval Architects von der STG gestifteter ,,Token of Esteem''

Zur 50. Jahrfeier der Institution of Naval Architects von der STG gestifteter ,,Token of Esteem''

Glanzvolle Fünfzigjahrfeier der ,,Institution of Naval Architects'', zu der der Deutsche Kaiser ein Glückwunschtelegramm als langjähriges Eh­ren­mit­glied schickt. Eine größere Delegation der Ge­sell­schaft besucht die Feier in London, auf der Professor Busley eine Bronzestatue als ,,Token of Esteem'' überreicht.

In der Dankrede führt der Geheime Oberbaurat Hermann Hüllmann u. a. aus: ,,Wir vergessen nicht, dass in Wirklichkeit England auch unser Lehrmeister gewesen ist ... ''. Die Ge­sell­schaft wirkt aktiv an den Arbeiten des '' Deutschen Ausschusses für Technisches Schulwesen'' mit. Ziel dieses Ausschusses ist es, das Interesse für die Technik in breiten Bevölkerungsschichten zu wecken.

1912
Frahmsche Schlingertanks

Schnars-Alquist malte für Herrmann Frahm einen Dampfer auf hoher See mit eingeschalteten Frahmschen Schlingertanks im Hintergrund und einen Dampfer ohne solche Tanks in Funktion im Vordergrund.

Die Som­mer­ta­gung wird nach längerer Pause in Kiel abgehalten. Unter Leitung des Inspekteurs des Torpedowesens Kon­ter­ad­mi­ral Lans können die Ta­gungs­teil­neh­mer an Tor­pe­do­boots­ma­nö­vern teilnehmen. Herrmann Frahm präsentiert der Ge­sell­schaft einen neuartigen Schlin­ger­däm­pfungs­tank zur Abdämpfung von Schiffsrollbewegungen und ihre erfolgreiche Anwendung in der Praxis. Der spätere Prof. F. Horn liefert eine Theorie der Frahmschen Schlingertanks.

Ansteckplakette der STG für Neumitglieder des Jahres 1912

Ansteckplakette der STG für Neumitglieder des Jahres 1912

Kaiser Wilhelm besucht die Haupt­ver­samm­lung und beteiligt sich an der Diskussion. Rudolf Diesel berichtet auf Wunsch von Geheimrat Busley erstmalig ausführlich über die Entstehung des Dieselmotors. Diesels Ausführungen werden kritisch diskutiert.

Rudolf Diesel

Rudolf Diesel

Patent von Rudolf Diesel

Rudolf Diesels erstes Patent

1913
Glasfenster zu Ehren von Lord Kelvin in der Westminster-Abtei

Glasfenster zu Ehren von Lord Kelvin in der Westminster-Abtei

Die Ge­sell­schaft beteiligt sich an den zum Gedächtnis von Lord Kelvin (William Thomson) in der Westminster-Abtei in London von verschiedenen englischen und amerikanischen technischen Ge­sell­schaf­ten gestifteten Glasfenstern.

Anlässlich des 25jährigen Re­gie­rungs­ju­bi­lä­ums des Deutschen Kaisers Wilhelm II. wird von der Ge­sell­schaft, gemeinsam mit dem Kaiserlichen Yachtclub und anderen Ein­rich­tun­gen eine Jubiläumsstiftung errichtet. Professor Busley erhält die Goldene Denkmünze der Ge­sell­schaft.

Geheimrat Prof. Dr.-Ing. E.h. Carl Busley erhält die goldene Denkmünze der Ge­sell­schaft.

1914
Ferdinand Graf von Zeppelin

Ferdinand Graf von Zeppelin

Dipl.-Ing. Claude Dornier Dipl.-Ing. Claude Dornier

Dipl.-Ing. Claude Dornier Dipl.-Ing. Claude Dornier


Die Som­mer­ta­gung findet in Stuttgart und Friedrichshafen unter Beteiligung des Königs von Württemberg. Grafen von Zeppelin und der später berühmte Flugzeugkonstrukteurs Prof. Claude Dornier halten einen Vortrag über den Bau von Zeppelin-Luftschiffen. Letzterer beschreibt in einem besonderen Beitrag die Kenntnisse zur Leistung, Bewertung und Entwicklungsmöglichkeiten starrer Luft­schif­fe insbesondere Zeppelinscher Bauart. Durch Be­sich­ti­gun­gen und Rundflügen mit dem Luftschiff Viktoria Luise wird auf die Luftschiffahrt in eindrucksvoller Weise hingewiesen.

Prof. Richard Baumann, bekannt geworden in der Metallographie mit dem Schwe­fel­nach­weis im Stahl durch den sog. Baumann-Abdruck, liefert anlässlich der Som­mer­ta­gung in Stuttgart einen Beitrag zum Ver­hal­ten von Einsatzmaterialien, d. h. gehärteten Eisenwerkstoffen.

Paul Knorr, Oberlehrer der königlichen Schiff­bau und Maschinenbauschule in Kiel hält einen umfangreichen Vortrag Fischdampfer und Hochseefischerei. Der Vortrag beschreibt sehr genau den Stand der Technik nicht nur in Deutschland, sondern auch in England, Frankreich und Holland.

Prof. Dr.-Ing. Ludwig Gümbel

Prof. Dr.-Ing. Ludwig Gümbel

Prof. Dr.-Ing. Ludwig Gümbel erhält die silberne Medaille.

Im Dezember 1914 beschließt die ,,Institution of Naval Architects'', die Mit­glied­schaf­ten derjenigen Mitglieder aus Nationen, mit denen England im Kriege liegt, ruhen zu lassen. Dieser Beschluss richtet sich nicht gegen die einzelnen Personen, sondern soll verhindern, dass technisch-wis­sen­schaft­li­che Informationen via private Mit­glied­schaf­ten an die gegnerische Seite gelangen können.

1915

Die Ge­sell­schaft beschließt, sich in gleicher Weise wie die ,,Institution of Naval Architects'' im Jahre 1914 zu verhalten. Im Gegensatz zur englischen Institution nimmt die Ge­sell­schaft diesen Beschluss aber nicht in die Satzung auf. Zahlreiche Mitglieder zeigen ihre Verbundenheit mit der Ge­sell­schaft durch Stiftung von größeren Geldbeträgen, damit diese sog. Kriegsanleihen zeichnen kann. Weiterhin unterstützt die Ge­sell­schaft materiell Hinterbliebene von gefallenen Ma­ri­ne­an­ge­hö­ri­gen.

Prof. Carl Pagel, technischer Direktor des Ger­ma­ni­schen Lloyd, hält einen Vortrag über die Schottvorschriften des internationalen Vertrages zum Schutz des menschlichen Lebens auf See (1914). Die darin definierte zulässige Raumlänge als das Ergebnis aus der Flutbaren Länge, korrigiert durch die Flutbarkeit (Permeabilität) und den Abteilungsfaktor, der abweichende Schiffsformen und Verwendungszweck (Passagierschiff oder kombinierte Fracht und Passagierschiffe) berücksichtigt. Damit folgt man international weitestgehend den vom Ger­ma­ni­schen Lloyd im Auftrag der Seeberufsgenossenschaft erarbeiteten nationalen Schottvorschriften.
Karl Schaffran referiert über die damals neuartigen Wasserflugzeuge und deren hydrodynamischen Probleme beim Landen und Starten.

Die Ge­sell­schaft beschließt die Verleihung der Goldenen Denkmünze an den Ge­hei­men Oberbaurat und Abteilungschef im Reichsmarineamt, Dr.-Ing. E.h. Rudolf Veith.

1916
Dr.-Ing. E.h. Rudolf Veith

Wirklicher Geheimer Oberbaurat Dr.-Ing. E.h. Rudolf Veith

Aus Anlass des 70. Geburtstages des Wirklichen Ge­hei­men Oberbaurats und Abteilungschefs im Reichsmarineamt, Dr.-Ing. E.h. Rudolf Veith werden diesem von Privatpersonen und Firmen ,,gewisse Beträge zur Verfügung gestellt mit der Maßgabe, dass ihm mit der Widmung dieser Summen an die Schiff­bau­tech­ni­sche Ge­sell­schaft eine Ehrung hat erwiesen werden sollen''. Es handelt sich zunächst um 217.000 Mark, die Stiftung wuchs bis zum Tode Veiths 1917 auf den Betrag von 300.000 Mark. Veith zog die Einzelbeträge zu einem einheitlichen Kapital zusammen, welches unter dem Namen ,,Veith-Stiftung'' als Sondervermögen der Ge­sell­schaft verwaltet wird. In der Satzung der Stiftung heißt es u.a. ,,Aus den jährlichen Zinsen der Veith-Stiftung sollen Schiff­bau- und Schiffsmaschinenbau-Studierende deutscher Technischer Hochschulen unterstützt werden'' ... ,,Zur Unterstützung berechtigt sind: in erster Linie Söhne von Mitgliedern der STG, die als Kriegsteilnehmer gefallen oder später gestorben sind, sodann die Söhne aller anderen Mitglieder der STG, die ein geringeres Einkommen besitzen, endlich, die Söhne von Werkmeistern und Arbeitern der deutschen Werften''.

Dr. phil. Gustav Bauer

Dr. phil. Gustav Bauer

Dr. phil. Gustav Bauer erhält die silberne Denkmünze. Bauer Vortrag über Wär­me­tech­ni­sche Be­trach­tun­gen über die Wirtschaftlichkeit der Schiffsantriebe.

Es wird der ,,Deutsche Verband Technisch-Wis­sen­schaft­li­cher Vereine'' gegründet. Gründer sind die Schiff­bau­tech­ni­sche Ge­sell­schaft, der Verein Deutscher Ingenieure, Verband Deutscher Elektrotechniker, der Verband Deutscher Chemiker und der Verband Deutscher Architekten- und In­ge­ni­eur-Vereine mit zusammen 60.000 Mitgliedern. Erster Vor­sit­zen­der wird Professor Busley, der sofort mehrere Ausschüsse einrichtet, so den ,,Aus­schuss für technische Studien'', der über den Ausbau des volkswirtschaftlichen Un­ter­richts und die Zulassung von Ingenieuren in den öffentlichen Dienst beraten soll. Weiterhin wird der ,,Aus­schuss für Energiebesteuerung'' gegründet, der die Fragen der Kohleverwertung und Be­steu­e­rung behandeln soll.

1917

Man beschäftigt sich auch schon mit der Frage des gesetzlichen Schutzes der Berufsbezeichnung ,,In­ge­ni­eur'', zumal in Österreich ein solcher gesetzlicher Schutz beschlossen wird. Auf Wunsch des Reichskanzlers legt man ein entsprechendes Gutachten vor, welches für Absolventen Technischer Hochschulen den Titel Dipl.-Ing. und für solche von höheren Maschinenbauschulen den Titel ,,In­ge­ni­eur'' vorsehen. Personen, die zwar an Tech­ni­schen Hochschulen studiert, aber keinen Abschluss er­hal­ten konnten oder solche Personen, die im Besitz ausreichender Allgemeinbildung langjährig und mit besonderen Leistungen gearbeitet haben, sollen ebenfalls das Recht erlangen, den Titel ,,In­ge­ni­eur'' zu führen.

Das Deutsche Reich kann sich zu einer allgemeinen gesetzlichen Regelung nicht entschließen, obwohl gerade staatliche Ein­rich­tun­gen, z.B. das Reichsmarineamt den Marineingenieur, das Reichs­wirt­schafts­amt, den Titel Schiffs-In­ge­ni­eur oder das Reichsministerium für öffentliche Angelegenheiten den Titel Eisenbahn-In­ge­ni­eur eingeführt hatten.

Marinebaurat Otto Berghoff
Marinebaurat Otto Berghoff

Der Marinebaurat Otto Berghoff, der sich durch eine Reihe von Patenten vor dem Krieg einen Namen gemacht hatte, dann bereits 1905 aus der Marine ausgeschieden, aber im Kriege wieder reaktiviert worden war, spendet 50.000 M Kriegsanleihen als Grundsstock einer ,,Berghoff-Stiftung''. In der Satzung dieser Stiftung heißt es u. a.: ,,Zweck der Stiftung ist die Förderung von Erfindungen und Forschungen auf den Gebieten, welche die Schiff­bau­tech­ni­sche Ge­sell­schaft bearbeitet, vorzugsweise aber auf denen der Kriegsmarine. ... Erfinder und Forscher, welche durch Beihilfe der Berghoff-Stiftung geldliche Vorteile erzielen, mögen sich verpflichtet fühlen, auch ihrerseits zur Erhöhung der Stiftung beizutragen''.

Dr.-Ing. Friedrich Moll hält einen ausführlichen Vortrag über die Entwicklung des Schiffsankers und die Grundlagen der Konstruktion moderner Anker. Prof. Lienau von der Königlichen Tech­ni­schen Hoch­schule Danzig spricht über Schiff­bau als Kunst, wobei er sich auf die äußere und innere Gestaltung von Schnelldampfern konzentriert.

In dem Vortrag von Prof. Lienau wird über den vierten Schornstein der Olympic/Titanic, der nur eine Attrappe war, diskutiert und eine Alternative mit drei Schornsteinen vorgeschlagen, der allerdings heftig widersprochen wird.

Olympic/Titanic
1918

Unter aktiver Mitwirkung der Ge­sell­schaft richtet der Deutsche Verband Technisch-Wis­sen­schaft­li­cher Vereine ein Gesuch an den preußischen Minister des Inneren, bei der Neugestaltung des ,,Preußischen Herrenhauses'' ein gewisses Prä­sen­ta­tions­recht zu er­hal­ten. Die Ge­sell­schaft berät ausführlich die Wei­ter­ent­wick­lung der Hochschulausbildung.

Die Auswirkungen des Krieges finden nur geringen Niederschlag in der Arbeit der Ge­sell­schaft. Lediglich die alljährlich im November stattfindende Haupt­ver­samm­lung in Berlin für das Geschäftsjahr 1918 wird wegen der Novemberunruhen erst im März 1919 abgehalten. Daher konnten die Vorträge, die für das Jahr 1918 vorgesehen waren erst im März 1919 gehalten werden. Geheimrat Busley hält auf der Haupt­ver­samm­lung einen ausführlichen Vortrag über die Schiffe des Altertums und Friedrich Achenbach stellt grundlegende Be­trach­tun­gen zum Eisenbetonschiffbau an.

Der Großherzog von Oldenburg erklärt, in Folge seiner Abdankung den Ehrenvorsitz der Ge­sell­schaft nicht mehr wahrnehmen zu können. Die Ge­sell­schaft beschließt, den Großherzog zu überreden, dennoch weiter als Eh­ren­vor­sitz­en­der zu verbleiben. Diesem Wunsch folgt der Großherzog, zumal auch Kaiser Wilhelm II. Schirmherr der Ge­sell­schaft bleibt.

Die Ge­sell­schaft beteiligt sich an einer Reihe von übergreifenden Ausschüssen, so dem ,,Normenausschuss der Deutschen Industrie'', sowie dem ,,Aus­schuss für wirtschaftliche Fertigung''. Auf Veranlassung dieses Ausschusses findet unter Teilnahme des Reichskommissars für Fischversorgung eine Versammlung von Vertretern von Fischereifahrzeugwerften mit dem Ziel statt, durch Typisierung und Normung die Herstellung von Fischereifahrzeugen und Geräten zu verbilligen. Die Wünsche der beteiligten Werften gehen aber noch weiter bis hin zu einem engeren Zu­sam­men­schluss zwecks besserer Wahrung ihrer wirtschaftlichen Interessen. Gewichtigste, die gesamte Industrie betreffende Frage ist indes, wie man die Kriegswirtschaft in die kommende Friedenswirtschaft überführen kann, ohne die vorhandene In­dus­trie­sub­stanz zu gefährden. Hieraus leitet sich die Gründung des ,,Ausschusses für wirtschaftliche Fertigung'' ab.

1919

Die Ge­sell­schaft beteiligt sich auch weiterhin aktiv an der Arbeit verschiedener übergeordneter Ausschüsse wie des ,,Deutschen Verbandes Technisch-Wis­sen­schaft­li­cher Vereine'', dem Aus­schuss zur ,,Beratung technisch-statistischer Fragen''; des Ausschusses zur ,,Förderung des technischen Bü­che­rei­we­sens'', da es in Deutschland immer noch keine speziellen Tech­ni­schen Büchereien gibt. Weiterhin entsteht der Aus­schuss zur ,,Verbesserung der naturwissenschaftlichen Un­ter­richts'' sowie des Ausschusses zur ,,Ver­ein­heit­li­chung des deutschen Verkehrswesens''. Der Aus­schuss für ,,wirtschaftliche Fertigung'' beschäftigt sich intensiv mit allen Fragen zur Beseitigung der Kriegsfolgen. Seine umfangreichen Arbeitsergebnisse veröffentlicht der Aus­schuss in regelmäßigen Mitteilungen in der VDI-Zeitung ,,Der Betrieb''. Nachdem die Ge­sell­schaft ähnliche Gesuche wiederholt abgelehnt hat, stimmt diese nunmehr dem Vorschlag Dr. Foersters zu, der dem Verlag von Julius Springer gehörende Zeitschrift ,,Werft und Reederei'' den Zusatz ,,Organ der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft'' zu gestatten. Auf Vorschlag von fünf Herren der Ge­sell­schaft wendet sich die Ge­sell­schaft offiziell an die Deutsche Na­ti­onal­ver­samm­lung mit der Bitte, die höheren technischen Beamten den juristisch gebildeten Ver­wal­tungs­be­am­ten gleichzustellen, sowie an die Spitze technischer Abteilungen Ingenieure zu stellen. Hintergrund ist, dass man nach Auflösung des Reichs­ma­ri­ne­am­tes die Ma­ri­ne­bau­be­am­ten und höheren Ma­ri­ne­of­fi­zie­re zwar in die nunmehr gegründete ,,Ad­mi­ra­li­tät'' überführt hatte, diese aber den juristischen Ver­wal­tungs­be­am­ten besoldungs- und Stellen mäßig nachgestellt hatte. Dieses vom Vor­sit­zen­den der Ge­sell­schaft, Geheimrat Busley, unterzeichnete Gesuch wird am 22. November an die Na­ti­onal­ver­samm­lung gerichtet und schon am 18. Dezember durch diese positiv beschieden.

In Fortsetzung seines Vortrages auf der Haupt­ver­samm­lung im März wird der Beitrag von Busley, Schiffe des Mittelalters und der neueren Zeit, im Jahrbuch abgedruckt.

W. Hahnemann berichtet über den Stand der Unterwasserschalltechnik.

Kon­ter­ad­mi­ral Adolf von Trotha

Kon­ter­ad­mi­ral Adolf von Trotha wurde 1919 Chef der Ad­mi­ra­li­tät der Reichsmarine

1920

Unter Führung des Preußischen Staatsministers Dr. Schmidt erfolgt der Zu­sam­men­schluss der deutschen Wis­sen­schaft zu der ,,Notgemeinschaft der deutschen Wis­sen­schaft'', der Vor­läu­fer­or­ga­ni­sa­tion der heutigen ,,Deutschen For­schungs-Gemeinschaft''. Im Interesse technisch-organisatorischer Arbeiten und Gemeinschaftsarbeiten hat der Vorstand des ,,Deutschen Verbandes Technisch-Wis­sen­schaft­li­cher Vereine'' beim Zu­stan­de­kom­men des ,,Kartells für freie Berufe'' mitgewirkt. Die ,,Deutsche Dampfkessel-Normen-Kommission'' tagt nach siebenjähriger Pause, um eine neue Verordnung für ,,Schiffdampfkessel'' zu beraten. Die sehr detaillierten Vor­schrif­ten über das Material und den Bau von Schiffsdampfkesseln werden unter Mitarbeit des Ger­ma­ni­schen Lloyds erlassen.

Um die durch die Inflation hervorgerufene desolate wirtschaftliche Lage der STG zu mildern, bittet der ,,Verein der Deutschen Schiffswerften'' seine Mitglieder, drei RM je Beschäftigten an die STG zu überweisen.
Darüber hinaus stiften u. a. die großen Reedereien je 5.000 RM, so dass insgesamt ein Betrag von 395.000 RM zur Deckung der Fehlbeträge aus vorangegangenen Jahren zusammenkommt. Dr.-Ing. Karl Schaffran erhält die Silberne Denkmünze.

Dr.-Ing. Weitbrecht berichtet über den Schiffswiderstand auf beschränkter Wassertiefe.

1921

Die Auswirkungen des verlorenen Krieges auf das Leben in der Ge­sell­schaft sind in mehrfacher Richtung zu spüren. Der große Einfluss der Kaiserlichen Marine wird nur noch durch private Einzelpersönlichkeiten sichtbar.

Die Umstellung der Werften auf eine Friedenswirtschaft und die politischen Veränderungen in Danzig und Ostpreußen mit der Gründung eines polnischen Staates sind so starke Faktoren, dass die technisch-wis­sen­schaft­li­che Arbeit innerhalb der Ge­sell­schaft sowie die Anzahl der Mitglieder sich deutlich verringert.

Es findet unter Beteiligung namhafter Persönlichkeiten der Ge­sell­schaft eine umfangreiche Beratung über neue Vor­schrif­ten für Schiffsdampfkessel statt.

Dabei sind be­son­ders die Bemühungen, diese mit englischen und französischen Vor­schrif­ten abzustimmen, be­mer­kens­wert. Seitens der Geschäftsführung des ,,Deutschen Verbandes der technisch-wis­sen­schaft­li­chen Vereine'', in dem die Schiff­bau­tech­ni­sche Ge­sell­schaft eine einflussreiche Rolle spielt, wird geäußert, dass in der ,,Ehrendoktorfrage'' an technischen Hochschulen irgendwie Remedur geschaffen werden müsse, um dieser höchsten akademischen Auszeichnung infolge einer übergroßen Anzahl von Ehrenpromotionen nicht einen Teil ihres Wertes zu nehmen.

Der ,,Deutsche Schulschiffverein'' muss seine beiden Schulschiffe, Großherzog Friedrich August und Prinz Eitel Friedrich an die Siegermächte abtreten. Dem Verein verbleibt nur noch das Schulschiff Großherzogin Elisabeth, welches nach gründlicher Überholung in Dienst gestellt wird. Später baute man sich dann das Schulschiff Deutschland, dies liegt heute in Bremen. Der ,,Deutsche Seeschiffahrtstag'' nimmt eine Entschließung an, die schwarz-weiß-rote Flagge beizubehalten. Mangels Mittel muß der Aus­schuss für ,,Systematik des Schiffbaues'' ruhen.

Schulschiff Großherzog Friedrich August

Das Schulschiff Großherzog Friedrich August fuhr später viele Jahre als Staatsraad Lehmkuhl unter norwegischer Flagge

Schulschiff Prinz Eitel Friedrich

Das Schulschiff Prinz Eitel Friedrich fuhr später viele Jahre als Dar Pomorza unter polnischer Flagge und liegt heute als Museumsschiff in Gdingen

Schulschiff Deutschland

Das Schulschiff Deutschland

1922

Auf Antrag des Ma­ri­ne­bau­rats K. Schulthes wird der sog. Fach­aus­schuss gegründet. Zweck des Fachausschusses ist u. a. ,,... die Herbeischaffung möglichst erstrebenswerter Vorträge für die Haupt­ver­samm­lung''. Mitglied des Fachausschusses sind als Vertreter der Schiffs­ma­schi­nen­bau­in­ge­ni­eu­re Dr. G. Bauer, Vulcan-Werk Ham­burg; Geheimer Oberbaurat R. Müller von der Marineleitung und Vertreter des Vorstandes der Ge­sell­schaft; W. Süchting, Blohm & Voss; Professor W. Laas von der Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin; Professor H. Föttinger von der Tech­ni­schen Hoch­schule Danzig und Professor H. Dieckhoff von der Woermann-Linie.

Die in dem Aus­schuss erarbeiteten Bestimmungen für die Abhaltung von Vorträgen lauten:

Die Abhaltung eines Vortrages vor der STG ist als eine ehrenvolle Aufgabe zum Zwecke der Förderung der deutschen Schiffbautechnik zu betrachten'' und weiter,,... auf wissenschaftlicher Basis beruhende Kritik des Stoffes darf nicht zu vermissen sein''. Die Dauer der Vorträge soll 45 Minuten nicht überschreiten, das Lichtbildmaterial muss ,,vorzüglich'' sein. Zu den anschließenden Diskussionen wird in den Bestimmungen vermerkt: ,,Das Zu­stan­de­kom­men einer lebhaften, sich in streng sachlichen Grenzen bewegenden Erörterungen wird als sehr erstrebenswert betrachtet. Vorstand und Fach­aus­schuss der Ge­sell­schaft nehmen gern Vorschläge für die Ermittlung von Rednern zu den Erörterungen entgegen.

Durch die Inflation ist das Vermögen der Veith- und Berghoff-Stiftung aufgezehrt. Dazu wird festgestellt, dass diese Stiftungen praktisch aufgehört haben zu bestehen. Auch in diesem Jahr zahlen zwei Deutsche Werften einen Sonderbeitrag von 125.000 Mark, um die Fehlbeträge auszugleichen. Das für 1923 vorgesehene Jahrbuch war mit 3.600.000 Mark bei einer Auflage von 2000 Stück veranschlagt, tatsächlich kostete es schließlich 16.000.000 M.

Unter Leitung des Dezernenten für die Tech­ni­schen Hochschulen im Preußischen Ministerium für Wis­sen­schaft, Kunst und Volksbildung, Professor Heinrich Anmund, ehemals Professor an der TH Danzig und Berlin, wird in Preußen eine Hoch­schul­re­form begonnen. Wesentliche Änderung ist die Einführung von Fakultäten und damit Auflösung der Abteilung IV ,,Schiff­bau und Schiffsmaschinenbau'' an der TH Berlin-Char­lot­ten­burg. Diese Reformbemühungen werden von den Studenten aufs heftigste abgelehnt. Der ,,Deutsche Aus­schuss für technisches Schulwesen'', in dem die Schiff­bau­tech­ni­sche Ge­sell­schaft aktiv mitarbeitet, bemüht sich sehr um Verbesserung der Lehrqualität, sieht allerdings dieses mehr in der Qualität der Lehrpersonen als in einer organisatorischen Reform. In der Tat bildet ein Mangel an theoretischem Lehrstoff schon seit langem Anlass zur Klage aus der Praxis. Die Ge­sell­schaft beauftragt die Professoren Laas und Romberg und den Marine-Oberbaurat Schultz, sich der Fragen der Hoch­schul­re­form anzunehmen.

Anlässlich des Rückkaufes des Schnelldampfers Cap Polonia der Ham­burg-Südamerikanischen Dampfschifffahrts-Ge­sell­schaft (HSDG) beschließt die Reederei den Umbau des Schiffes von Kohlen- auf Ölbetrieb. Paul Müller berichtet daher der Ge­sell­schaft über die Ölfeuerungsanlagen auf den Dampfern der HSDG.

1923
Prof. Dr.-Ing. E.h. J. Rudloff

Wirkliche Geheime Oberbaurat Prof. Dr.-Ing. E.h. J. Rudloff

Der Wirkliche Geheime Oberbaurat Prof. Dr.-Ing. E.h. J. Rudloff wird Eh­ren­mit­glied der Ge­sell­schaft. Die wirtschaftliche Lage der Ge­sell­schaft hat sich derart verschlechtert, dass im Oktober des Jahres das Personal der Geschäftsstelle entlassen werden muss.

Die Direktion der Vulcan-Werke in Ham­burg überweist das Autorenhonorar ihres Direktors, Dr. Bauer, für das Buch ,,Der Schiff­ma­schi­nen­bau'' in Höhe von 65 Dollar Goldschatzanweisung, womit die Ge­sell­schaft das Jahr 1923 schuldenfrei abschließen kann.

1924
Prinz Heinrich von Preußen

Prinz Heinrich von Preußen

Die Ge­sell­schaft begeht ihr 25-jähriges Bestehen in Anwesenheit seiner königlichen Hoheit, des Prinzen Heinrich von Preußen, in Vertretung seines Bruders, des letzten deutschen Kaisers, in der Aula der Tech­ni­schen Hoch­schule Char­lot­ten­burg.

Professor Laas, als Rektor der Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin-Char­lot­ten­burg, ehrt den Vor­sit­zen­den der Ge­sell­schaft durch die Verleihung der Ehrenbürgerschaft und Professor Pagel und den Werft­be­sitz­er Berninghaus durch die Verleihung der Ehrendoktorwürde.

Professor Busley hält den Festvortrag mit einem Abriss der Tätigkeit der Ge­sell­schaft in den letzten 25 Jahren. In 25 Haupt­ver­samm­lun­gen und 10 Som­mer­ta­gun­gen wurden insgesamt 205 Vorträge gehalten. Hinzu kommen noch 38 Beiträge. Er führte u. a. aus:

Der schnelle und glänzende Aufstieg der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft bleibt in erster Reihe ein Verdienst unseres allerhöchsten Schirmherrn und unseres hohen Ehrenvorsitzenden... aber selbst diese fürstliche Gunst hätte keine dauernden Erfolge für unsere Ge­sell­schaft zeitigen können, wenn sich die Vorträge nicht auf einer achtungsgebietenden Höhe gehalten hätten. Erst die nicht hoch genug einzuschätzende Preisgabe wertvoller praktischer Erfahrungen und kostspieliger Versuchs- und Betriebsergebnisse unserer großen Werften und weltbekannten Reedereien drückten den Vorträgen ihr überragendes Gepräge auf. Sie machten auch die ihnen folgenden Erörterungen so bedeutungsvoll, dass unsere Jahrbücher mit denen unserer fremdländischen Schwestergesellschaften mindestens auf gleicher Stufe stehen.

Nichts spricht lauter für ihren Wert als die Tatsache, dass schon seit längerer Zeit mehrere Jahrgänge vergriffen sind, trotzdem alljährlich Hunderte von Exemplaren mehr gedruckt wurden, als unsere Mitgliederzahl erforderlich machte, und obgleich für diese der doppelte Preis gezahlt werden musste. Unseren Werften und Reedereien, sowie allen Rednern in unseren Versammlungen, die ausnahmslos unsere Bestrebungen zu fördern suchten, sei unser wärmster Dank ausgesprochen.

Solange uneigennützige und selbstlose Mitglieder in begeisterter Hingabe an ihrem Beruf bereit sind, für die Ausarbeitung wichtiger Fachvorträge große persönliche Opfer an Arbeitskraft und Zeit zu bringen, solange wird sich die Schiff­bau­tech­ni­sche Ge­sell­schaft auf ihrer Höhe halten, denn in unserem engen Kreise gilt wie im weiten Weltgetriebe das wahre Wort: Nur Männer machen die Geschichte !''

Dr.-Ing. E. h. mult. Hermann Frahm

Dr.-Ing. E. h. mult. Hermann Frahm

Der Geschäftsbericht des Jahres 1923 der Ge­sell­schaft weist eine Bilanz von über 258 Billionen Mark aus. Der technische Direktor der Werft von Blohm & Voss, Hermann Frahm, erhält die goldene Denkmünze der Ge­sell­schaft. Frahm hält vor der Ge­sell­schaft einen Vortrag über Zahnradgetriebe für Turbinen- und Motorschiffe der Werft Blohm & Voss.

Philipp Heineken, Präsident des Norddeutschen Lloyds und Victor Nawatski, Aufsichtsratsvorsitzender und ehemaliger Generaldirektor des Bremer Vulkans, werden Eh­ren­mit­glie­der.

Philipp Heineken

Philipp Heineken, Präsident des Norddeutschen Lloyds

Victor Nawatski
Victor Nawatski, Aufsichtsratsvorsitzender und ehemaliger Generaldirektor des Bremer Vulkans
Segelfrachtschiff Buckau mit Flettner Rotoren

Segelfrachtschiff Buckau mit Flettner Rotoren

Anton Flettner hält einen Vortrag über die Anwendung der Erkenntnisse der Aerodynamik zum Windantrieb von Schiffen.

1925

Der Fach­aus­schuss der Ge­sell­schaft tagt erstmalig in Ham­burg im Haus des Stettiner Vulcan -Werkes Ham­burg. Es wird eine Erweiterung des Ausschusses durch die Möglichkeit der Kooptierung erörtert. Der Fach­aus­schuss beschließt, sog. Sprech­a­ben­de zu veranstalten.

Der ,,Deutsche Schulschiffverein'' feiert sein 25jähriges Jubiläum. Die Bilanz der Ge­sell­schaft des Jahres 1925 zeigt einen Betrag von 34 200 M, wobei die Ge­sell­schafts­tä­tig­keit umfangreicher als im Vorjahr gewesen ist. Dr.-Ing. E.h. Dr. phil. Gustav Bauer, Direktor der Stettiner Vulcan- Werke Ham­burg, erhält die ,,goldene Denkmünze'' der Ge­sell­schaft.

Dr.-Ing. Georg Schnadel trägt über die Spannungsverteilung in den flanschen dünnwandiger Kastenträger. Schnadel konnte erstmalig zeigen, dass man mit Hilfe der Elastizitätstheorie auch komplexe Spannungszustände im Schiffsverband sehr genau beschreiben kann. Die Arbeit kennzeichnet den Beginn der analytischen Strukturanalyse im Schiff­bau.

1926

Erster Sprechabend des Fachausschusses am 4. Mai in den Räumen der Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin-Char­lot­ten­burg. Auf der zweiten Sitzung des Fachausschusses im Oktober in Ham­burg wird lebhaft über verschiedene aktuelle Themen diskutiert. Besonders die Erfolge Dr. Dahlmanns und Dr. Siemanns auf dem Gebiet der Bord­mes­sun­gen führen zu dem Beschluss, dass Professor Lienau von der Tech­ni­schen Hoch­schule Danzig eine Denkschrift über den Stand und die Ziele der Forschungen verfassen möge.

Nach der Überwindung der Inflation kann der ,,Deutsche Verband Technisch-wissenschaftlicher Vereine'' wieder aktiv werden. Auch der ,,Deutsche Dampfkessel-Aus­schuss'' berät Ergänzungen der Bauvorschriften für Schiffsdampfkessel.

1927

Durch Vermittlung des Ministerialdirektors im Reichswehrministerium und stellv. Vor­sit­zen­den der Ge­sell­schaft, Paul Presze, stellt die Marineleitung der Ge­sell­schaft 10.000 M zur Verfügung, um sowohl Bord­mes­sun­gen durch Dr. Siemann als auch Laborversuche von Professor Lienau zu finanzieren. Damit beteiligt sich die Ge­sell­schaft aktiv an der Forschungsförderung. Die Sprech­a­ben­de werden eine stehende und erfolgreiche Einrichtung. Die Referate werden nicht im Jahrbuch, sondern in der Zeitschrift ,,Werft, Reederei und Hafen'' veröffentlicht. In den Sitzungen des Fachausschusses werden Ergebnisse der Forschergruppe auf dem Gebiet der Schiffsfestigkeit besprochen.

Rotorschiff Barbara

Rotorschiff Barbara

Geheimer Marinebaurat Tjard Schwarz

Geheimer Marinebaurat Tjard Schwarz

Der besondere Reiz, an den Ver­an­stal­tun­gen des Fachausschusses teilzunehmen, besteht darin, dass bei erfolgreicher Präsentation von For­schungs­er­geb­nis­sen die Bewilligung von För­der­mit­teln seitens der Ge­sell­schaft in Aussicht gestellt werden kann. Der Deutsche Schulschiffsverein lässt bei der Werft von Joh. C. Tecklenborg in Geestemünde ein neues Schulschiff mit dem Namen Schulschiff Deutschland bauen. Es wird auf dem Deutschen Seeschifffahrtstag von der erfolgreichen Erprobung des von der Marineleitung in Auftrag gegebenen Rotorschiffs Barbara berichtet. Die Ge­sell­schaft arbeitet bei der Wei­ter­ent­wick­lung der sog. RAL, dem Reichsausschuss für Lieferbedingungen, aktiv mit. Der ehemalige Geheime Marinebaurat Tjard Schwarz erhält die Silberne Denkmünze der Ge­sell­schaft.

1928

Der Vorsitzende der Ge­sell­schaft, Prof. Busley, verstirbt im Februar an Bord des Dampfers Fulda des Norddeutschen Lloyds auf der Fahrt im Roten Meer. Prof. Busley hat neben dem Vorsitz der Ge­sell­schaft leitende Funktionen auch beim ,,Deutschen Segler Verband'', dem ,,Deutschen Au­to­mo­bil­club'', dem ,,Deutschen Motoryacht Verband'', dem ,,Deutschen See-Verein'', und dem ,,Deutschen Schulschiffverein'' innegehabt. Ihm ist das Aufblühen aller dieser Vereinigungen maßgeblich zu verdanken, zumal er über beste Beziehungen zur Werftindustrie (Schichau, Sachsenburg) und der Kaiserlichen Marine sowie zum Hof selbst verfügte.

Busley ist aber nicht allein Funktionär gewesen. Er hat neben seinem Hauptwerk ,,Die Schiffsmaschine'' eine größere Anzahl wissenschaftlicher Publikationen veröffentlicht sowie umfangreiche historische Aufsätze verfasst. Er kann als der Enzyklopädist der deutschen Schiffstechnik am Anfang des 20. Jahrhunderts gelten. Die in der Ge­sell­schaft veranstaltete Gedächtnisfeier und würdigt damit die Lebensleistung eines ungewöhnlichen In­ge­ni­eurs.

Professor Walter Laas

Professor Walter Laas

Der neue Vorsitzende der Ge­sell­schaft, Professor Laas, schloss die Gedächtnisfeier mit den Worten:

,, ... Erhoben von der Erinnerung an die großen Zeiten der Vergangenheit, durchglüht von dem Sehnen nach neuem Aufstieg, wollen wir -- und das gilt ganz be­son­ders für die Jüngeren unter uns -- mit ganzer Kraft daran arbeiten, dass Deutschland wieder zu Ansehen und Macht gelangt.''

Die Tätigkeit des Fachausschusses gestaltet sich außerordentlich fruchtbar. Außer den Berichten zu verschiedenen Bord­mes­sun­gen durch Dr.-Ing. Siemann und Dr. Dahlmann sowie den Laborversuchen von Prof. Lienau, werden be­son­ders Fragen der Festigkeit der geschweißten Konstruktionen von Seiten der Reichsmarine zur Kenntnis genommen und intensiv diskutiert. Dr. Kempf berichtet über den Entwurf eines großen Versuchstanks in der Hamburgischen Schiff­bau­ver­suchs­an­stalt für Festigkeitsuntersuchungen. Erstmalig beteiligt sich auch der neu berufene Prof. Schnadel an den Beratungen des Fachausschusses. Im Rahmen der von Prof. Lienau in seiner Festigkeitsdenkschrift vorgeschlagenen Un­ter­su­chun­gen, wird eine gewisse Aufgabenaufteilung zwischen den Fachleuten in Danzig, Berlin, Ham­burg und der Marineleitung vereinbart.

Dr.-Ing. Rudolf Wagner

Dr.-Ing. Rudolf Wagner

Dr.-Ing. Rudolf Wagner, Direktor der Wagner Hochdruck Dampfturbinen AG, erhält die silberne Denkmünze der Ge­sell­schaft. Ge­schäfts­füh­rer der Ge­sell­schaft wird Dr.-Ing. Hans Mohr.

1929
Der Artus-Hof in Danzig
Der Artus-Hof in Danzig
Innenansicht des Artus-Hofs

Innenansicht des Artus-Hofs mit den verschiedenen so genannten Banken

Aus Anlass der 25-Jahrfeier der Gründung der Tech­ni­schen Hoch­schule Danzig findet die Som­mer­ta­gung der Ge­sell­schaft in Danzig statt. Der Begrüßungsabend findet im historischen Artus Hof statt, während die eigentlichen Vorträge in der Tech­ni­schen Hoch­schule gehalten werden.

Durch die schwierige Lage Danzigs als Völkerbundsmandat und größtenteils gemischt deutsch-polnisch besetzten öffentlichen Ämtern wie der Post und den Hafenbehörden, wird dem Besuch der deutsch geführten Hoch­schule aus dem Reich eine besondere Bedeutung zur Stärkung des Deutschtums in Danzig beigemessen.

Prof. Dr.-Ing. Moritz Weber Berlin referiert über das allgemeine Ähnlichkeitsprinzip der Physik und sein Zusammenhang mit der Dimensionslehre und der Mo­del­wis­sen­schaft. Dieser Vortrag ist von grundsätzlicher Bedeutung für das Schiffsmodelversuchswesen bis heute.

Der Fach­aus­schuss unterstützt Dr.-Ing. von den Steinen bei seinen Un­ter­su­chun­gen über den Einfluss von Wasser an Deck auf die Stabilität von Schiffen. Hierfür steht das Schiffbaulaboratorium der Staats­lehr­an­stal­ten Ham­burg zur Verfügung. Die Veith- und die Berghoff-Stiftung können wieder durch Mittelzufluss tätig werden. Es wird beschlossen, in Zukunft kooperative Mitglieder aufzunehmen.

1930
Friedrich August Großherzog von Oldenburg

Friedrich August Großherzog von Oldenburg


Der Großherzog Friedrich August legt wegen seines hohen Alters sein Amt als Eh­ren­vor­sitz­en­der der Ge­sell­schaft nieder. Die Ge­sell­schaft ernennt ihn daraufhin zum Eh­ren­mit­glied. Der Großherzog verstirbt im gleichen Jahr. Prof. Laas, der nach dem Tod von Prof. Busley den Vorsitz übernommen hatte, bittet von einer weiteren Bestellung abzusehen.

Geheimer Regierungsrat Professor Dr.-Ing. E.h. Johann Schütte

Geheimer Regierungsrat Professor Dr.-Ing. E.h. Johann Schütte

Es wird daher der Geheime Regierungsrat Prof. Dr.-Ing. E.h. Johann Schütte zum neuen Vor­sit­zen­den der Ge­sell­schaft gewählt.

Zwischen der Ge­sell­schaft und der ,,Ge­sell­schaft der Freunde und Förderer der Hamburgischen Schiff­bau-Ver­suchs­an­stalt'' wird eine freundschaftliche Zu­sam­men­ar­beit vereinbart.

Dr.-Ing. Günther Kempf, Direktor der Hamburgischen Schiffsbauversuchsanstalt, erhält die silberne Denkmünze der Ge­sell­schaft.

Dr.-Ing. Günther Kempf

Dr.-Ing. Günther Kempf

1931

Der Reichspräsident Paul von Hindenburg erhält die Ehrenmitgliedschaft.

Ernennungsurkunde des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg
Ernennungsurkunde des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg

Durch den Vor­sit­zen­den der Ge­sell­schaft, Prof. Schütte, der selbst weitreichende Interessen in der Luftfahrt besitzt, kommt es zu engen Verbindungen zu der Wis­sen­schaft­li­chen Ge­sell­schaft für Luftfahrt, der Prof. Schütte ebenfalls vor steht. Besonders Fragen des Leichtbaues und der Festigkeit führen zu engen Kontakten beider Ge­sell­schaf­ten. Prof. Schütte hält eine aufrührende Begrüßungsrede zur Haupt­ver­samm­lung. Er beklagt die Arbeitslosigkeit, be­son­ders unter den jungen Studenten. Er sagt u. a. ,,Mit Abbau, Arbeitsentlassungen, Betriebsstilllegungen und Anziehen der Steuerschraube ist noch niemals, solange diese Welt besteht, ein Staat saniert worden''.

Seine hochpolitische Rede, die sich be­son­ders mit den Folgen des Versailler Vertrages auseinandersetzt, gipfelt in einer Liste von zehn Forderungen an die Politik. Schütte hat mit dieser Rede zweifellos die Mitglieder positiv angesprochen. Die Ge­sell­schaft hat damit aber erstmalig gesellschaftspolitisch öffentlich Stellung bezogen. Auf Antrag des Vor­sit­zen­den des Fachausschusses, Ministerialrat Presze, hat der Vorstand beschlossen, den Fach­aus­schuss in seiner bisherigen Form nicht weiter bestehen zu lassen, sondern in Zukunft durch einzelne Fach­aus­schüs­se, in denen die jeweiligen Fachvertreter sitzen, zu ersetzen.

Als erste wird die Arbeitsgruppe ,,Festigkeit'' des alten Fachausschusses aufgelöst und ein neuer ,,Fach­aus­schuss für Fes­tig­keits­fra­gen'' ins Leben gerufen, wobei dieser paritätisch von Mitgliedern der STG und der ,,Wis­sen­schaft­li­chen Ge­sell­schaft für Luftfahrt'' besetzt wird. Weitere Fach­aus­schüs­se sind in Vorbereitung.

Die Sprech­a­ben­de entwickeln sich langsam zu Sprechtagen, wobei Be­sich­ti­gun­gen und Vorträge veranstaltet werden. Zur Förderung des Nachwuchses werden Preisausschreiben von der Ge­sell­schaft veranstaltet. Die Ge­sell­schaft übernimmt selbst die Herausgabe des Jahrbuches. Als Kommissionsverlag werden die Deutschen Verlagswerke Strauß, Vetter & Co. Berlin, unter Vertrag genommen. Hintergrund ist ein Prozess, den der Springer-Verlag gegen die Ge­sell­schaft führt und dass er den Vertrag mit der Ge­sell­schaft gekündigt hat.

1932
Marine-Ehrenmal in Laboe
Marine-Ehrenmal, gebaut 1929/36 an der Kieler Förde in Laboe
Marinebaurat Carl Schultes
Marinebaurat Carl Schultes
1933
Dr.-Ing. E. h. Emil Goos
Dr.-Ing. E. h. Emil Goos
1934
Reichspräsident Paul von Hindenburg
Reichspräsident Paul von Hindenburg
Geheimer Baurat Dr.-Ing. E.h. Imanuel Lauster
Geheimer Baurat Dr.-Ing. E.h. Imanuel Lauster
1935
Das Wikingerschiff der Ansteckplakette der STG ziert nunmehr das Hakenkreuz
Das Wikingerschiff der Ansteckplakette der STG ziert nunmehr das Hakenkreuz
Geheimer Oberbaurat Dr.-Ing. E.h. Hans Bürckner
Geheimer Oberbaurat Dr.-Ing. E.h. Hans Bürckner
1936
Prof. Dr.-Ing. Georg Schnadel
Prof. Dr.-Ing. Georg Schnadel
1937

Die Reichsgemeinschaft der Technisch-Wis­sen­schaft­li­chen Arbeit (RTA), der die Ge­sell­schaft angeschlossen ist, wird aufgelöst und in den Nationalsozialistischen Bund Deutscher Technik (NSBDT) eingegliedert. Dr.-Ing. Fritz Todt führte dazu u. a. aus: ,, ... Der NSBDT hat die Aufgabe, die Ingenieure nach Weisungen der Partei zusammenzuhalten ... ''. Der Gauamtsleiter von Berlin, Dr.-Ing. Kaspar, ergänzt dieses mit der Bemerkung: ,, ... Sie er­hal­ten nunmehr ihre techno-politischen Richtlinien und das Ziel ihrer Entwicklung unmittelbar durch die NSDAP und damit vom Führer''.

Kaiser Wilhelm II. legt am 4. Mai 1937 mit einem Brief an Geheimrat Schütte die Schirmherrschaft der Ge­sell­schaft nieder. Er schrieb u. a.: Die Förderung des deutschen Schiffbaus mit den zahlreichen ihm verbundenen Zweigen von Wis­sen­schaft und Technik und mit seinen großen sozialen Möglichkeiten hat Mir seit Anbeginn meiner Regierung und vor allem während meiner 37 jährigen Schirmherrschaft über die Schiff­bau­tech­ni­sche Ge­sell­schaft in guten und in bösen Tagen immer am Herzen gelegen. Geheimrat Schütte betont daher, das es eine Ehrenpflicht der STG ist, ihrem langjährigen früheren Schirmherr an dieser Stelle ihren aufrichtigen Dank auszusprechen, denn ohne ihn (den Kaiser) wäre die STG nicht in so kurzer Zeit zu einem so wertvollen Instrument des Deutschen Schiffbaus geworden.

Der Vorsitzende, Professor Schütte, nimmt am Reichsparteitag der Arbeit teil. Die Som­mer­ta­gung findet im Rahmen einer Donaufahrt in Österreich statt. Die Satzung wird den neuen Gegebenheiten angepasst.

1938
Großadmiral Dr. h.c. Erich Raeder
Großadmiral Dr. h.c. Erich Raeder, Schirmherr der Ge­sell­schaft
1939
Prof. Dr.-Ing. Fritz Horn
Prof. Dr.-Ing. Fritz Horn
1940

Die Haupt­ver­samm­lung findet für das Jahr 1940 erst im Februar 1941 statt. Eine der Ursachen hierfür ist, dass die Vorträge erst durch die behördlichen Stellen, d.h. die Partei, genehmigt werden müssen. Kriegswichtige Arbeiten lassen einer Reihe von Vortragenden nicht die Zeit, ihre Beiträge vorzubereiten. Dagegen können die Fach­aus­schüs­se intensiv arbeiten und auch die Abhaltung der Sprech­a­ben­de wird nicht nur ermöglicht, sondern auch erfolgreich durchgeführt. Die Geschäftsstelle benötigt viel Zeit und Mühe mit einer Mitgliederkartei, die auch die Mit­glied­schaf­ten zum NSBDT regelt. Die Überwachung der Mitglieder der Ge­sell­schaft durch Parteiorgane wird perfektioniert. Der Vizeadmiral Adolf von Trotha verstirbt und wird unter Anteilnahme der Ge­sell­schaft beerdigt.

Der NS Bund Deutscher Technik empfiehlt dringend in die Satzung der Ge­sell­schaft einen Passus aufzunehmen, der sicherstellt, dass im Falle der Auflösung der Ge­sell­schaft das Vermögen gemeinnützigen und mildtätigen Zwecken zugeführt wird. Die Arbeitsgruppen ,,Schiffsdampfmaschinen'', ,,Schiffs­elek­tro­tech­nik'' und ,,Schiffshilfsmaschinen'' werden selbständige Fach­aus­schüs­se.

1941

Wie im Jahr 1940 hat der NS Bund Deutscher Technik seinen Mitgliedervereinen auferlegt, auf Ver­an­stal­tun­gen wie zu Friedenszeiten zu verzichten. Sprech­a­ben­de werden dagegen weiter abgehalten, so in Kiel, Stettin, Danzig, Elbing, Ham­burg und Berlin. Der NS Bund Deutscher Technik wünscht eine Änderung der Eingliederung der Ge­sell­schaft in der Fachgruppe ,,Bauwesen''.

Es wird ein neuer Fachverband,, Schiff­fahrts­tech­nik’’ als Teil der Fachgruppe ,,Mechanische Technik'', in dem auch der VDI sich befindet, gegründet. Der Fach­aus­schuss ,,Flussschiffbau und Jachtbau'' wird in Fach­aus­schuss ,,Küsten- und Flussschiffbau'' umbenannt.

1942

Das Oberkommando der Kriegsmarine betraut die Ge­sell­schaft mit kriegswichtigen Forschungsaufgaben. Die Zu­sam­men­setzung des bearbeitenden Ausschusses sowie die Mitglieder werden nicht bekannt gemacht. Der Reichsminister Dr.-Ing. Fritz Todt, zuständig auch für den NS Bund Deutscher Technik, verunglückt tödlich.

Professor Schnadel stellt fest: ,,Die Zu­sam­men­ar­beit zwischen Gauleitung Ham­burg und der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft ist be­son­ders intensiv und hat stets gute Früchte getragen.'' Trotz der schwierigen Lage im Krieg können eine größere Anzahl von Sprechabenden und Fach­aus­schuss­sit­zun­gen durchgeführt werden. Prof. Dr.-Ing. Hermann Föttinger erhält die goldene Denkmünze der Ge­sell­schaft. Die Geschäftsstelle der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft wird durch Luftangriffe total zerstört. Dabei gehen alle Unterlagen, so auch das in Vorbereitung befindliche Jahrbuch 1943, verloren.

1943
Ministerialdirigent Dipl.-Ing. Fritz Bröking
Ministerialdirigent Dipl.-Ing. Fritz Bröking
1944
Theodor Hitzler
Theodor Hitzler
1945

Professor Schnadel, Rektor der Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin, ruft die Vertreter des VDI, VDE und Mitglieder der STG mit der Absicht zusammen, die Arbeiten dieser Ge­sell­schaf­ten wieder aufzunehmen. Der kommunistische ,,Freie Deutsche Gewerkschaftsbund'' errichtet eine ,,Kammer der Technik'', in der alle früheren technisch-wis­sen­schaft­li­chen Vereine aufgehen sollen, was schon die Machthaber des Dritten Reiches mit der Gründung des ,, Nationalsozialistischen Bundes Deutscher Technik'' wollten.

Da die Amtszeit des Vorstandes abgelaufen war, beantragt Professor Schnadel die Einsetzung eines Notvorstandes, um die Ge­sell­schaft juristisch aufrecht zu er­hal­ten. Seinem Vorschlag entsprechend werden Prof. Horn und Prof. Schnadel als Notvorstand vom Amtsgericht eingesetzt. Da Professor Schnadel von der Besatzungsmacht in Berlin keine Unterstützung er­hal­ten kann, sondern vielmehr von dieser die Auflösung der Ge­sell­schaft gefordert wird, verlässt Prof. Schnadel Berlin, um in Ham­burg einen Neubeginn zu versuchen.

1946

Dr.-Ing. Ernst Foerster gründet ohne Rücksprache mit dem Notvorstand eine ,,Ge­sell­schaft für Schiff­fahrts­tech­nik''. Prof. Schnadel beantragt die Wiederzulassung der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft bei der ,,Control Commission for Germany - Shipbuilding Branche'' der britischen Besatzungsmacht. Die Kommission verlangt daraufhin die Auflösung beider Ge­sell­schaf­ten. Prof. Schnadel weicht dem Verlangen mit der Begründung aus, dass er nicht befugt sei, die Ge­sell­schaft aufzulösen, zumal diese bei dem im russischen Sektor liegenden Amtsgericht eingetragen ist. Man beschließt zunächst, die Dinge ruhen zu lassen.

1950

Anfang des Jahres beantragen die Berliner Professoren Drawe, Horn, Pflaum, Sass und Voigt beim Magistrat von Groß-Berlin die Wiederzulassung der Ge­sell­schaft nach Absprache mit Professor Schnadel. Dem Antrag wird im März des Jahres stattgegeben. Als Satzung wird, mit geringen Änderungen, die der Ge­sell­schaft von 1930 verwendet.

Im April wird mit der Ge­sell­schaft zur Förderung des Verkehrs (GFV), der früheren ,,Ge­sell­schaft der Freunde und Förderer der Hamburgischen Schiff­bau-Ver­suchs­an­stalt'' ein Abkommen getroffen, in den Büroräumen dieser Ge­sell­schaft das Geschäftszimmer der Ge­sell­schaft einzurichten. Als Ge­schäfts­füh­rer der STG wird Albert Timm, der auch als Ge­schäfts­füh­rer der GFV tätig ist, er­nannt.

Die konstituierende erste Sitzung der STG findet am 9. August d. J. im ,,Curio-Haus''in Ham­burg statt. Die vom VDI, Bezirksverein Ham­burg, gegründete ,,Ar­beits­ge­mein­schaft der Schiff­bau- und Schiffs­ma­schi­nen­bau­in­ge­ni­eu­re'' wird in die STG übernommen. Das Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Verkehr beabsichtigt, sich für den geplanten ,,Beirat für deutsche Seeschifffahrt'' der STG zu bedienen. Es werden die Fach­aus­schüs­se ,,Sicherheit der Schiffe'', ,,Antrieb und Widerstand'', ,,Konstruktion und Schweißen'', ,,Geschichte des Schiffbaues'' und ,,Schiffsmaschinenbau'', wieder gegründet. Professor Schnadel, Professor Horn und Dr. Scholz bilden den neuen Vorstand. Eine Art Som­mer­ta­gung findet mit einer Besichtigungsfahrt in Kiel statt.

Vom 22. bis 24. November d. J. findet die erste Nachkriegshauptversammlung in Ham­burg statt. Die Festsitzung findet im Festsaal des Hamburger Rathauses unter Anwesenheit des Ersten Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Ham­burg, Max Brauer, statt. Die Ge­sell­schaft hat bereits wieder über 100 kooperative und über 600 einzelne Mitglieder. Professor Walter Laas, Professor Dr. phil. Dr.-Ing. E .h. Gustav Bauer, Theodor Hitzler und Dr.-Ing. E. h. Emil Goos werden zu Ehrenmitgliedern der Ge­sell­schaft er­nannt. Die Ge­sell­schaft feiert ihr 50jähriges Bestehen mit einem Festvortrag von Professor Schnadel.

Das 44. Jahrbuch erscheint mit einer Reihe von bedeutenden Vorträgen über die fortschrittlichen Bauweisen im Schiff­bau, W. Scholz, neue Schiffsdieselmaschinen des Auslandes, F. Sass, zweckmäßige Kes­sel­bau­ar­ten von Schiffen, K. Illies, Schiffsdüsensystemen, F. Horn und H. Amtsberg. Der Vortrag von Dr.-Ing. Kurt Wendel, Hydrodynamische Massen und Hydrodynamische Massenträgheitsmomente in der Theorie des Schiffes, gilt heute als einer der Klassiker der deutschen Schiffstheorie.

1951
Der Wiederbeginn in Ham­burg
Der Wiederbeginn in Ham­burg, links Dr. William Scholz, Vorstand der Deutschen Werft, in der Mitte Max Brauer, Bürgermeister der Freien und Hansestadt Ham­burg, ganz rechts Prof. Dr.-Ing. Georg Schnadel, Vor­sit­zen­der der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft
1952
Hauptgebäude der Tech­ni­schen Hoch­schule Hannover
Hauptgebäude der Tech­ni­schen Hoch­schule Hannover im ehem. Welfenschloß in Hannover-Herrenhausen
1953
Ministerialdirektor Dipl.-Ing. Ferdinand Brandes
Ministerialdirektor Dipl.-Ing. Ferdinand Brandes
Modell der Royal George in der TH Hannover
Modell der Royal George in der TH Hannover
Nachbau der Bremer Kogge von 1380
Nachbau der Bremer Kogge von 1380
1954

Unter Mitwirkung der Ge­sell­schaft wird das ,,Kuratorium für die Förderung der deutschen Schiffbauforschung'' gegründet. Vor­sit­zen­der des Kuratoriums ist der Bundesverkehrsminister. Die Som­mer­ta­gung findet auf Einladung des Internationalen Schiff­bau- und Schifffahrtskongresses in Neapel statt.

Theodor Hitzler und Friedrich Bröking wird erst jetzt die bereits 1943 bzw. 1944 verliehene silberne Denkmünze überreicht. Aus dem technischen Nachholbedarf nach dem Krieg entwickelt sich eine außerordentlich rege Fachausschussarbeit. So gehören dem Arbeitsausschuss Leichtmetalle und Kunststoffe mehr als 50 Mitglieder an. Die Anzahl der persönlichen Mitglieder hat die Zahl 1.700 erreicht.

1955

Zur Haupt­ver­samm­lung werden über 1.800 Anmeldungen registriert. Professor Horn erhält die goldene Denkmünze der Ge­sell­schaft. Die Ge­sell­schaft verleiht Professor Kempf, Dr.-Ing. Gebers, Professor Romberg und Paul Reusch die Ehrenmitgliedschaft.

Sie beschließt, an alle, die fünfzig Jahre Mitglieder der Ge­sell­schaft gewesen sind, eine goldene Ehrennadel zu verteilen. Die Freilassung des Großadmirals Raeder aus der Kriegsgefangenschaft wird begrüßt. Die Ge­sell­schaft hatte bereits im Jahr der Wiedereröffnung 1950 beim britischen Gouverneur Hamburgs um Raeders Freilassung gebeten.

Der Fach­aus­schuss für A­tom­kern­e­ner­gie­ver­wer­tung ist zugunsten der Studiengesellschaft für Kern­e­ner­gie­ver­wer­tung in Schifffahrt und Industrie nach kurzem Bestehen wieder aufgelöst worden.

1956
Prof. Dr.-Ing. G. Schnadel
Prof. Dr.-Ing. G. Schnadel
1957
Prof. Dr.-Ing. Georg Weinblum
Prof. Dr.-Ing. Georg Weinblum
Prof. Dr.-Ing. Dickmann
Prof. Dr.-Ing. Dickmann
Das Ordenskapitularium der ,,Heyligen Frau Latte'' bei der Verkündung der ,,Lattenspitze'' vor dem Portal der TU-Hannover
Das Ordenskapitularium der ,,Heyligen Frau Latte'' bei der Verkündung der ,,Lattenspitze'' vor dem Portal der TU-Hannover
,,Villa Hügel'' von der Gartenseite, Ort der Som­mer­ta­gung der Ge­sell­schaft 1957
,,Villa Hügel'' von der Gartenseite, Ort der Som­mer­ta­gung der Ge­sell­schaft 1957
Institut für Schiff­bau der Universität Ham­burg
Institut für Schiff­bau der Universität Ham­burg
1958
Deutschlands erster Admiral, Karl Rudolf Brommy
Deutschlands erster Admiral, Karl Rudolf Brommy
1959
Dr. phil. Dr.-Ing. E.h. William Scholz
Dr. phil. Dr.-Ing. E.h. William Scholz
Prof. Dr.- Ing. Dr.- Ing. E.h. Otto Grim
Prof. Dr.- Ing. Dr.- Ing. E.h. Otto Grim
Bundesverkehrsminister Dr.-Ing. Hans- Christoph Seebohm
Bundesverkehrsminister Dr.-Ing. Hans- Christoph Seebohm
1960
Königliches Gewerbeinstitut in Berlin
Königliches Gewerbeinstitut in Berlin
1961

Professor Lerbs wird Vor­sit­zen­der der Ge­sell­schaft. Auf der Haupt­ver­samm­lung nimmt dieser auch zu den zeitpolitischen Fragen wie Stellung:

,,Zu meinem großen Bedauern ist es mir nicht möglich, unsere Mitglieder aus Ostdeutschland zu begrüßen, die in den vergangenen Jahren immer in größerer Zahl an unserer Tagung teilgenommen haben. Es ist nicht getan mit der Feststellung, dass sie in diesem Jahr nicht kommen konnten. Wir sollten uns vielmehr bewusst sein, dass die krisenhafte Problematik unserer Zeit uns auch auf dieser Tagung nicht loslässt, und wir sollten auch hier nicht das menschliche Leid und die Tragik vergessen, die sich dahinter verbergen. Die in den Anfängen unserer europäischen Kultur unter Schmerzen und Irrtümern geborene Idee von der Freiheit und Würde des Menschen, die Humanitas, soll wieder einmal usurpiert werden. Das ist für uns Menschen der westlichen Kultur weder neu noch ungewohnt.

Doch übersehen wir nicht die Mahnung, die vor allem von dem großen Historiker Arnold J. Toynbee präzisiert wurde, dass man auf diese Herausforderung eine Antwort bereit haben muss, wenn unsere Kultur die Chance haben soll, sich zu behaupten, und zwar eine überzeugende Antwort. Das geht jeden von uns an, und hierbei wird sich zeigen, wie viel eigentlich hinter unserem ganzen Wohlstand steckt, und wie groß unsere Kraft ist, ihn zu behaupten und zu verteidigen.''

Professor Schnadel wird Eh­ren­mit­glied der Ge­sell­schaft. Die Vorbereitungen zur Gründung einer Dokumentationsstelle für Schiffstechnik sind soweit abgeschlossen. Die Satzung wird dahin geändert, dass der Vorsitzende des wis­sen­schaft­li­chen Beirats auch stimmberechtigtes Vorstandsmitglied ist.

1962
Prof. Dr. Rolf Stödter
Prof. Dr. Rolf Stödter

,,Ich möchte diese Begrüßung nicht beenden, ohne mit dem größten Bedauern festzustellen, dass unsere Mitglieder aus Ostdeutschland wie im vorigen Jahr keine Möglichkeit haben, an unserer Tagung teilzunehmen. Diese Feststellung sowie die geteilte Stadt, in der unsere Tagung stattfindet, werfen den Schatten der gefahrvollen Zeit, in der wir zu leben gezwungen sind, auch in unsere Veranstaltung.

Vor diesem ernsten Hintergrund bewegen uns die Fragen, wann endlich Vernunft und Moral an die Stelle treten von Drohungen und Erpressungen, wann unseren Landsleuten drüben in der Ostzone die Freiheit gegeben wird, dass sie sich auch außerhalb ihrer vier Wände als Menschen fühlen können, und wann der Wunsch nach Einigkeit und Recht und Freiheit dem ganzen deutschen Volk erfüllt wird.

Ist es müßig, angesichts der heutigen Lage so zu fragen? Ich glaube nicht. Man kann die Welt nicht jahrelang mit dem totalen Nichts der nuklearen Vernichtung konfrontieren, ohne dass sie darauf reagiert. Und diese Reaktion ist eingetreten. Hoffen wir, dass der Verzicht auf Passivität und Immobilität, die uns lange, viel zu lange, als der Weisheit letzter Schluss hingestellt wurden, der Geschichte der Menschheit und damit dem Geschick unseres Volkes neue Richtung geben wird. Wir wissen jetzt, was von uns verlangt wird, wenn wir uns vor einer tödlichen Bedrohung behaupten wollen, womit wir darauf zu antworten haben.

Mit einer entschlossenen und besonnenen Führung und mit einer Öffentlichkeit, die ebenso entschlossen und besonnen hinter dieser Führung steht. Möge das Schicksal uns beides geben, wenn wieder die Stunde der Bewährung an uns herantritt. Sie wird nicht lange auf sich warten lassen.''

Die Ge­sell­schaft beschließt, auf der Haupt­ver­samm­lung regelmäßig zur Eröffnung einen Festvortrag halten zu lassen. Das Ziel dieses Festvortrages ist, die Teilnehmer an die Einordnung der Technik in das Gesamtgebiet des Lebens zu erinnern. Den ersten Festvortrag hält Prof. Dr. Rolf Stödter, bekannter Hamburger Reeder und Jurist über das Thema, Seeschifffahrt und Schiffbautechnik''.

1963
Dr. Scholz, langjähriges Vorstandsmitglied der Ge­sell­schaft und Vorstand der Deutschen Werft wird zum Eh­ren­mit­glied der Ge­sell­schaft er­nannt. Professor Illies erhält die silberne Denkmünze. Der Präsident der Physikalisch-Tech­ni­schen Bundesanstalt Braunschweig, Prof. Dr.-Ing. Martin Kersten, hält den Festvortrag anlässlich der Haupt­ver­samm­lung. Professor Illies wird als Vor­sit­zen­der des Wis­sen­schaft­li­chen Beirats wieder berufen. Die Som­mer­ta­gung findet in Lübeck-Travemünde statt.
1964
Prof. Dr.-Ing. habil. Hermann Lerbs
Prof. Dr.-Ing. habil. Hermann Lerbs
Prof. Dr. Dr. phil. nat. h. c.Hans Schimank
Prof. Dr. Dr. phil. nat. h. c.Hans Schimank
1965

Auf Einladung der ,,Institution of Engineers and Shipbuilders of Scotland'' und des ,,Institute of Marine Engineers'' findet in Glasgow die Som­mer­ta­gung statt. Die Fach­aus­schüs­se ,,Schiffsmaschinen'' und ,,Schiffsvibrationen'' veranstalten einen Sprechabend im Winterhuder Fährhaus mit über 500 Teilnehmern. Insgesamt ist die Tätigkeit der Ge­sell­schaft so rege, dass das Jahrbuch mit über 800 Seiten die Möglichkeiten der Ge­sell­schaft zu überschreiten droht. Auf der Haupt­ver­samm­lung sind vier Herren aus der Sowjetunion eingeladen, um Vorträge über die Antriebsanlage des Atom-Eisbrechers zu halten. Trotz Zusage werden ohne Begründung die Vorträge von sowjetischer Seite kurzfristig abgesagt. Die Ge­sell­schaft beschließt eine Änderung der Satzung, nach der der Ge­schäfts­füh­rer zum geschäftsführenden Vorstandsmitglied er­nannt werden kann. Damit soll eine Gleichstellung des Geschäftsführers, wie es in anderen Vereinen üblich ist, erreicht werden. Der eigentliche Grund ist die Person des Geschäftsführers, der durch be­son­ders aufopfernde Tätigkeit der Ge­sell­schaft dient. Prof. Illies hält als Vor­sit­zen­der des Technisch- Wis­sen­schaft­li­chen Beirats einen Festvortrag über den Beruf des In­ge­ni­eurs. Er mahnt darin die Ingenieure ihrer großen Verantwortung gegenüber der Ge­sell­schaft bewusst zu sein. Er beklagt aber auch das mangelnde Ansehen des In­ge­ni­eurs, zu dem diese wohl selbst gelegentlich beitrügen.

1966
Das Deutsche Museum in München
Das Deutsche Museum in München
1967
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Kurt Illies
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Kurt Illies
1968
Prof. Dr.-Ing. Walter Plaum
Prof. Dr.-Ing. Walter Plaum
Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. h. c. Siegfried Balke
Prof. Dr.-Ing. Dr. rer. nat. h. c. Siegfried Balke
1969
Prof. Dr.-Ing. Hans Amtsberg
Prof. Dr.-Ing. Hans Amtsberg
Dr.-Ing. E. h. Heinrich Waas
Dr.-Ing. E. h. Heinrich Waas
Prof. Dipl.-Ing. Johannes Hansen
Prof. Dipl.-Ing. Johannes Hansen
Dr.-Ing. Paul Voltz
Dr.-Ing. Paul Voltz
1970
Prof. Dr.-Ing. Kurt Wendel
Prof. Dr.-Ing. Kurt Wendel
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h.Arnold Agatz
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h.Arnold Agatz
1971

Die Som­mer­ta­gung findet in Wien statt. Der Fach­aus­schuss ,,Aus­bil­dung und Fortbildung in der Schiffstechnik'' arbeitet unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Hansjörg Petershagen in mehreren Arbeitsgruppen intensiv an Fragen des Berufsbildes und Tätigkeitsfelder der Ingenieure, der Gesamthochschule sowie der Aus­bil­dung und Fortbildung. Innerhalb kurzer Zeit werden richtungweisende Beschlüsse formuliert und z. T. auch direkt umgesetzt, so z.B. gut besuchte Fortbildungsveranstaltungen. Es werden aus verschiedenen Spendenbeträgen Preisausschreiben für die Anfertigung technisch wissenschaftlicher Arbeiten ausgelobt. Professor Illies führt auf seiner Begrüßungsrede anlässlich der Haupt­ver­samm­lung u. a. aus: ,,Mit der technischen Entwicklung treten wis­sen­schaft­li­che Arbeiten mehr und mehr in den Vordergrund, womit zwangsläufig eine Spezialisierung und Verästelung der Arbeiten verbunden ist. Diese Verästelung bringt aber die Gefahr eines Nebeneinanders mit sich. Das Gesamtgebiet wird unübersichtlich und das Zusammenspiel, das bei dem Gesamtorganismus ,,Schiff'' so be­son­ders wichtig ist, wird gefährdet. Es gehört zu den Aufgaben unserer Ge­sell­schaft, einen echten technischen Fortschritt in diesem Sinne zu fördern durch Zusammenfassung aller geistigen Kräfte auf den verschiedenen Gebieten der Schiffstechnik ...''. Mit den Bemühungen Professor Illies, den In­ge­ni­eur in das allg. kulturelle Geschehen einzuordnen, geht auch eine erhöhte Einbindung der Ge­sell­schaft in das allg. öffentliche Leben einher, was u. a. dazu führt, dass herausragende Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens Interesse an der Ge­sell­schaft zeigen. Der Hamburger Wirtschaftssenator bekräftigt Hamburgs Interesse am Schiff­bau und damit auch an der STG. Die Dokumentationsstelle für Schiffstechnik der STG wird aus den Räumen der Staatsbibliothek in das Institut für Schiff­bau verlegt, was seine Effektivität erheblich erhöht. Es wird ein engerer Kontakt zu den westeuropäischen Ge­sell­schaf­ten wie der ,,Section of Marine Technology of the Royal Netherlands Institution of Engineers'', der ,,Association Technique Maritime et Aeronautique'', der ,,Royal Institution of Naval Architects'' und der STG vereinbart. Den Festvortrag „Wo hat unsere Welt Grenzen“ hält Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Siegfried Meurer, der Erfinder des sog. M- Verfahrens zur Direkteinspritzung in Dieselmotoren der MAN.

1972
Prof. Dr.-Ing. Eduard Pestel
Prof. Dr.-Ing. Eduard Pestel
Regierender Bürgermeister von Berlin Klaus Schütz
Regierender Bürgermeister von Berlin Klaus Schütz
1973

Die Ge­sell­schaft veranstaltet ihre Som­mer­ta­gung in Oslo. Professor Schnadel erhält die goldene Ehrennadel für 50jährige Mit­glied­schaft in der Ge­sell­schaft. Die Ge­sell­schaft schreibt ein Preisausschreiben mit dem Thema ,,Rettung aus Seenot'' aus, nachdem für das Preisausschreiben ,,Sicherheit auf Binnenschiffen'' gleich acht Arbeiten eingereicht worden waren, von denen drei aus­ge­zeich­net werden. Der Präsident der Universität Ham­burg Dr. Fischer - Apelt bedankt sich bei der Ge­sell­schaft anlässlich der Haupt­ver­samm­lung in Ham­burg für die hilfreiche Arbeit des Fachausschusses, Aus­bil­dung und Fortbildung in der Schiffstechnik'' bei der Konzipierung des ,,Hochschulübergreifenden Studienganges Schiff­bau'' sowie des Kontaktstudiums am Institut für Schiff­bau, welches mit der Ge­sell­schaft zusammen ins Leben gerufen wurde. Die Satzung wird derart geändert, dass statt sechs bis zu acht Mitglieder in den Vorstandsrat kooptiert werden können, um so sicher gehen zu können, dass alle relevanten Mitgliedsgruppen auch im Vorstandsrat vertreten sein können. Außerdem wird beschlossen, dass die Altvorsitzenden das Recht haben sollen, an den Vorstandsratssitzungen mit beratender Stimme teilzunehmen. Man beschließt, die goldene Ehrennadel statt nach 50jähriger schon nach 40jähriger Mit­glied­schaft zu verleihen.

1974
Dipl.-Ing. Hans Brehme
Dipl.-Ing. Hans Brehme
Prof. Dr.-Ing. E. h. Albert Wangerin
Prof. Dr.-Ing. E. h. Albert Wangerin
Dipl.-Ing. Hans Siegfried Kannt
Dipl.-Ing. Hans Siegfried Kannt
1975

Die Ge­sell­schaft hat 1948 persönliche und 271 korporative Mitglieder. Die von der Ge­sell­schaft unterhaltene Dokumentationsstelle hat noch immer Schwierigkeiten, eine ausgeglichene Kosten-Einnahmenbilanz zu erzielen. Die Som­mer­ta­gung findet in Düsseldorf statt, wo verschiedene Betriebe der Stahlherstellung besichtigt werden. Dipl.-Ing. Manfred Volger hält den Festvortrag über die Forschung- ihre Bedeutung und derzeitige Lage in der Schiffbauindustrie und würdigt die nunmehr seit zehn Jahren erfolgreich betriebene Forschungskoordinierung im Schiff­bau. Besondere Erwähnung findet das Gemeinschaftsvorhaben Integriertes Schiffbautechnisches Programmsystem (ISP) als erstes Vorhaben zur beschleunigten Einführung der elektronischen Datenverarbeitung in den Werften. Volger führt weiter aus: Noch mehr als in der jüngeren Vergangenheit wird sich die Schiffbautechnik in Zukunft auf wis­sen­schaft­li­che Methoden und Arbeitsweisen einstellen müsse.

1976
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. techn. h. c. Fritz Leonhard
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. techn. h. c. Fritz Leonhard
1977
Dr. John Henry de La Trobe
Dr. John Henry de La Trobe
1978

Professor Illies erklärt für das kommende Jahr seinen Rücktritt, da ihm nach 25 Jahren Leitung eines Fachausschusses, 6 Jahren Leitung des Technisch-Wis­sen­schaft­li­chen Beirats und 12 Jahren Vorstandstätigkeit nunmehr die Freude an diesen ehrenamtlichen Tätigkeiten recht getrübt sei. Die Som­mer­ta­gung findet am Bodensee statt, um be­son­ders auch den Süddeutschen Mitgliedern eine ortsnahe Veranstaltung zu bieten. Zum wiederholten Male betont Professor Illies den von den persönlichen Interessen einzelner Unternehmen unabhängigen, rein technisch-wis­sen­schaft­li­chen Charakter der Ge­sell­schaft. Professor Illies zitiert auf der Haupt­ver­samm­lung ein langjähriges aktives Mitglied der Ge­sell­schaft über die STG

Er verdanke der Ge­sell­schaft: die Ausstrahlung der großen Männer der STG, die er als Vortragende erlebt hat, die unzähligen Anregungen durch persönliche Kontakte auf den STG - Versammlungen und Ausschusssitzungen und letzten Endes auch die Besinnung auf die Verantwortung des In­ge­ni­eurs für unser Volk.

Der Präsident der Tech­ni­schen Universität Berlin, Dr. Berger, weist anlässlich der Haupt­ver­samm­lung auf besondere Sorgen in Lehre und Forschung hin. Er führt u. a. aus:

Vorstandsmitglieder mehrerer großer Industrieunternehmen haben mir gegenüber ihre Sorge zum Ausdruck gebracht, dass der heutige Absolvent der Hoch­schule zu sehr mit einer spezialisierten Aus­bil­dung in die Praxis entlassen wird. Schwierigkeiten sind dann unvermeidlich, weil auf Grund des wis­sen­schaft­li­chen-technischen Fortschritts heute wesentlich breitere Anforderungen an den Praktiker gestellt werden, als dies vor Jahren noch der Fall war.

Neben dieser Sorge wird von Industriemanagern zunehmend darauf hingewiesen, dass der in der industriellen Forschung tätige oder für das Unternehmensmanagement vorgesehene Akademiker zu wenig Kenntnisse über die gesetzlichen Bedingungen z.B. im Umweltschutz und die Si­cher­heits­be­stim­mun­gen sowie über die neuen tarifvertraglichen Tendenzen z.B. zur Humanisierung und zum Rationalisierungsschutz wisse; er könne ohne dieses Wissen nur mit mangelnder Vorausschau arbeiten und dem Unternehmer nur begrenzt nützen. Dies heißt doch im Klartext, dass der Student sein Studium nicht eindimensional, nur mit Scheuklappen versehen, betreiben soll und dass ein zu enges Fachstudium die Gefahr fördert, dass ein erheblicher Qualitätsverlust eintritt.

Die heute zur Diskussion stehende Regelstudienzeit -- so ist und bleibt zu befürchten -- wird keine Konzentration der Studiengänge auf das Wesentliche bringen. Wenn hier auch in der Hoch­schule keine ernsthafte Selbstbesinnung eintritt, wird der bisherige Lehrstoff lediglich stärker komprimiert den Studenten angeboten. Dies ist kein Ausweg, weder für die Qualität des Studiums noch für eine sinnvolle Praxisorientierung und damit für eine reale Beschäftigungschance der Studienabgänger.

... durch die Einführung der Regelstudienzeit wird bei den Studenten ein Klima erzeugt, dass zwischen Strebertum und Apathie hin und her schwankt und in dem der letzte Rest an Solidarität unter den Studenten zerstört wird, wobei -- auch daran ist zu denken -- der sozial schwächste Teil unter den Studenten sicher am härtesten betroffen sein wird. Damit kein Missverständnis aufkommt: Die Technische Universität bekennt sich klar und eindeutig zum Leistungsbegriff; sie steht zu einer wis­sen­schaft­li­chen Ausbildungsleistung mit Praxisbezug. Hierzu ist jedoch notwendig, die Stoffanhäufung in den Studiengängen einzugrenzen, die als eine von Kapazitätsverordnungen mit genährter Größe der Indivdualangebote von Hochschullehrern zu erklären ist. Wir können aber nicht stärkere Praxisorientierung, eine stärkere Einbeziehung sozialer Probleme in die Fachausbildung und eine Erweiterung der traditionellen Lehrinhalte um Umwelt-, Arbeitswelt- und Dritte-Welt-Problematik verlangen, ohne die Studiendauer und Verweildauer der Studenten an der Universität unvoreingenommen, d.h. ohne die Scheinrationalität einer Regelstudienzeit zu diskutieren. Ob ein Student ein oder ein und ein halbes Jahr länger studiert als der Durchschnitt ist absolut nebensächlich, verglichen mit der Frage, was er nach dem Studienabschluss aufzuweisen hat an Inhalt und Qualität. Darüber muss gestritten werden.

Es geht hier nicht um Studenten, die 40 Semester, nicht einmal um solche, die 20 Semester studieren. Diese Probleme konnten schon mit den bisherigen Mitteln gelöst werden. Es geht vielmehr darum, dass Studenten, die nicht das Glück haben, ihr Studium voll von ihren Eltern finanziert zu bekommen, die keine Spitzenbegabungen darstellen, die -- aus welchen Gründen auch immer -- Prüfungsschwierigkeiten haben, ihre Leistungen auch noch erbringen, wenn sie die durchschnittliche Studienzeit um einige Semester überschreiten. Jeder andere Prozess ähnelt mehr dem Naturgesetz von der Selektion der Arten und dem Recht des Stärkeren, für die keine Gruppe in unserer Ge­sell­schaft heute mehr ernstlich eintreten kann.

Es ist an der Zeit, dass wir endlich die Diskussion darüber aufnehmen, welche Inhalte unter fachlichen, methodischen und gesellschaftlichen Gesichtspunkten in jeder Studien- und Prüfungsordnung verlangt werden müssen, wobei ich noch einmal betonen möchte, dass auch die akademische Aus­bil­dung eine gute wis­sen­schaft­li­che Qualität haben soll, praxisorientiert sein muss und in einer angemessenen Zeit absolviert werden soll. Genau so wichtig ist aber auch, dass der Studienabgänger im eigenen, aber auch im gesellschaftlichen Interesse frühzeitig befähigt wird, den auf ihn zukommenden Anforderungen im Erwerbsleben gerecht zu werden. Eine inzwischen beliebt gewordene Gleichsetzung von praxisorientiertem Studium und der Vermittlung von bloßem Fachwissen stellt eine verhängnisvolle Verkürzung dar, da bekanntlich reines Fachwissen inzwischen in zunehmendem Maße schneller veraltet als dies früher der Fall war. Die breite Grundlagenausbildung, die methodisch befähigt, neue Probleme systematisch anzugehen, muss auch in Zukunft das Fundament jeder akademischen Aus­bil­dung bleiben. Sie muss in Zukunft jedoch in neuen Formen vermittelt werden, die die komplizierten Zusammenhänge der praktischen Probleme und den durch Arbeitsteilung und Zu­sam­men­ar­beit geprägten Arbeitsprozess in der Praxis widerspiegeln.

Hintergrund der z. T. stark gestiegenen Studienzeiten sind einerseits ein reduziertes Leistungsbewusstsein der Studierenden, die das eigentliche Studium nur noch als Teil einer ansonsten durch Erwerbs- und Freizeit dreigeteilten Lebensgestaltung betrachten, aber auch durch die zwangsweise Festlegung von Vorlesungsverpflichtungen des Lehrkörpers in einem Umfang, der eben zu einer Vielzahl von Spezialvorlesungen führt. ''
Die Ausführungen Dr. Bergers zeigen aber auch, dass der Elitegedanke hinter einer besonderen Unterstützung weniger leistungsfähiger Studenten steht. Dieses entspricht dem allg. gesellschaftlichen Trend, der unter Elite weniger eine Personengruppe versteht, die zu besonderer Verpflichtung für die Ge­sell­schaft aufgerufen ist, als eine Gruppe, die zu besonderer Privilegierung in materieller Weise sich zu entwickeln droht. Zur Erinnerung an Professor Weinblum, wird eine jährliche Weinblum – Gedächtnis - Vorlesung erstmalig abgehalten. Sie soll jeweils im Rahmen der Haupt­ver­samm­lung der STG, durch eine Weinblum - Stiftung unterstützt, abgehalten werden.

Prof. Dr.-Ing. Dieter Kind
Prof. Dr.-Ing. Dieter Kind
1979
Dipl.-Ing Reinhard Mau
Dipl.-Ing Reinhard Mau
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Schuster
Prof. Dr.-Ing. Siegfried Schuster
1980

Gemeinsam mit der STG wird die ,,3. West European Conference on Marine Technology'' in Norwegen abgehalten. Auf der Haupt­ver­samm­lung in Berlin berichtet der Präsident der Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin, Professor Starnick, von der über 100jährigen Schiffbauausbildung an seiner Universität. Professor Schnadel verstirbt, Professor Gabler, ehemaliger Schüler von Professor Schnadel, würdigt den Verstorbenen:

,,Eines unserer Eh­ren­mit­glie­der und Inhaber der goldenen Denkmünze unserer Ge­sell­schaft hat uns in diesem Jahre verlassen: Professor Schnadel, geboren 1891, starb am 26. April im Alter von 88 Jahren. In die Jugend Schnadels fällt seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg von seinem Beginn bis zum Ende. Danach setzte Schnadel seine vor dem Kriege in München begonnenen Studien in Danzig fort. Nach einigen Jahren auf Werften und in der Industrie kam er wieder an die Technische Hoch­schule Danzig als Assistent. Er promovierte und habilitierte sich; er erhielt einen Lehrauftrag für höhere Statik des Schiffes. 1928 wurde er, nunmehr mit einer Danzigerin verheiratet, Ordinarius für Statik der Schiffe und für Schiffselemente an der Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin. Zehn Jahre später, 1938, wurde er Vorstandmitglied des Ger­ma­ni­schen Lloyds und weitere vier Jahre danach Vor­sit­zen­der unserer Ge­sell­schaft als Nachfolger des verstorbenen Geheimrates Professor Schütte, dessen Bestreben, unsere Ge­sell­schaft von der Gleichschaltung mit anderen NS-Organisationen freizuhalten, er erfolgreich fortsetzte.

In den schwierigen Jahren unmittelbar nach Kriegsende hat sich Schnadel ganz besondere Verdienste erworben. Er war der erste gewählte Rektor der Tech­ni­schen Hoch­schule Berlin, die unter ihm ihren Lehrbetrieb wieder aufnahm. Ihm ist die Ingangsetzung der Schiffbaulehre an der Tech­ni­schen Hoch­schule Hannover und am Institut für Schiff­bau in Ham­burg zu verdanken. Dass der Germanische Lloyd seine Tätigkeit so bald wieder aufnehmen konnte, ist ganz wesentlich auf ihn zurückzuführen. Unsere Ge­sell­schaft hat er 1950 wieder ins Leben gerufen. Er führte ihren Vorsitz noch weitere zehn Jahre mit Erfolg. Durch das hohe erreichte Lebensalter liegen seine Verdienste um die Schiffbautechnik naturgemäß schon weit zurück, sie sind deswegen der jüngeren Generation nicht mehr so gegenwärtig.

Zu Beginn der Lehrtätigkeit Schnadels war der Schiff­bau noch eine sich schnell entwickelnde Industrie; zunehmend größere und sehr lange Schiffe wurden gebaut und waren in Fahrt. Das Längsspantensystem für Tanker sowie die konsequente Längsspantenbauweise der Reichsmarine waren bereits eingeführt. Indessen war eine vergleichsweise sichere rechnerische Voraussage der zu erwartenden Beanspruchungen der Schiffe nicht möglich, man arbeitete noch im Wesentlichen empirisch. Schnadels Schaffen ist eine konsequente Folge von Arbeiten, um diese Empirie durch exakte Kenntnisse der wirklich tragenden Verbände und der tatsächlichen Beanspruchung des Schiffes im Seegang zu ersetzen. Seine Habilitation befasste sich mit der Mittragenden Breite von Platten bei kastenförmigen Trägern. Die Auswertung bereits durchgeführter statischer Biegeversuche mit Schiffen bestätigt die Richtigkeit der neuen Theorie.

Zur Ermittlung der wirklichen Verhältnisse eines Schiffes im Seegang wurde unter seiner Leitung, zusammen mit Professor Horn, Herrn Weiß u. a., die Hochseemessfahrt des Hapag - Schiffes ,,San Francisco'' 1934 durchgeführt. Erstmals wurden bei starkem Seegang die Wellenhöhe durch stereometrische Fotografie aus den Masten, die Wellenkontur am Schiff, die vom Wasser ausgeübten Drücke auf den Schiffsboden, die Durchbiegung und die Dehnungen am Schiff selbst sowie dessen Schwingungsverhalten koordiniert gemessen. Das Ergebnis war wohl der bedeutendste deutsche Beitrag zur Entwicklung der modernen Schiffstheorie überhaupt. Die Berichte dieser Messfahrt füllen den größten Teil des STG - Jahrbuches 1936. Professor Schnadel wird allen seinen ehemaligen Hörern in dauernder Erinnerung bleiben wegen seines lebendigen und tief greifenden Vortrages, wegen seiner Fähigkeit zu blitzschneller Überschlagsrechnung, be­son­ders aber wegen seiner menschlichen Wärme und Zuverlässigkeit; seine Kämpfernatur hat be­son­ders gewirkt zugunsten der Institution, für die Schnadel tätig war. Ein mit vielen freudigen Höhepunkten und auch persönlichem Leid erfülltes langes Leben ist zu Ende gegangen. Schnadel hat sich um unsere Ge­sell­schaft verdient gemacht. ''

1981

Auf der Haupt­ver­samm­lung in Ham­burg wird vom Staatsrat Dr. Schulz festgestellt:
,,In der Bundesrepublik erleben wir zum ersten Male, dass alle gesamtwirtschaftlichen Ziele, nämlich

  • Stabilität des Preisniveaus
  • hoher Beschäftigungsstand
  • stetiges und angemessenes Wachstum der Wirtschaft

gleichzeitig mehr oder weniger verfehlt sind. Große, durch den Staat erheblich unterstützte Umstrukturierungsmaßnahmen zur Sicherung eines Schiffbaues, wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau, werden eingeleitet. Man glaubt, durch verstärkte Bemühungen in Forschung und Entwicklung, be­son­ders auch neuer Produkte wie Offshore - Bauwerke und Spezialschiffe, sich Marktnischen er­hal­ten zu können. Auch glaubt man, dass nach einer Erhöhung der Weltschiffart ein erneuter Neubauboom auf die deutschen Werften zukommen wird.'' Insbesondere durch die Aktivitäten von Prof. Schuster werden in zunehmendem Umfang Themen der Meerestechnik Gegenstand von Erörterungen auf den Vor­trags­ver­an­stal­tun­gen der STG.

1982
Richard Freiherr von Weizsäcker
Der regierende Bürgermeister von Berlin, Richard Freiherr von Weizsäcker spricht zur Eröffnung der Haupt­ver­samm­lung
Dr.-Ing. Klaus Meyne
Dr.-Ing. Klaus Meyne
Hans Payer PhD
Hans Payer PhD
1983
Prof. Dr.-Ing. Harald Keil
Prof. Dr.-Ing. Harald Keil
1984
Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen
Regierende Bürgermeister von Berlin, Eberhard Diepgen
Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Gabler
Prof. Dipl.-Ing. Ulrich Gabler
Prof. Dr. Lothar Hübl
Prof. Dr. Lothar Hübl
1985
Prof. Dr. Dr. h. c. Joachim Treusch
Prof. Dr. Dr. h. c. Joachim Treusch
Prof. Dipl.-Ing. Günther Mau
Prof. Dipl.-Ing. Günther Mau

Der Leiter der Abteilung Seeverkehr im Bun­des­mi­ni­ste­ri­um für Verkehr, Dr. Hoffmann, erläutert auf der Haupt­ver­samm­lung die verschiedenen Maßnahmen der Politik zur Stützung des Schiffbaues und der Schifffahrt in Deutschland. Dieses sind neben erheblichen finanziellen Hilfen an die Werften und Reedereien auch steuerliche Entlastungen und erhebliche Er­leich­te­run­gen, z.B. in der Schiffs­be­set­zungs­ord­nung. Aus dem Nachlass von Prof. Weinblum, der keine Nachkommen hat, ist eine rechtsfähige Stiftung gegründet worden. Diese Georg Weinblum - Stiftung fördert neben der jährlichen Weinblum – Gedächtnis - Vorlesung jährlich einen mit DM 5.000,-- dotierten Preis für die beste wis­sen­schaft­li­che Arbeit eines Nachwuchswissenschaftlers auf dem Gebiet der Schiffstechnik.

1986

Die schwierige Lage des deutschen Schiffbaues spiegelt sich darin wieder, dass sich zur Haupt­ver­samm­lung in Berlin nur 450 Teilnehmer melden. Es wird jährlich ein spezieller ,,Studentensprechtag'' veranstaltet, der den jungen Schiffs­tech­ni­kern die Gelegenheit geben soll, über ihre Arbeiten zu berichten. Es wird die Arbeitsgruppe ,,Lüftung, Klimatisierung und Kühlung'' des FA Schiffsentwurf und Schiffssicherheit in einen eigenständigen FA umgewandelt. Damit existieren 15 Fach­aus­schüs­se. Die Som­mer­ta­gung der Ge­sell­schaft findet zusammen mit der ,,West European Conference on Marine Technology'' in Lübeck-Travemünde statt. Professor Grim, der die Ehrendoktorwürde der Rheinisch Westfälischen Tech­ni­schen Hoch­schule Aachen er­hal­ten hat, erhält die goldene Denkmünze. Den ersten Georg Weinblum Preis erhält Dr.-Ing. Wolfgang Fricke. Die Interessen der Mitglieder verlagern sich zunehmend zu den Sprechtagen, deren Besucherzahlen insgesamt an die Zahl der Teilnehmer der Haupt­ver­samm­lung heranreichen. Vorteil der Sprechtage ist einerseits, dass der Aufwand für die Besucher gering ist und andererseits die Vortragenden aus den Problemen ihrer täglichen Arbeit berichten können. Auch ist der Besuch von Nichtmitgliedern bei den Sprechtagen hinsichtlich der Kosten unproblematischer. Den Festvortrag hält Dr. E. Übelacker vom Planetarium Stadtpark Ham­burg. Der Vortrag „Mit Voyager in die Tiefen des Alls“ fasziniert die Zuhörer ungemein.

1987
Das Jahrbuch erscheint unter Verwendung der modernen Textverarbeitung. Die Texte werden zweispaltig abgedruckt. Durch die Verwendung unterschiedlicher Text­ver­ar­bei­tungs­pro­gram­me, die z. T. nicht kompatibel sind, entstehen uneinheitliche Textdarstellungen und erhebliche Umstellungsprobleme. Die beiden Eh­ren­mit­glie­der, Professor lllies und Dr. Kulenkampff versterben. Die Mit­glied­schaft nimmt auf 1580 persönliche und 193 kooperative Mitglieder ab. Die Dokumentationsstelle kann nach wie vor nur 67 % ihrer Kosten durch Einnahmen decken.
1988
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Wolfgang Beitz
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Wolfgang Beitz
Prof. Dr. Herrmann Lübbe
Prof. Dr. Herrmann Lübbe
1989

Die Som­mer­ta­gung findet in Berlin statt. Den Vorsitz der Ge­sell­schaft übernimmt Prof. Dr.-Ing. Harald Keil von Dipl.-Ing. Reinhard Mau. Neuer Leiter des TWB wird Prof. Dr.-Ing. Eike Lehmann. Es wird aus den Reihen der Mitglieder ein neues Wahlverfahren vorgeschlagen, welches auch die jüngere Generation besser in den Gremien berücksichtigt. Weiterhin wird von Dipl.-Ing. Udo Ude vorgeschlagen zu prüfen, inwieweit Fachleute aus der DDR wieder in die Arbeit der STG mit einbezogen werden können. Die nächste Haupt­ver­samm­lung in Berlin würde wohl die Möglichkeit dazu geben. Die Zu­sam­men­ar­beit mit den anderen europäischen Ge­sell­schaf­ten ähnlicher Aufgabenstellungen in der ,,West European Conference on Marine Technology'' (WEMT) befindet sich in einer kritischen Phase. Der Niedergang der Schiffbauindustrie in Europa sowie die zunehmende Konkurrenz von vielen Spezialkongressen und Symposien lassen die Attraktion der Ge­sell­schaf­ten schrumpfen und eigene Wege gehen.

Die Dokumentationsstelle der Ge­sell­schaft steht wegen ihrer mangelnden Kostendeckung zur Diskussion. Am 9. November öffnet sich die Berliner Mauer. Die Ge­sell­schaft begrüßt einhellig die Entwicklung mit der Hoffnung, dass nunmehr nach fast 45 Jahren die deutsche Wiedervereinigung ermöglicht wird.

Wiedervereinigung
Am 9. November 1989 öffnen sich die Grenzen in Berlin, der Weg zur Wiedervereinigung Deutschlands ist vorgezeigt. Am Brandenburger Tor kommt es zu unvorstellbaren Szenen der Freude.
1990
Prof. Dr.-Ing. Günter Großmann
Prof. Dr.-Ing. Günter Großmann
Großer Hörsaal der Sektion Schiffstechnik der Universität Rostock
Großer Hörsaal der Sektion Schiffstechnik der Universität Rostock
1991

Die Som­mer­ta­gung findet in Rostock statt. Bei diesem Treffen sprach Dr.-Ing. Klaus Meyne einige zu Herzen gehende Worte:

,,Herr Vor­sit­zen­der! Meine Damen! Meine Herren! Die Tagung der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft in der Hansestadt Rostock in einem vereinigten Deutschland. Ein unvorstellbarer Traum? Ein unvorstellbarer Traum! Im Vorstandsrat unserer Ge­sell­schaft, so habe ich festgestellt, bin ich der einzige, der sein Studium und damit seinen Berufsweg hier in Rostock begonnen hat. Deshalb habe ich Herrn Professor Keil gebeten, vor Ihnen sprechen zu dürfen. Es waren neben mir viele, sehr viele, zu viele Unruhige und Unbequeme, die in jenen Jahren weggegangen sind. Und dieses Weggehen war nicht leicht. Doch nun? Heute? Manch einer von uns wird gekommen sein, um Fragen zu stellen. Manch anderem wird man nur stumm gegenüber stehen können. Antworten werden oft nicht erforderlich sein. Die Zeit muss Irrtümer heilen. Wird sie es können? Etwas kaum Vorstellbares ist eingetreten! Hat das alles ein Mensch allein bewirkt oder war die Zeit dafür herangereift? Diejenigen von uns, die diese, unsere Einheit begrüßen, sollten vielleicht einen Michaelstag fordern, einen Tag des Michael G.

Michael ist ein hebräisches Wort und bedeutet: Wer ist Gott gleich?'. Und es steht geschrieben seit alter Zeit: Als Engel des Volkes wird er be­son­ders in Deutschland verehrt, als Anführer im Kampf gegen die Finsternis, als Ritter im siegreichen Kampf mit dem Drachen. Wir suchen hier nun unsere ehemaligen Freunde und unsere Erinnerungen. Hier haben wir unseren Berufsweg begonnen. Hier in dieser Stadt ist ein Teil unserer Jugend, unseres studentischen Übermutes verblieben. Begegnen wir ihm wieder? Von hier aus haben wir einen Namen mit in die Welt genommen: Schiesewitz! (Das war die Kneipe der Schiffbaustudenten) Was ist dagegen Auerbachs Keller?

Wir erinnern uns an unsere Dekane: an Professor Macklin, den Listigen, an Professor Krause, den Liebenswürdigen, und an Professor Geertz, den Unbeugsamen. Über die Jahre nach 1957 mögen andere berichten! Wir ließen zurück als wir gingen: Freunde, Freundschaften, Erinnerungen. Erinnerungen auch an die jungen Frauen Rostocks, an Anka, Edda, Uta und an jenen begehrenswerten Traum: Tatjana! Denk ich an Deutschland in der Nacht, selbst Heinrich Heine hätte es den Atem verschlagen. In gewissen Zeiten schlägt eben Geschichte Kapriolen. Und: Wir sind Zeugen einer solchen Zeit! Es wird viel Weisheit, Geduld und Mut erforderlich sein. Wir wünschen dieser Stadt, diesem Land und seinen Menschen eine gute Zukunft! Und, dass sie weiter leben möge: Unsere Architectura Navalis!''. Reinhard Mau, langjähriger Vor­sit­zen­der der Ge­sell­schaft, wird Eh­ren­mit­glied der Ge­sell­schaft. Die Diplomingenieure Christof Rehling und Frank- Peter Schindler werden mit der neu gestifteten Bronzenen Denkmünze der Ge­sell­schaft aus­ge­zeich­net.

Prof. Dr. Dr. h. c. Hartmut Graßl
Prof. Dr. Dr. h. c. Hartmut Graßl
1992
Prof. Dr. med. Dr. h. c.
Hans Schadewaldt
Das Floß der Medusa, Gemälde von Theodore Gericauld
Das Floß der Medusa, Gemälde von Theodore Gericauld

Die Ge­sell­schaft beschließt erhebliche Satzungsänderungen, die be­son­ders die Beteiligung von jüngeren Mitgliedern am Leben der Ge­sell­schaft ermöglichen soll. Weiter wird die Bestimmung aufgenommen, dass die Verleihung von Denkmünzen an Vorstandsratsmitglieder durch die Haupt­ver­samm­lung erfolgen muss. Die Mit­glied­schaft im Vorstandsrat wird auf maximal drei Perioden in Folge, entsprechend 12 Jahren, begrenzt. Der Vorstand wird aus der Mitte der Vorstandsratsmitglieder berufen und scheidet anschließend aus dem Vorstandsrat als Mitglied aus. Es wird eine Wahlordnung beschlossen, die zwei Kandidatenlisten vorsieht und zwar für Mitglieder bis 35 Jahre und über 35 Jahre. Dr.-Ing. Wolfgang Planitz wird mit der Bronzenen Denkmünze der Ge­sell­schaft aus­ge­zeich­net.

1993
Dr.-Ing. C. Östergaard
Dr.-Ing. C. Östergaard
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Klaus Knizia
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Klaus Knizia
1994
Prof. Dr.-Ing. Werner Droste
Prof. Dr.-Ing. Werner Droste
Dr.-Ing. Burghard Müller-Graf
Dr.-Ing. Burghard Müller-Graf
1995
Dipl.-Ing. Cai Boie
Dipl.-Ing. Cai Boie
Prof. Dr. Dr. h. c. Reimar Lüst
Prof. Dr. Dr. h. c. Reimar Lüst
1996
Dipl.-Ing. Karl-Heinz Paetow
Dipl.-Ing. Karl-Heinz Paetow
Prof. Dr. Michael Salewski
Prof. Dr. Michael Salewski
1997
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. h.c. Eike Lehmann
Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. h.c.
Eike Lehmann
1998
Prof. Dr.-Ing. Heinrich Söding
Prof. Dr.-Ing. Heinrich Söding
Dr. eoc. Manfred Sliwka
Dr. eoc. Manfred Sliwka
1999
Prof. Dr.-Ing. Fritz Abels
Prof. Dr.-Ing. Fritz Abels
Dipl.-Ing. Martin Böckenhauer
Dipl.-Ing. Martin Böckenhauer
Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Horst Nowacki
Prof. Dr.-Ing. Dr. h. c. Horst Nowacki
Prinzessin Charlotte an seinem Liegeplatz im Tiergarten
Prinzessin Charlotte an seinem Liegeplatz im Tiergarten
Prof. Dr.-Ing. Eckhard Rohkamm
Prof. Dr.-Ing. Eckhard Rohkamm
Plakat der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft

Plakat der Schiff­bau­tech­ni­schen Ge­sell­schaft zusammengestellt aus Bildern des Marinemalers und langjährigen Mitgliedes Dipl.-Ing. Jochen Sachse
2000
Frank Leonhardt, Vor­sit­zen­der des Verbandes Deutscher Reeder
Frank Leonhardt, Vor­sit­zen­der des Verbandes Deutscher Reeder
Dr. Wolfgang Weitschat
Dr. Wolfgang Weitschat
2001
Prof. Dr.-Ing. Wilfried Hensel
Prof. Dr.-Ing. Wilfried Hensel
Prof. Dr.-Ing. habil. Udo Röhr
Prof. Dr.-Ing. habil. Udo Röhr
2002
Dipl.-Ing. Günter Henschel
Dipl.-Ing. Günter Henschel
Prof. Dr.-Ing. Hansjörg Petershagen
Prof. Dr.-Ing. Hansjörg Petershagen
Prof. Dr.-Ing. Herbert Schneekluth
Prof. Dr.-Ing. Herbert Schneekluth
2003
Ver­suchs­an­stalt für Wasserbau und Schiff­bau mit dem großen Umlauftank im Hintergrund
Ver­suchs­an­stalt für Wasserbau und Schiff­bau mit dem großen Umlauftank im Hintergrund
Dipl.-Ing. Peter Schenzle
Dipl.-Ing. Peter Schenzle

Die STG beteiligt sich an der Ersten World Maritime Technology Conference in San Francisco (WMTC 2003) aktiv beteiligen, was im Hinblick auf die Internationale Verflechtung der Ge­sell­schaft als ein wesentlicher Schritt anzusehen ist. Eine wichtige Weichenstellung für den Entwurf von Schiffen wird durch die IMO vollzogen. Auf der 77. Sitzung des Marine Safety Committee (MSC) wird die bisherige Abstinenz auf dem Gebiet der technischen Vor­schrif­ten für die Festigkeit und Konstruktion von Schiffen aufgegeben und angekündigt, dass nunmehr sog. „Goal based new ship construction standards“ eingeführt werden sollen. Damit wird eine Entwicklung angestoßen, die weit reichende Folgen für die Arbeit der Klassifikationsgesellschaften haben kann. Der direkte, auf physikalischen Regeln beruhende Entwurf der Schiffskonstruktion, vergleichbar mit dem Vorgehen bei Offshore- Konstruktionen, wird eine erweiterte technisch-wis­sen­schaft­li­che Qua­li­fi­ka­tion der Ingenieure nach sich ziehen. Damit könnten erweiterte Aufgaben auch die STG zukommen.

Dipl.- Ing. Peter Schenzle, der sich sehr erfolgreich mit verschiedenen Problemen der Hydro- und Aerodynamik, sowie mit Fragen des Umweltschutzes beschäftigt hat, wird mit der Silbernen Denkmünze der Ge­sell­schaft aus­ge­zeich­net. Die Bronzene Denkmünze er­hal­ten Dr.-Ing. Fritz Bartels für seine hydroakustischen Beiträge, Dr.-Ing. Walter L. Kühnlein für seine Beiträge aus der Meerestechnik und Dipl.-Ing. Wilfried Müller, der als Inspektor bei einer bedeutenden Reederei in Ham­burg wichtige praktische Beiträge zu den Vor­trags­ver­an­stal­tun­gen der STG erbracht hat. Die Som­mer­ta­gung findet in Wismar statt. Die Tagung konzentriert sich auf schiffshydrodynamische, konstruktive sowie Probleme des Schiffsentwurfes. Erfreulich ist, dass eine Größere Zahl von Beiträgen von Mitgliedern aus den neuen Bundesländern präsentiert wird.

2004
Dr.-Ing. Peter Oltmann
Dr.-Ing. Peter Oltmann
Joachim Kaiser, Stiftung Ham­burg Maritim
Joachim Kaiser, Stiftung Ham­burg Maritim
Hakenterasse in Stettin mit dem Seefahrtsmuseum
Hakenterasse in Stettin mit dem Seefahrtsmuseum. Im Hintergrund das ehemalige Regierungsgebäude der Provinz Pommern, heute der Woiwotschaft. Ganz links im Bild die Seefahrtsschule/Akademie (Wyzszsa Szkola Morska), Ort der Som­mer­ta­gung der STG 2004.
Hamburger Peil- und Bereisungsdampfer Schaarhörn
Hamburger Peil- und Bereisungsdampfer Schaarhörn, restauriert von der Stiftung Ham­burg Maritim. Das Schiff war ursprünglich mit einem Schlickschen Kreisel ausgerüstet.

Prof. Keil erhält, für seine unermüdliche Tätigkeit innerhalb der STG und bei den Vorarbeiten der Ju­bi­lä­ums­ver­an­stal­tung 1999 der STG, sowie der PRADS 2004 und in Würdigung seiner Verdienste als Vor­sit­zen­der der Ge­sell­schaft, die Goldene Denkmünze.

Den Festvortrag” Historische Schiffe im 21. Jahrhundert Erhaltungskonzepte, Nut­zungs­va­ri­an­ten und Organisationen” hält Joachim Kaiser von der Stiftung Ham­burg Maritim.

Joachim Kaiser hat sich besondere Verdienste bei der Restaurierung und dem Betrieb von historischen Schiffen , so des hamburger Peil- und Bereisungsdampfers Schaarhörn, erworben.

2005
Finn Q. Jensen B. Sc.
Finn Q. Jensen B. Sc.
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ritterhoff
Prof. Dr.-Ing. Jürgen Ritterhoff
Prof. Dr.-Ing. Günther Clauss
Prof. Dr.-Ing. Günther Clauss
2006
Prof. Dr.-Ing. Robert Bronsart
Prof. Dr.-Ing. Robert Bronsart
Dr.-Ing. Herrmann Klein
Dr.-Ing. Herrmann Klein
Dipl.-Ing. Bernard Meyer
Dipl.-Ing. Bernard Meyer
Prof. Dr.-Ing. Hansheinrich Meier-Peter
Prof. Dr.-Ing. Hansheinrich Meier-Peter
2007
Dr.-Ing. Klaas Spethmann
Dr.-Ing. Klaas Spethmann
Parlamentarische Staatssekretärin Karin Roth MdB
Parlamentarische Staatssekretärin Karin Roth MdB
2008
Dr.-Ing. Alexander Nürnberg
Dr.-Ing. Alexander Nürnberg
Dr.-Ing. Ernst-August Weitendorf
Dr.-Ing. Ernst-August Weitendorf
2009

Im Jahre 2009 hält die Schiff­bau­tech­ni­sche Ge­sell­schaft sechs Sprechtage ab, die sich eines großen Zuspruchs erfreuten. Die 2nd International Conference on Ship Efficiency findet in Ham­burg unter Beteiligung von 220 Fachleuten aus 24 Ländern statt. Die von Dr.-Ing. Klein initiierte Veranstaltung fördert nicht nur die finanzielle Stabilität der Ge­sell­schaft, sondern auch die internationale Wahrnehmung der STG.

Die 104. Haupt­ver­samm­lung der Ge­sell­schaft, in diesem Jahr wieder in Berlin in der Siemensstadt, wird ein voller Erfolg. Erstmalig bietet die Ge­sell­schaft ihren studierenden Mitgliedern das sogenannte „Rundumpaket“ an. Für einen geringen Betrag, können die Studierenden an allen Programmteilen der Haupt­ver­samm­lung teilnehmen. Weiterhin sind in diesem Paket die Übernachtung im Hostel und die Reisekosten enthalten. Der Erfolg gibt der STG Recht: Über 80 Studierende nehmen teil.

Grußworte der Stadt Berlin überbringt die Staatssekretärin in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Maria Krautzberger den zahlreichen Teilnehmern.

Die Ge­sell­schaft beschließt, Herrn Dipl.-Ing. Siegmar Rodermund in Anerkennung seiner Arbeiten und Vorträge auf dem Gebiet der Schiffskältetechnik und seiner langjährigen konstruktiven Mitarbeit im Fach­aus­schuss „Kälte, Klima, Lüftung“ mit der Bronzenen Denkmünze zu ehren.

Herr Prof. Dr.-Ing. Som Deo Sharma erhält für seine hervorragenden wis­sen­schaft­li­chen Leistungen und Vorträge auf dem Gebiet der Schiffstheorie insbesondere zu den Themen Schiffswiderstand, Bestimmung der Manövriereigenschaften von Schiffen sowie der Schiffssicherheit die Silberne Denkmünze.

Eine Silberne Denkmünze erhält auch Prof. Dr.-Ing. Michael Schmiechen in Würdigung seiner theoretischen und praktischen Arbeiten mit dem Schwerpunkt Hydrodynamische Systeme und der vielen vor der STG gehaltenen, international beachteten Vorträge.

Den Festvortrag “Von fliegenden Schiffen und schwimmenden Flugzeugen- zwei Verkehrsträger im Vergleich” hält Dipl.-Ing. Ulrich Schwierczinski, Präsident des Luftfahrt-Bundesamtes, Braunschweig.
Erstmalig zu dieser Veranstaltung bietet die Ge­sell­schaft die Vorträge vorher als Download auf ihrer Website an. Interessierte Teilnehmer können so Einblicke nehmen und ggf. Fragen vorbereiten.

Es wird u.a. ausführlich über die Un­ter­su­chun­gen des Versagens des Schiffsrumpfes eines Containerschiffes vor der STG berichtet. Zeichen unbegrenzter numerischer Rechenmöglichkeiten kommt es nach wie vor auf sorgfältige Detailkonstruktion erfahrener Konstrukteure an.

2010

Anlässlich eines Sprechtages „Geschichte des Schiffbaus“ wird über die historische Entwicklung des Segelantriebes von Schiffen berichtet. Über dem Spe­zial­schiff­bau der Werft von Abeking & Rasmussen sowie der Schiffstheorie und der Flussschifffahrt, wird berichtet. Weiter wird in einem eigenen Sprechtag über innovative Schiffswindantriebe vor­ge­tra­gen und diskutiert.

Zur 105. Haupt­ver­samm­lung kann die STG 303 Teilnehmer aus allen Bereichen der maritimen Technik Hotel Hafen Ham­burg begrüßen – hiervon erfreulicherweise 115 Studierende.

Traditionsgemäß wird die HV am Mittwoch mit dem Begrüßungsabend eröffnet. Hierbei erläutert Herr Dr. Aly von Blohm und Voss die allgemeine Lage des Schiffbaus und geht auch auf die spezielle Situation der Werften in Deutschland ein. Besondere Höhepunkte der Festveranstaltung am Donnerstagvormittag ist die Rede des niedersächsischen Wirtschaftsministers Jörg Bode zum Thema „Die wirtschaftliche Situation und ihre Auswirkungen auf den Schifffahrts- und Schiffbaustandort Deutschland“ sowie die Verleihung von fünf Denkmünzen an Mitglieder für besondere Verdienste für die STG.
Die Ge­sell­schaft zeichnet anlässlich ihrer Haupt­ver­samm­lung in Ham­burg Dipl.-Ing. Wolfgang Bühr mit der Silbernen Denkmünze der Ge­sell­schaft aus. Damit wird ein der Forschung und Entwicklung be­son­ders zugeneigter Praktiker aus­ge­zeich­net, der in vielen Jahren mit großer Beharrlichkeit die konsequente Nutzung der Informationstechnik und schiff­bau­tech­ni­scher Forschungsergebnisse für den praktischen Schiff­bau vorangetrieben hat.

Die langjährigen Verdienste von Prof. Dr.-Ing. Günter Clauss um die Meerestechnik innerhalb und außerhalb der STG, sowie seine bemerkenswerten international sehr beachteten Beiträge zu unterschiedlichsten hydrodynamischen Problemen und seiner innovativen Forschung zur Beseitigung von Ölverschmutzungen der Meere wird von der Ge­sell­schaft mit der Silbernen Denkmünze gewürdigt.
In Würdigung der richtungsweisenden Arbeiten zur Konstruktion und Festigkeit von Schiffen und den vielen vor der Ge­sell­schaft gehaltenen international beachteten Vorträgen, sowie der langjährigen Gestaltung der Ge­sell­schaft als Fachausschussleiter, Vorsitzendem des Technisch Wis­sen­schaft­li­chen Beirats und als Vor­sit­zen­den der Ge­sell­schaft wird Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E. h. Dr. h.c. Eike Lehmann die Goldene Denkmünze verliehen.
Die Herren Dipl.-Ing. Holger Steinbock und Dipl.-Ing. Thomas Witolla er­hal­ten die Bronzene Denkmünze für ihr Engagement innerhalb der STG Fach­aus­schüs­se.

Die Curt-Bartsch-Stiftung zur Förderung herausragender wissenschaftlicher Leistungen jüngerer Mitglieder der Ge­sell­schaft zeichnet Herrn Dr.-Ing. Florian Biehl mit Curt-Bartsch-Preis aus.
Die 16 technischen Vorträge befassen sich im Wesentlichen mit Fragen der Schiffssicherheit, der Reduzierung von CO2- Emissionen sowie der Meerestechnik. Vor dem Dinner am Donnerstagabend in der Elbkuppel wandeln die Teilnehmer wir auf den Spuren der Auswanderer. Nach einer Barkassenfahrt zur Ballin-Stadt er­hal­ten alle einen Eindruck vom Leben der Auswanderer vor und während der großen Überfahrt - ein eindrucksvolles Stück Hamburger Reedereigeschichte. Beim Dinner freuen sich alle über die amüsante Aufführung der Hamburger Latte. Ganz be­son­ders können wir uns über die Anwesenheit von fünf Enkeln des Ma­ri­ne­bau­rats Otto Berghoff, Mitbegründer der Veith-Berghoff-Stiftung freuen, die alle sehr interessiert die Tätigkeiten der STG und die Entwicklung der VBS verfolgen.
Am Freitagnachmittag endet die 105. HV nach dem sehr interessanten und gelungenen Vortragsprogramm mit einem gemütlichen Imbiss und netten Gesprächen.

Die sehr positive Mitgliedentwicklung, insbesondere durch 438 studentische Mitglieder, ist das Ergebnis der erfolgreichen Tätigkeit des Vorstandes und der Geschäftsstelle, sodass die STG nunmehr 1829 Mitglieder hat.

2011

Erstmalig führt die STG eine Studien-Reise nach Singapur durch. Auf dieser Exkursion in den asiatischen Stadtstaat können sich zwölf Studierende schiffbaulicher Hochschulen einen Eindruck vom dortigen maritimen Cluster machen. Der Ge­schäfts­füh­rer der STG, Iwer Asmussen, und Prof. Friedrich Wirz von der TUHH begleiten die Gruppe.

Die von Dr.-Ing. Hermann J. Klein initiierte 3rd International Conference on Ship Efficiency findet nach 2007 und 2009 erneut in Ham­burg mit großer Beteiligung statt. Es zeigt sich, dass durch diese Veranstaltung, die be­son­ders auch für Reedereien von großem praktischem Interesse ist, das Tätigkeitsfeld der STG deutlich verbreitert wird.

Die Haupt­ver­samm­lung der Ge­sell­schaft findet in Rostock statt. Die breite Palette von Vorträgen aus aktuellen Projekten der Werften, zum Schiffsmaschinenbau, der Schiffshydrodynamik, des Manövrieren und der Schiffsfestigkeit unter intensiver Rechneranwendung eröffnet langfristig dem Standort Deutschland, trotz des schwierigen Neubaumarktes gute Chancen im Bereich von Spezialschiffen, wie Kreuzfahrt- und Marineschiffe. Es wird befürchtet, dass der nunmehr in Kraft getretene IMO Goal based Standard die Klassifikationsgesellschaften in ihrer Unabhängigkeit einschränkt, denn die Bauvorschriften sollen unter das Regime der SOLAS Konvention kommen.
Von den 270 Teilnehmer aus allen Bereichen der maritimen Technik können wir in Rostock erfreulicherweise 120 Studierende begrüßen. Der Begrüßungsabend findet in diesem Jahr nicht im Hotel, sondern im wunderschönen historischen Rathaus der Hansestadt Rostock statt. Hierbei stellt der Oberbürgermeister, Herr Roland Methling, die Stadt Rostock und deren vielfältigen Bezug zur Maritimen Wirtschaft vor.
Be­son­de­rer Höhepunkt der Festveranstaltung am Donnerstagvormittag ist die Rede des Rektors der Universität Rostock Prof. Dr.-med. habil. Wolfgang Schareck zum Thema „Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung – Universität und Maritime Unternehmungen in Rostock im Wandel der Zeiten“.
Die Bronzene Denkmünze bekommt Frau Dipl.-Ing. Heike Billerbeck für ihre hervorragenden Vorträge in Tagungen der Ge­sell­schaft sowie ihre Anregungen zu Vorträgen Anderer überreicht.
Die Silberne Denkmünze erhält Herr Dr.-Ing. Karl-Heinz Hochhaus für seine vielfältige und be­son­ders aktive Mitarbeit in verschiedenen Fachausschüssen, im Technisch-Wis­sen­schaft­li­chen Beirat, im Vorstandsrat und in verschiedenen Arbeitskreisen sowie für seinen Einsatz für die Einbindung der Studierenden.
Der Weinblum-Preisträger, Dr.-Ing. Sven-Brian Müller stellt seine Dissertation an der Universität Duisburg-Essen „Schiffspropeller – Numerische Untersuchung der Maßstabseffekte“ vor. Der Bartsch-Preisträger, Dr.-Ing. Friedrich Wirz, präsentiert seine Dissertation an der Technische Universität Ham­burg-Harburg zum Thema: „Simulation und Optimierung des Notstopp-Manövers von Schiffen mit langsamlaufenden Zweitaktmotoren und Festpropellern“.
Der langjährige Ge­schäfts­füh­rer der Ge­sell­schaft Dipl.-Ing. Hendrik Feilcke verstirbt.
2012

Auch in diesem Jahr hat die STG die Möglichkeit, eine Exkursion durchzuführen. Es geht vom 2.9. bis zum 9.9. für 20 Studierende maritimer Hochschulen nach Norwegen, um zehn erfolgreiche Unternehmen der maritimen Wirtschaft im Süden des Landes zu besuchen. Begleiter sind dieses Mal Iwer Asmussen und Prof. Dr.-Ing. Berend Bohlmann (FH Kiel).

Die Haupt­ver­samm­lung findet turnusmäßig wieder in Ham­burg statt. Der Abendvortrag von Dr.-Ing. Stephan Timmermann, Mitglied des Vorstandes der MAN Diesel & Turbo SE, Augsburg findet reges Interesse: Es geht um die zukünftigen Perspektiven des Dieselmotors, wenn nicht mehr mit Schweröl gefahren werden kann.
Den Festvortrag „Die Zukunft gehört den erneuerbaren Energien“ hält Prof. Michael F. Jischa, emeritierter Prof. der Universität Clausthal, ehemaliger Präsident und nunmehr Eh­ren­vor­sitz­en­der der Deutschen Ge­sell­schaft Club of Rome. Er geht auf die Fragen der Erderwärmung und die Verwendung fossiler Brennstoffe, insbesondere auch in der Schifffahrt, ein.
Die Ge­sell­schaft ehrt fünf verdiente Ingenieure, die sich durch ihre wis­sen­schaft­li­chen Vorträge und Diskussionen maßgeblich am Gelingen der Ver­an­stal­tun­gen beigetragen haben. Dr.-Ing. Stefan Harries auf dem Gebiet der Hydrodynamik, Dipl.-Ing. Rainer Hartig bei den supraleitenden Komponenten, Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Heinke bei Problemen der Propulsion, Dr.-Ing. Dietrich Wittekind auf dem Gebiet der Akustik und Dr.-Ing. Gerd-Michael Würsig zu neuartigen Energiequellen zum Schiffsantrieb.
Den Georg-Weinblum Preis erhält Dr.-Ing. Arthur Stück für seiner Dissertation aus dem Gebiet der Hydrodynamik. Den Curt-Bartsch Preis erhält Dr.-Ing. Lars Arne Wagner für seine Dissertation Szenario basierte Planung und Steuerung mit Simulation im Schiff­bau.
Prof. Dr.-Ing. Horst Rulfs erhält die Silberne Denkmünze für seine wis­sen­schaft­li­che Arbeit auf dem Gebiet der Schiffsmotoren und Antriebsanlagen. Prof. Rulfs hat sich auch verdient gemacht bei der Aufklärung zahlreicher Schäden an Motoranlagen und Anlagen und konnte dadurch im Studiengang Schiffsmaschinenbau der TUHH viel beachtete praxisnahe Vorlesungen halten.
Aus Anlass des 100. Geburtstages von Prof. Dr.-Ing. Dr.-Ing. E.h. Otto Grim findet in der HSVA ein Festkolloquium statt, in dem Schüler und Kollegen die fachlichen Leistungen von Grim als Wissenschaftler würdigen. Der Großteil dieser Vorträge ist im Jahrbuch veröffentlicht.
2013

In diesem Jahr richtet die STG sechs erfolgreiche Sprechtage und die 4th International Conference on Ship Efficiency.

Die Haupt­ver­samm­lung findet in Berlin statt. Es nehmen 250 Mitglieder, davon 80 Studierende, teil. Den Abendvortrag am Begrüßungsabend hält Dr.-Ing. Ottmar Gast Sprecher der Geschäftsleitung der Ham­burg-Süd. Seine Beschreibung der derzeitigen Situation der Seeschifffahrt zeigt, dass das heute hoch volatile Reedereigeschäft mit seinen zukünftigen Risiken noch Aufregendes erwarten lässt.
Ein Höhepunkt der Festveranstaltung am Donnerstagvormittag ist die Rede von Dr. Georg Mecke, Airbus Operations GmbH. Er hält den vielbeachteten Vortrag „Flugzeugbau bei Airbus – Situation und Ausblick“. Mit seinem launigen Vortrag schildert der Vortragende den modernen Flugzeugbau und zeigt die nahe Verwandtschaft zwischen Flugzeug- und Schiff­bau auf. Das ist nicht überraschend, denn darum waren bis 1945 an der TH Danzig die Schiff­bau- und Flugzeugtechnik zusammen in einer Abteilung der Fakultät Maschinenbau organisiert. Ingenieure der Flugzeugtechnik sind im Schiff­bau erfolgreich gewesen und vice versa bietet der Flugzeugbau auch heute noch interessante Tätigkeitsfelder für Schiffbauingenieure.

Eine ganz besondere Freude ist es, der Curt-Bartsch-Stiftung zum 10-jährigen Jubiläum zu gratulieren. Vom Stiftungsrat ist Frau Gertrud Bartsch persönlich anwesend. Neben Herrn Dr. Klein sprechen auch die Studierenden Frau Wiebke Sundermeyer und Herr Christian Schnabel ihren Dank an die Stiftung für die große Unterstützung der STG und der Studierenden aus. In diesem Jahr hat die Curt-Bartsch-Stiftung anlässlich des Jubiläums sogar zwei Preise vergeben: Dr.-Ing. Sonja Zacke, „Szenariobasierte Planung und Steuerung mit Simulation im Schiff­bau“ (TUHH), und Dr.-Ing. Sascha Kosleck, „Prediction of Wave-Structure Interaction by Advanced Wave Field Forecast” (TU Berlin).
Die Bronzene Denkmünze wird Christian Schnabel, Student des Schiffbaus der TUHH, für seine vielfache Mitwirkung bei Ver­an­stal­tun­gen der Ge­sell­schaft und der Unterstützung bei der Einbeziehung von Studierenden verliehen. Den Georg-Weinblum Preis erhält Dr.-Ing. Florian Sprenger für seine Dissertation der Challenge of Offshore LNG Transfer.
Vor dem Dinner am Donnerstagabend haben die Teilnehmer Gelegenheit, das Motorradwerk von BMW, das Deutsche Technikmuseum oder GE Energy Power Conversion/Converteam zu besichtigen. Alle drei Be­sich­ti­gun­gen erfreuen sich großen Zuspruchs. Der gelungene Ausklang des Donnerstages ist das Dinner mit amüsantem Pro­gramm der Berliner Latte.

Der bekannte In­ge­ni­eur und Marinemaler und langjähriges Mitglied der Ge­sell­schaft Dipl.-Ing. und Wirtschaftsingenieur Jochen Sachse verstirbt. Mit seinen Bildern hat er der 100-Jahrfeier der STG einen würdigen Rahmen gegeben.
2014

In diesem Jahr kann die STG erneut 17 Studentinnen und Studenten aller Hochschulstandorte auf eine Exkursion nach China und Korea schicken. Begleiter sind dieses Mal Iwer Asmussen, Prof. Friedrich Wirz und Thilo Panten.

Die STG nimmt an der SMM teil. Auf dem Stand des VSM können wir einen Teil als STG-Ecke nutzen. Herr Dipl.-Ing. Knud Petersen und Herr Christian Schnabel übernehmen die Betreuung des Standes und werben für eifrig für die STG.

Die 109. Haupt­ver­samm­lung findet wieder im Hotel Hafen Ham­burg statt. Herr Dr.-Ing. Lars Greitsch, Mecklenburger Metallguss GmbH (MMG), hält die Begrüßungsrede. Die MMG gehört weltweit zu den führenden Propellerherstellern in Deutschland und fertigt Propeller für internationale Kunden mit Durchmessern von mehr als 10 Metern, was auch manchmal ein Transportproblem in Mecklenburg ist.
Höhepunkte der Festveranstaltung am Donnerstagvormittag sind die Verleihung eines Tituls an Frau Bartsch durch das hohe Ordenskapitularium der HEYLIGEN FRAWE LATTE ad HAmmaburg und die Festrede von Herrn Dirk Lehmann, Becker Marine Systems GmbH. Dirk Lehmann hat aus einem kleinen Ingenieurbüro für Ruder ein bedeutendes mittelständisches Unternehmen mit weltweiten Kunden entwickelt.

Beim Festakt werden Dr.-Ing. Hans Jakob Gätjens und Dr.-Ing. Manfred Mehmel für ihre hervorragenden wis­sen­schaft­li­chen Leistungen und Vorträge auf dem Gebiet des Schiffsmaschinenbaus sowie für ihre wesentliche Mitarbeit in Gremien der STG mit der Silbernen Denkmünze geehrt. Dr. Mehmel ist der ehemalige Leiter der Schiff­bau Ver­suchs­an­stalt Potsdam. Besonders sein Einsatz zum Erhalt der Ver­suchs­an­stalt nach der Wiedervereinigung gilt es zu würdigen.

Der Curt-Bartsch-Preis geht an Frau Dr.-Ing. Katja Wöckner-Kluwe für ihre Dissertation „Evaluation of the Unsteady Propeller Performance behind Ships in Waves”. Der diesjährige Georg-Weinblum-Preis geht an Dr.-Ing. Jochen Hundemer für seine Dissertation „Entwicklung eines Verfahrens zur Berechnung der instationären potenzialtheoretischen Propellerumströmung“.
Vor dem Dinner am Donnerstagabend haben die Teilnehmer Gelegenheit, Lufthansa Technik, die Kunsthalle, das Wasserforum und die Michaelis-Kirche zu besichtigen. Der gelungene Ausklang des Donnerstages war das Dinner mit Pro­gramm der Latte und einer Präsentation der Teilnehmer der Exkursion im September nach Ost-Asien.
2015

Im Jahre 2015 hält die STG vier Sprechtage und die 110. Haupt­ver­samm­lung in Bremen ab, an der 320 Teilnehmer, davon fast 100 Studierende, teilnehmen.

Der Begrüßungsabend findet im Rahmen eines Senatsempfangs im wunderschönen historischen Rathaus der Hansestadt Bremen statt. Hierbei beschreibt der Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Herr Martin Günthner, in eindrucksvoller Weise den vielfältigen Bezug Bremens zur maritimen Wirtschaft.
Die Festrede am Donnerstagvormittag durch Herrn Dr. Patrick Wendisch in seiner Eigenschaft des Präsidenten der „Eiswette von 1829“ ist be­son­ders unterhaltsam, was im Anbetracht der desolaten Situation in der Schifffahrt und dem weltweiten Rückgang des Neubauschiffbaus die wirtschaftliche Situation für einen Augenblick vergessen läßt. Wer es noch nicht wusste, dass man in Bremen zu feiern versteht hat Gelegenheit, sich durch die Ausführungen über „die Bremer Eiswette und andere Festgesellschaften-Rituale und Gebräuche der bremischen Kaufmannsfeste - unter besonderer Berücksichtigung von schiffsmedizinischen und Schiffssicherheits-Gesichtspunkten und den "SOLAT-Regeln“, sachkundig zu machen.

Der Bronzene Denkmünzen er­hal­ten Dipl.-Ing. Jürgen Friesch, der langjährige ehemalige Leiter der HSVA in Würdigung seiner Beiträge zur Schiffshydrodynamik und ebenfalls für seine mehr theoretischen Beiträge zur Hydrodynamik Herr Dr.-Ing. Dirk Jürgens.
Eine Silberne Denkmünze erhielt Herr Dr.-Ing. Yves Wild in Würdigung seines nachhaltigen langjährigen Einsatzes als Leiter des Fachausschusses „Lüftung, Klima, Kälte“ der Ge­sell­schaft. Eine weitere Silberne Denkmünze geht an unseren ehemaligen Ge­schäfts­füh­rer Herrn Dipl.-Ing. Iwer Asmussen in Würdigung seines unermüdlichen Einsatzes für den STG-Nachwuchs und die nachhaltige Entwicklung der Ge­sell­schaft.
Ein besonderes Highlight ist die Überreichung eines Sextanten von Frau Bartsch an die STG. Dieser Sextant stammt vom Vollkühlschiff MS „BRITISH COLUMBIA EXPRESS“, welches von den Götaverken in Göteborg für die Osloer Reederei S. Herlofsen & Co gebaut und 1936 in Dienst gestellt wurde. Dieses Schiff wurde im Sommer 1950 von den Hamburger Reederei Willy Bruns zusammen mit drei weite-ren Partnern erworben und unter dem Namen „QUADRIGA“ als erstes Deutsches Kühlschiff nach dem Krieg unter deutscher Flagge in Dienst gestellt. Laut der noch vorhandenen Prüfbescheinigung fiel der von der Firma PLATH in Kiel hergestellte Sextant bei der beim Wechsel zur Deutschen Flagge erforderlichen Prüfung durch das damalige Deutsche Hydrographische Institut DHI durch und musste durch ein typkonformes Gerät ersetzt werden. Der seit 1936 an Bord befindliche Original-sextant landete so im Büro der Reederei W. Bruns und wurde viele Jahre später von Frau Bartsch vor einem Schicksal als „Alteisen“ gerettet. Frau Bartsch, die mehr als ein halbes Jahrhundert für den Inhaber der Reederei, Willy Bruns, genannt „Don Willy“ gearbeitet hat, schenkt dies nautische Antiquität der „Schiff­bau­tech­ni­schen“.

Von der STG bekommt Frau Bartsch im Gegenzug ein Buch der Buchreihe „Deutsche Reedereien“, Band 14, indem ein Kapitel der Reederei W. Bruns gewidmet ist. Es ist der „Schiff­bau­tech­ni­schen“ gelungen, ein Exemplar dieses lange ausverkauften Bandes zu erwerben und wir freuen uns sehr, diesen Band Frau Bartsch zur Erinnerung an ihr spannendes und erfülltes Berufsleben bei „Zwiebelwilly“ zum Geschenk zu machen.

Vor dem Dinner am Donnerstagabend im Hotel Strandlust stehen vier Be­sich­ti­gun­gen – die OHB AG, die DGzRS, die Lürssen Werft und Abeking & Rasmussen zur Auswahl. Alle vier Be­sich­ti­gun­gen erfreuen sich außerordentlich großen Zuspruchs.
Die Exkursionen im Rahmen der Haupt­ver­samm­lung haben den hohen technischen Stand der verbliebenen, eigentümergeführten Werften an der Weser den Teilnehmern vor Augen geführt. Beim Dinner freuen wir uns alle über den informativen Vortrag der Teilnehmer Studentenfachschaft Bremen.

Die 23 technischen Vorträge befassen sich neben Trends in der Schiffstechnik mit Fragen der Meerestechnik, moderner Maschinenkonzepte, hydrodynamischer Anwendungen und Berechnungen sowie moderner Elektrotechnikkonzepte. Der Weinblum-Preisträger, Dr.-Ing. Alexander von Graefe, stellte seine Dissertation an der Universität Duisburg-Essen „Rankine Source Method for Ship-Ship Interaction and Shallow Water Problems“ vor. Der Bartsch-Preisträger, Dr.-Ing. Marco Klein, präsentierte seine Dissertation an der Technische Universität Berlin zum Thema: „Tailoring Critical Wave Sequences for Response-Based Design“.
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